"Dämon" so der
schlichte Titel des neuesten Films mit Denzel
Washington ("Schrei nach Freiheit", "Malcom X") kommt wie
der Nachfolger von "Seven" daher und reitet - zumindest am Rande -
auf der aktuellen Mysterywelle mit. Es sind zwar keine
Außerirdischen mit von der Partie, aber böse Geister
sollten für einen spannenden Film ja auch reichen.
Reese verhöhnt den Detektiv und spricht ihn in einer unverständlichen Sprache an. Außerdem gibt er dem Cop noch ein Rätsel auf. Noch bevor das Gas Reese vom diesseits ins Jenseits befördert, stimmt der Mörder einen alten Rolling Stones Song an. Das Lied "Time is on my side" wird den Polizisten (und den Zuschauer) von nun an verfolgen. Denn der Killer ist/war von dem bösen Geist Azazel besessen. Und dieser Geist ist wohl Stones-Fan; alle seine Opfer summen mit Vorliebe diesen Song. Dies bekommt der Polizist aber erst so nach und nach heraus. Denn zunächst hält ihn eine grausame Mordserie in Atem. Der Killer geht dabei genauso wie Reese vor. Schon bald besteht der Verdacht, dass einer aus der Polizei der Täter sein könnte. Hinzu kommt, dass die Lösung von Reeses Rätsel auf einen Polizisten hinweist, der vor mehr als dreißig Jahren unter Mordverdacht geraten war und sich im Laufe des Verfahrens selber in seinem Landhaus umbrachte. Hobbes Vorgesetzter Stanton (Donald Sutherland) ist von den ersten Ergebnissen wenig begeistert. Er legt John nahe, die Ermittlungen einzustellen. Dies ist auch der Rat von Milanos Tochter Gretta (Embeth Davidtz). Hobbes findet in dem verfallen Landhaus der Milanos einen Hinweis auf den bösen Geist Azazel. Dieser kann sich durch Körperkontakt von einen Menschen auf den nächsten bewegen. Wie bringt man denn nun so einen Geist zur Strecke? Der Film läßt sich zunächst wie ein Nachfolger von "Seven" an. Im Gegensatz zu "Seven" sackt die Spannungskurve leider schon sehr früh durch. Die Geschichte plätschert so dahin und entwickelt sich nicht straff genug weiter. Obwohl es einige starke Szenen gibt. So sind z.B. durch die Bank die Szenen, in denen sich der Geist von einem Opfer zum nächsten bewegt, sehr spannend und interessant gestaltet. Dies wird auch durch die Optik unterstützt. Die Bilder bekommen dann alle immer einen warm-braunen Stich, wenn der Zuschauer die Handlung mit den "Augen" des Geistes verfolgt. Ansonsten tue ich mich schwer mit der Geschichte. Der Geist und die Geschehnisse um ihn herum werden nicht "wirklich glaubhaft". Wieso Stanton die Ermittlungen blockieren will, ist mir auch nicht verständlich geworden. Die theoretisch in Geschichte liegende Spannung überträgt sich nicht richtig auf das Publikum. Erst zum, übrigens recht überraschend gestalteten, Ende kommt wieder Spannung auf. Aber dann fiebert man nicht mehr mit den Charakteren mit. Der Zeitpunkt, zu dem der Zuschauer bereit ist, mit den Helden (oder Bösen) zu halten und mitzugehen wurde verpaßt. So interessieren einen die Personen eher am Rande. Man will zwar wissen, was ihnen geschieht, aber wirklich wichtig ist einem dies nicht mehr. Denzel Washington und John Goodman, als dessen Partner, haben recht gut gefallen. Wobei ich John Goodman, trotz der kleineren Rolle, als den besseren der beiden empfunden habe. Mr. Denzel Washington hat dem Charakter des John Hobbes zuviel Distanz und innere Ruhe angedeihen lassen. Embeth Davitz ("Schindlers Liste") Rolle ist leider zu eindimensional und klein geraten, als dass die Schauspielerin Gelegenheit hat sich zu profilieren. Was bleibt, ist ein leidlich spannender "Grusel" Krimi mit wieder entdeckten Stones Hits. Fazit: Ein böser Geist macht noch keinen Megareißer. 6 von 10 Zauberlehrlingen
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"Dämon" so der
schlichte Titel des neuesten Films mit