Filmkritiken
Dirk Jasper FilmLexikon: Tiefgründiger als "Pulp Fiction" und fieser als "Bad Lieutenant" ist "City Of Industry" mehr als eine schwarze, gnadenlose Gangster-Story aus Los Angeles. Harvey Keitel brilliert einmal mehr in seiner Rolle des älteren moralischen Gangsters Roy Egan, der in einer Welt voller Gier und Betrug nichts will als Rache und Gerechtigkeit. Stephen Dorff gibt eindrucksvoll cool den fiesen Gegenspieler, der in seinere Kaltblütigkeit und Brutalität den Ganoventypus einer neuen Generation symbolisiert.
TV Movie 11/1998: Schwere Jungs, die sich beim Streit um die Beute gegenseitig perforieren, und Harvey Keitel als einsamer Rächer - doch das allein reicht nicht, um Regisseur John Irvin mit Tarantino ("Reservoir Dogs") und Abel Ferrara ("Bad Lieutenant") zu vergleichen, wie es der Pressetext vollmundig tut. Außerdem wird es kein Film noir, wenn ein paar Szenen nachts gedreht werden. Ohne jede Ecken und Kanten inszeniert Irvin seine Bilder und verschenkt dann sogar die finale Spannung. Einzige Harvey Keitel zeigt einige Momente von echter Größe.
Der Spiegel 22/1998: Dem aus Schottland stammenden Regisseur John Irvin, 58, der schon vielerlei, doch wenig Spezifisches gemacht hat, ist mit "City Of Industry" ein dreckig realistischer Los-Angeles-Thriller gelungen: Wieder einmal ist Harvey Keitel das Zugpferd einer aufregenden Ballerballade, und wo er sich ins Zeug legt, ist es die Mühe wert.
film-dienst 10/1998: Gangsterfilm, der in seinen einzelnen formalen Bestandteilen professionell absolviert wird, dem aber jegliche persönliche Handschrift fehlt. Ein Produkt, das am Computer arrangiert zu worden scheint, seelenlos, mit dem "Charne" einer Steuerabschreibung.
TV Hören und Sehen 19/1998: Harte, unglaublich schnell gedrehte Gangster-Story, die sich nicht mit Nebensächlichen aufhält. Mit von der Partie: Famke Janssen und Timothy Hutton.
TV Today 11/1998: Ein depressives, brutales und dennoch anrührendes Stück Gossenkino. Geheimtip!
Cinema 05/1998: So ultrahart wie uninteressant.