Gerhard Heeke über Das Mercury Puzzle

Kaum ist "Der Schakal" aus den Kinos verschwunden, gibt es mit "Das Mercurypuzzel" schon den nächsten Actionfilm mit Bruce Willis in der Hauptrolle.

Auch diesmal ist Mr. Willis wieder auf der Seite der Guten. Er spielt den FBI Agenten Art Jeffries. Jeffries hat nach einem, von seinem Vorgesetzten vermasselten, Einsatz eben jenen tätlich angegriffen. Dafür muß er nun Innendienst schieben und wird nur noch auf kleine Fälle angesetzt. Einer jenen kleinen Fälle ist das Verschwinden des jungen Autisten Simon (Miko Hughes). Die Polizei findet seine Eltern ermordet auf. Offensichtlich hat der Vater zuerst die Mutter und dann sich selber umgebracht. Der Junge scheint verschwunden zu sein. Jeffries findet ihn total verschreckt in einem Wandschrank, wo er sich versteckt gehalten hat. Was Jeffries nicht weiß, ist die Tatsache, dass der Junge einen supergeheimen Regierungscode, der in einem Rätselheft zu Testzwecken untergebracht wurde, geknackt hat. Ein Alptraum für den NSA-Agenten Kudrow (Alec Baldwin). Kudrow ist es auch, der Simons Eltern hat umbringen lassen und nun Jagd auf den kleinen Jungen macht. Mit Jeffries Ehrgeiz hat er allerdings nicht gerechnet.

Die Ausgangssituation der Story ist leicht panne. Da hat eine supergeheime Regierungsorganisation einen supergeheimen Regierungscode für superviele Dollars entwickelt und muß nun feststellen, dass er von einem kleinen Jungen geknackt werden kann. Anstatt den Code nun einfach in den Mülleimer zu drücken, wo er hingehört, versucht man per Vogel Strauß Methode, diesen Umstand einfach zu ignorieren. Als ob es damit getan ist, den Jungen umzubringen und der Code ist wieder sicher! Hirnrissig. Aber was soll's, ohne diese Annahme gäbe es ja keinen Film. Und der restliche Film verspricht zumindest einigermaßen solide Unterhaltung und Spannung. Wie schon "Der Schakal" ist auch "Das Mercurypuzzle" kein wirkliches Highlight. Er plänkelt irgendwo zwischen den üblichen Actionfilmen der 90er Jahre. Aber Bruce Willis und ein fett gewordener Alec Baldwin versuchen trotzdem ihr bestes. Allerdings werden beide ganz locker von Miko Hughes an die Wand gespielt. Hughes spielt den autistischen Jungen absolut glaubhaft. Eine wirklich erstaunliche Leistung des Jungschauspielers.

Leider kommen die Freunde aufregender Stunts nicht auf ihre Kosten. Keine der Szenen prägt sich wirklich in das Gedächtnis.

Die Produzenten haben in einem Interview herausgestellt, dass sie die zaghafte Freundschaft zwischen Jeffries und Simon in den Vordergrund gestellt haben. Vielleicht ist das der Grund, warum die Thrill- und Actionelemente einfach zu kurz kommen. Bei einem Thriller mit Bruce Willis erwarte ich einfach etwas anderes.

Fazit: Netter Actionfilm mit Familienfaktor (leider trotzdem nichts für die ganze Familie)

6 von 10 Orakeln

Dirk Jasper FilmLexikon
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