Er ist wieder da:
der Mann mit der Maske, der junge Leute jagt und ein Vergnügen
daran findet, sie nach allen Regeln der Metzgerkunst sadistisch
abzuschlachten. Für den Zuschauer dieses blutigen Gemetzels
gibt's wahrlich kein Entrinnen, das Spiel mit den Horroreffekten
ist so perfekt, dass man zuweilen vor Schrecken lieber wegschaut,
um dann doch wieder neugierig und fasziniert einen Blick zu wagen.
Und für Kritiker geht dieses Spiel auch bös' aus, denn
wirklich jeder kritische Einwand wird vom Regisseur Wes Craven
gleich vorweggenommen und in ,,Scream 2'' ironisch ad absurdum
geführt.
Da wird also in dieser Fortsetzung des Überraschungserfolges von 1997 die Frage diskutiert, welchen Sinn Fortsetzungen überhaupt haben. Schließlich, heißt es, werde die Qualität des Originals nur in wenigen Ausnahmen wie ,,Der Pate, Teil 2'' oder ,,Alien'' erreicht oder gar übertroffen. Auch ,,Scream 2'' richtet sich wohl eher unabsichtlich nach diesem Gesetz und kommt leider nicht an den Witz des ersten Teils heran, der von dem genialen Einfall lebte, dass die potentiellen Opfer wahre Horrorfilmexperten waren, die im Verlauf der Handlung vergeblich versuchten, die bekannten klischeehaften Fehler ausdrücklich nicht zu begehen. Dennoch macht es einfach Spaß zu sehen, wie Altmeister Craven fröhlich sich selbst zitiert, mit populären Elementen des Genres jongliert und bei den Effekten immer noch einen oben draufzusetzen weiß, und sogar in der Musik, die das Schlachtefest begleitet, gibt's ein nettes Wiederhören mit Motiven unter anderem aus der kultigen ,,Twin Peaks''-TV-Serie. Die eigentliche Geschichte spielt dagegen eine untergeordnete Rolle. Im Mittelpunkt stehen vier Überlebende des ersten Leinwandmassakers, allen voran die Studentin Sidney (Neve Campbell), die jetzt wieder zur Zielscheibe wird, sich aber erstaunlich gut zu wehren weiß. Und die Journalist Gale Weathers (Courteney Cox), die stellvertretend für die sensationsgierigen Medien irgendwie an allem Schuld hat. Sie hat nämlich ein Buch über das letzte Auftreten des mörderischen Maskenmanns geschrieben. Das ist nun verfilmt worden, und über diesen Film reden alle. Doch einer nimmt ihn leider viel zu wörtlich und mordet schon bei der Premiere: Natürlich zwei schwarze Zuschauer, denn schwarze Akteure, auch das weiß oder erfährt man spätestens hier, erwischt es in Hollywoodfilmen immer als erste. Und weil der brutale Mörder
offenbar ein Nachahmungstäter ist, wird in ,,Scream 2'' heftig
gestritten, ob Horrorfilme Zuschauer dazu animieren könnten,
selbst gewalttätig zu werden. Doch bevor es zu akademisch
wird, klingelt ein Telefon. Eine junge Frau nimmt ab. Der Killer
ist in der Leitung und kurz danach leibhaftig im Haus. Und sein
Opfer tut das, was alle Opfer in solchen Filmen tun, es rennt die
Treppe rauf, genau in die ,,Sackgasse'' hinein, und der Rest ist
bekannt...
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Er ist wieder da:
der Mann mit der Maske, der junge Leute jagt und ein Vergnügen
daran findet, sie nach allen Regeln der Metzgerkunst sadistisch
abzuschlachten. Für den Zuschauer dieses blutigen Gemetzels
gibt's wahrlich kein Entrinnen, das Spiel mit den Horroreffekten
ist so perfekt, dass man zuweilen vor Schrecken lieber wegschaut,
um dann doch wieder neugierig und fasziniert einen Blick zu wagen.
Und für Kritiker geht dieses Spiel auch bös' aus, denn
wirklich jeder kritische Einwand wird vom Regisseur Wes Craven
gleich vorweggenommen und in ,,Scream 2'' ironisch ad absurdum
geführt.