Zwei Jahre mußte Harry Barber im Knast absitzen - für ein Verbrechen, das er nicht begangen hat. Wieder auf freiem Fuß, muß Harry nicht lange warten, da eröffnet sich die Gelegenheit, seine offenstehenden Rechnungen mit der Welt zu begleichen.
50.000 Dollar bietet ihm die verführerische Rhea Malrous, wenn Harry ihr hilft, ihre Stieftochter zu entführen. Eine Entführung, die keine ist: Die beiden Frauen machen gemeinsame Sache, um den reichen Felix Malroux zu schröpfen.
Eine kinderleichte Sache, denkt sich Harry, betört vom Reiz des Geldes und der schönen Frau, und wundert sich, als er schon bald darauf eine Leiche in seinem Kofferraum spazieren fährt.
Für Harry sind die Tage in Florida soeben entschieden heißer geworden - und die Schlinge um seinen Hals zieht sich immer weiter zu ...
Filmkritiken
Dirk Jasper FilmLexikon: Nach dem Erfolgsroman "Dumme sterben nicht aus" von James Hadley Chase inszenierte Oscar-Gewinner Volker Schlöndorff ("Blechtrommel") den ersten Krimi seiner Karriere als verzwickt-raffiniertes, aber auch ironisch augenzwinkerndes Puzzlespiel, in dem jeder jeden zu täuschen versucht und nichts ist, wie es zunächst scheint. Heraus kam ein erotischer Thriller mit überraschenden Handlungswendungen und eine liebevolle Hommage an den Film noir zugleich.
TV Today 07/1998: "Palmetto" ist tatsächlich "nur" eine böse kleine Moritat ohne jeden bildungsbürgerlichen Anstrich. Es gibt keine Moral, keine literarischen Querverweise, keine bedeutungsschwangeren Dialoge und nicht die kleinste Metapher. "Palmetto" ist ein Unterhaltungsfilm. Und zwar ein guter.
Cinema 04/1998: Ein tumber Journalist, eine schöne Frau, eine fingierte Entführung - was Film-noir-Stimmung erzeugen soll, gerät Volker Schlöndorff zum biederen Genre-Abklatsch.
film-dienst 07/1998: Krimi in der Tradition des "film noir", der trotz bekannter Hollywood-Schauspieler nicht zu fesseln vermag und weder der Frage nach der Verführbarkeit gerecht wird noch seine irritierende Zeitlosigkeit inhaltlich begründen kann.
Spiegel Kultur 04/1998: Woody Harrelson und Elisabeth Shue chargieren in diesem bizarr entgleisten Film noir, wie sie wollen.
TV-Movie 07/1998: Meisterhaft setzt der Film die Hitze Floridas als Stilmittel ein, um die ausweglose Situation des Pechvogel-Helden Harrelson fühlbar zu machen. Mit "Palmetto" beweist Schlöndorff, dass er auch das Genre des Krimis beherrscht.
TV-Today 07/1998: Wendungsreiches Verwirrspiel mit cineastischem Augenzwinkern.
Rhein-Zeitung: Schlöndorff konnte für seinen amüsanten Thriller über einen Ex-Reporter und unschuldig eingesessenen Ex-Häftling, der Opfer einer mörderischen Intrige wird, Stars wie Woody Harrelson und Elisabeth Shue gewinnen.
Der Spiegel 14/1998: Die Pappkameraden des britischen Vielschreibers James Hadley Chase, von dem die Story stammt, wären vielleicht durch ein Bravourstück attraktiver zu machen gewesen, gewiß nicht durch biederes Kino-Kunsthandwerk.