Kundun

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken • Bemerkungen •

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Kundun
Titel England: Kundun
Genre: Drama
Farbe, England, 1998, FSK 6

Kino Deutschland: 1998-03-19
Kino USA: 1998-01-16
Laufzeit Kino: 133 Minuten
Kinoverleih D: Kinowelt

Videocover
Videocover Video Deutschland: 1998-09-25
Kaufkassette: 1998-11-03
Laufzeit Video: 133 Minuten
Anbieter: Arthaus


Szenenfoto Mit der unverfälschten Freude eines spielenden Kindes geht ein kichernder Zweieinhalbjähriger mit einer Reihe von Gegenständen um, die auf dem Tisch wahllos herumzuliegen scheinen. Für den kleinen Jungen ist das ein hübscher, völlig ungewohnter Zeitvertreib.

Für die Mönche jedoch, die ihm dabei mit großem Ernst zusehen, ist dies eine heilige Handlung. In diesem scheinbar bedeutungslosen Spiel erkennen sie, dass der Junge die Reinkarnation des Dalai Lamas ist. Damit beginnt der Weg des 14. Dalai Lamas, der sein Land verändern, seine Anhänger inspirieren und die Welt auf das Martyrium seines Volkes aufmerksam machen wird.

Szenenfoto 1937 wurde dieses Kind einer tibetischen Bauernfamilie, Tenzin Gyatso, als die 14. Reinkarnation des "Buddha of Compassion" erkannt. Verehrt als der bisher letzte in der Reihe der Dalai Lamas, wurde der Junge von den größten Gelehrten der Nation erzogen und darauf vorbereitet, das Land zu führen.

Er ist dazu erwählt worden, der geistliche und politische Kopf seines Volkes zu werden. Wie sich herausstellte, sollte dies eine schwere Aufgabe werden, da sein Erwachsenwerden zusammenfiel mit den schlimmsten Torturen, die Tibet in seinem langen Bestehen je zugefügt wurden.


SzenenfotoDarsteller: Tenzin Thuthob Tsarong (erwachsener Dalai Lama), Gyurme Tethong (12jähriger Dalai Lama), Tulku Jamyang Kunga Tenzin (5jähriger Dalai Lama), Tenzin Yeshi Paichang (2jähriger Dalai Lama), Tencho Gyalpo (Mutter des Dalai Lama), Tsewang Migyur Khangsar (Vater des Dalai Lama), Geshi Yeshi Gyatso (Lama von Sera), Sonam Phuntsok (Reting Rinpoche), Gyatso Lukhang (Lord Chamberlain), Lobsang Samten (Küchenchef), Tsewang Jigme Tsarong (Taktra Rinpoche), Tenzin Trinley (Ling Rinpoche), Ngawang Dorjee (Kashag / Adeliger # 1), Phintso Thonden (Kashag / Adeliger # 2)

Regie: Martin Scorsese

Stab: • Produzenten: Barbara de Fina • Drehbuch: Melissa Mathison • Vorlage: - • Filmmusik: Philip Glass • Kamera: Roger Deakins • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Dante Ferretti • Schnitt: Thelma Schoonmaker • Kostüme: Dante Ferretti • Make Up: - • Ton: - • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Dirk Jasper FilmLexikon: "Kundun" ist die Geschichte eines unbeugsamen Willens und einer leidenschaftlichen, religiösen Verpflichtung. Der Film läßt eine Gesellschaft wieder erstehen, die über Jahrhunderte vom Rest der Welt isoliert geblieben war. Diese wahre Begebenheit entwickelt sich vor dem Hintergrund eines grausamen Abschnitts der Weltgeschichte und einer spektakulären Landschaft.

film-dienst 05/1998: Bilder von magischer Anziehungskraft und ein selten ingeniöser Soundtrack stehen einer kühlen Hermetik des Stils und einem Drehbuch gegenüber, das der geistigen Dimension des Stoffes nicht gewachsen ist.

SzenenfotoTV Movie 06/1998: Nach Scorseses italoamerikanischen Katholizismen a la "Hexenkessel" nun der in Hollywood angesagte Buddhismus. Dabei wählte der Regisseur eine ungewöhnliche Form: chronologisch wie eine Dokumentation, aber mit den Stilmitteln eines Dramas (Musik, Schnitt und kurze, für Scorsese typische Gewaltszenen). So bewältigt er die Gratwanderung zwischen dokumentarischer Objektivität und emotionaler Parteinahme für das Schicksal Tibets. Und all das in grandiosen, meditativen Bildern.

Blickpunkt Film: "Von Good Fellas in Casino zu einem echten Good Fellow in Tibet: Martin Scorseses Annäherung an das Leben des 14. Dalai Lamas fasziniert als filmische Pilgerfahrt ..."

TV Today 06/1998: Als Filmgedicht für Buddhismus-Hungrige vielleicht gelungen, als Spielfilm für Normalzuschauer nur schwere zu ertragen.

TV Spielfilm 06/1998: Faszinierende Bilder aus einer fremden, versunkenen Welt.

Cinema 03/1998: Prächtig, aber auch sehr lang.


SzenenfotoBemerkungen

Die Schauspieler in "Kundun" sind Tibeter, die in Indien, Kanada und den USA leben. Sie wurden entweder im Exil geboren oder haben die meiste Zeit ihres Lebens im Exil gewohnt. Für die Dauer von vier Monaten verließen sie ihre Arbeit, ihre Studien oder ihre Klöster. Sie empfanden es als Ehre, in einem Film über Seine Heiligkeit, den Dalai Lama, mitwirken zu dürfen. Eine Reihe von ihnen sind Mitglieder der weitreichenden Familie des Dalai Lama oder stehen in Kontakt mit seinem direkten Umfeld.

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