Solo für Klarinette

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken • Bemerkungen • Interviews mit Götz George • Corinna Harfouch

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Solo für Klarinette
Genre: Thriller
Farbe, Deutschland, 1998, FSK 16

Kino Deutschland: 1998-10-15
Laufzeit Kino: 95 Minuten
Kinoverleih D: Senator Film

Videocover
Videocover Video Deutschland: 1999-10-11
Kaufkassette: 1999-10-11
Laufzeit Video: 91 Minuten
Anbieter: BMG


Szenenfoto Nach einer Razzia in einem Seniorenheim und einem ebenso kurzen wie frustrierenden Zwischenstop beim genervten Weib und geistesgestörten Kind hetzt Kriminalhauptkommissar Bernie Kominka mit seinem Kollegen Freddie zum Tatort eines grausigen Verbrechens. In einem trostlosen Mietshaus liegt die Leiche Georg Steinmanns, dem ein Stück seiner Genitalien fehlt - neben seinem zerschlagenen Gesicht eine zerbrochene Klarinette.

Bernie fällt am Tatort ein gelber Regenschirm auf und kurz darauf eine Frau im roten Regenmantel. Das Kennzeichen ihres Wagens führt Bernie zu der geschiedenen und sehr attraktiven Anna, die er von da an heimlich beschattet. Doch alle Spuren in diesem Mordfall führen ins namenlose Nichts einer grauen Großstadt.

Und während Bernie in seinen Ermittlungen auf der Stelle tritt, zerspringt sein Privatleben in tausend Scherben. Als er sich daraufhin mit seinem Vorgesetzten und Schwager Hecht anlegt, wird er auch noch vom Dienst suspendiert. Auf eigene Faust ermittelt Bernie weiter. Bald darauf begegnet er Anna auf einer Single-Party. Er fühlt sich hingezogen zu der einsamen und verletzlich wirkenden Frau. Sie behauptet, noch niemals von Steinmann gehört zu haben, doch in einer Ecke ihres Apartments entdeckt Bernie einen gelben Schirm.

Obwohl sich in den folgenden Tagen sein Verdacht immer weiter erhärtet, bricht er die Beziehung zu Anna nicht ab - zu stark sind seine Gefühle. Die Analyse des anonymen Anrufers, der den Mord gemeldet hat, ergibt, dass sich dahinter die Stimme der Ex-Frau von Steinmann verbirgt. Sie gibt zu, den Mord gemeldet zu haben, bestreitet aber vehement, die Täterin zu sein.

Bernie scheint währenddessen in aller Verzweiflung fast ein kleines bißchen Glück mit Anna gefunden zu haben. Er plündert sogar seine Lebensversicherung und bucht zwei Flüge in die Südsee. Doch dann bricht durch eine unerwartete Entdeckung seine Welt zusammen ...


SzenenfotoDarsteller: Götz George (Bernhard Kominka), Corinna Harfouch (Anna Weller), Tim Bergmann (Freddie Bahlo), Barbara Auer (Lydia Kominka), Tobias Schenke (Theo), Christian Redl (Thomas Hecht), Katharina Thalbach (Louise Bethmann), Barbara Rudnik (Johanna Steinmann), Dietmar Mues (Georg Steinmann), Walter Kreye (Simon Weller), Mavie Hörbiger (Emmi), Nikolaus Paryla (Frieder Haug), Miranda Condic (Jolantha), Daniela Ziegler (Dörthe), Nicole Heesters (Frau Jentsch), Ute Willing (Polizei-Ärztin), Francis Codjoe (Page), Saskia Vester (Coco), Marion Reuter (Frau Faber), Heinrich Schafmeister (Pathologe), Janusz Cichocki (Pole), Jochen Busse (Laichinger), Rita Russek

Regie: Nico Hofmann

Stab: • Produzenten: Regina Zielger für Regina Ziegler Filmproduktion / ProSieben • Drehbuch: Susanne Schneider • Vorlage: Roman "Solo für Klarinette" von Elsa Lewin • Filmmusik: Nick Glowna • Kamera: Hans-Günther Bücking • Spezialeffekte: - • Ausstattung: BouBou S. Schröder, Thomas Freudenthal • Schnitt: Inge Behrens • Kostüme: Gabriela Grimmelmann • Make Up: Ute Schmitz-Wortmann • Ton: Roland Winke • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Dirk Jasper FilmLexikon: Nico Hoffmann ("Der Sandmann") inszenierte diesen packenden Thriller, in dem der Traum von Liebe und Geborgenheit in der kalten Wirklichkeit von Sex, Kriminalität und Berechnung keinen Platz findet. "Solo für Klarinette" vereint auf der Kinoleinwand eine Vielzahl der hochkarätigsten Schauspieler, die Deutschland zur Zeit zu bieten hat: Götz George (Der Totmacher) brilliert als Bulle mit Herz, neben einer grandios agierenden Corinna Harfouch (Das Mambo-Spiel) bestehen auch Barbara Auer ("Frauen sind was Wunderbares"), Barbara Rudnik (Der Campus), Tim Bergmann (Echte Kerle) und Christian Redl (Das Trio) durch ihre eindrucksvolle Leinwand-Präsenz.

SzenenfotoBlickpunkt Film 37/1998: Nico Hoffmanns Verfilmung eines Romans der Psychoanalytikerin Elsa Lewin reflektiert die präzise und intime Seelenstudie der Vorlage, hinter der die Kriminalhandlung zurücktritt. Schauspielerisch lebt der Film von Corinna Harfouchs brillanter Leistung, während Götz Georges mimischer Überdruck gelegentlich anstrengend wirkt.

film-dienst 21/1998: Schauspielerisch etwas zu forciert, bietet der klug durchdachte Film Unterhaltung auf beachtlichem Niveau.

kultur Spiegel Extra 10/1998: Der neue Film von Nico Hofmann kommt über einen durchschnittlichen "Tatort" nicht hinaus. Und so spektakulär sind die sagenumwobenen Sexszenen dann auch nicht.

Die Woche 1998-10-16: Die der Realität entfliehen wollende Komödie ist mit Sicherheit erledigt. Aber "Solo für Klarinette" können nur jene genießen, die gern das eigene oder fremdes Elend verdoppeln.

Cinema 10/1998: Götz George und Corinna Harfouch in einer tragischen, hochgradig bewegenden Großstadt-Ballade von "Sandmann"-Regisseur Nico Hofmann.

TV Spielfilm 21/1998: Ungewöhnlich mutiger und erschreckend düsterer Psychothriller - ganz ohne Helden ...

TV Movie 21/1998: Hat die Wucht einer klassischen Tragödie.


SzenenfotoBemerkungen

Die Dreharbeiten fanden vom 4. November 1997 bis zum 23. Dezember 1997 in Berlin statt.

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