Savannah, Georgia. Nach seiner rauschenden Weihnachtsparty erschießt der wohlhabende Antiquitätenhändler Jim Williams seinen Angestellten und Bettgenossen Billy Hanson. Beim folgenden Prozeß plädiert Williams' Verteidiger Sonny Seiler auf Notwehr.
Der New Yorker Journalist John Kelso, der eigentlich nur über die opulente Party berichten sollte, beobachtet jetzt das Gerichtsverfahren und lernt dabei die Gesellschaft von Savannah von einer völlig anderen Seite kennen.
Sie bietet Stoff für ein ganzes Buch: Lebemänner, emanzipierte Frauen, Transvestiten und Voodoo-Priesterinnen - ein schillernder Querschnitt der Gesellschaft bevölkert die exotische Kulisse der traditionsreichen Stadt im tiefen Süden der USA.
Und während Kelso immer weniger versteht, vollendet sich Jim Williams' Schicksal.
Filmkritiken
TV Movie 06/1998: Drehbuchautor John Lee Hancock hatte zunächst eine Bearbeitung des Romans abgelehnt, weil er eine Adaption für unmöglich hielt. Seine Bedenken erscheinen im nachhinein verständlich: Berendts anekdotenreiches Südstaaten-Porträt leidet in der Filmversion unter dem Zwang, den munteren Reigen exzentrischer Figuren stark verkürzt wiedergeben zu müssen - die Existenz einiger überflüssiger Nebenhandlungen erscheint daher um so unverständlicher. Zwar bietet Clint Eastwoods Film die gewohnte handwerkliche Perfektion und dichte Atmosphäre, aber leider auch sehr viel Langeweile.
film-dienst 05/1998: Ein nach dem gleichnamigen Bestseller von John Berendt entstandener Film, der zunächst mit viel Gespür für die Exzentrizitäten der Figuren und Atmosphären gestaltet ist, in der zweiten Hälfte aber in die Konventionalität eines nicht einmal richtig spannenden Gerichtsthrillers abrutscht.
TV Today 06/1998: Trotz schöner Details: ein zäher, unentschlossener Mix aus Gesellschaftsporträt und Gerichtsdrama.
TV Spielfilm 06/1998: Mitunter etwas langatmiges Erzählkino, toll gespielt.
Cinema 03/1998: Wir wünschen guten Schlaf.