Gerhard Heeke über Der Regenmacher

Bei Romanen von John Grisham stellt sich heute nicht mehr die Frage, ob sie auf die große Leinwand kommen, sondern höchstens noch wann und von wem. Diesmal hat sich der mit seinem letzten Film "Jack" etwas glücklose Francis Ford Coppola des Bestsellerstoffes von Amerikas Krimiliebling angenommen.

Im Zentrum von "Der Regenmacher" steht auch diesmal wieder ein junger, aufrechter Anwalt. Rudy Baylor aka Matt Damon steht noch ganz am Anfang seiner Karriere. Er hat keine reichen Eltern, die ihm bei seinem Studium hätten unterstützen können. Auch hat er keine Kontakte zu den großen Anwaltsfirmen in Memphis. Noch sind seine Leistungen während der Ausbildung so gewesen, dass sich die großen Kanzleien um ihn gerissen haben. So steht er kurz vor dem Ende seiner Ausbildung ohne Anstellung auf der Straße. Für seinen Lebensunterhalt jobbt er in einer Bar. Einer seiner Gäste macht ihn mit dem zwielichtigen Anwalt Bruiser Stone (endlich mal wieder gut: Mickey Rourke) bekannt. Dieser bietet ihm eine Stellung auf Beteiligungsbasis an. Rudy nimmt an und zieht mit Stones Assistenten, Deck Shifflet (Danny DeVito) los um Klienten zu locken. Sie grasen die Krankenhäuser auf der Suche nach Unfallopfern ab, um diese als Mandanten für Schadenersatzprozesse zu gewinnen. So hatte sich Rudy sein Leben als Anwalt nicht unbedingt vorgestellt. Aber drei Fälle fesseln sein Interesse. Da ist die alte Miss Birdie, die sich ihrer Familie erwehren muß, die es nur auf ihre Erbschaft abgesehen hat. Die junge und sehr hübsche Kelly Riker hat dagegen andere Probleme. Ihr Mann prügelt sie regelmäßig Krankenhaus reif. Während des Verfahrens kommen die beiden sich zaghaft auch persönlich näher. Der komplizierteste Fall ist aber der eines jungen, sterbenskranken Mannes. Die Krankenversicherung weigert sich die Behandlungskosten für eine aufwendige Operation zu übernehmen. Dieses Mandat ist auch der Haupthandlungsstrang von "Der Regenmacher". Rudy Baylor kämpft im Alleingang gegen einen skrupellosen Konzern, der sich eine große Rechtsabteilung leisten sehr Coppola den kreativen Prozeß immer wieder unterstützt hat.

Mir persönlich haben auch die ruhigen Bilder und die stringente Erzählweise gefallen. Der Haupthandlungsstrang vermengt sich immer wieder mit den beiden Nebenhandlungen. Aber nie taucht unnötige Hektik auf. Der Zuschauer kann den Geschichten problemlos folgen und an ihrer Ausarbeitung teilhaben.

Auch wenn "Der Regenmacher" sicherlich kein Meisterwerk des US-Gerichtsfilms ist, so empfand ich den Kinobesuch doch als lohnend. Die gut 135 Minuten gingen wie im Fluge vorbei und ich habe mich gut unterhalten gefühlt.

Fazit: Grishams neuester, gut inszeniert von Coppola.

8 von 10 Regentänzen

Dirk Jasper FilmLexikon
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