Nachdem New York
den Asteroidenregen aus Armaggedon mit Müh und Not
überstanden hat, droht der Stadt, die niemals schläft,
neues Unheil. Godzilla, Urvater (oder Mutter?) aller japanischer
Gruselmonster, macht die Stadt unsicher. Neben seinen oder ihren
Ausmaßen, bewegt sich der Elefant im sprichwörtlichen
Porzellanladen wie eine zarte Nachtelfe. Aber fangen wir doch von
vorne an.
Der Biologe Nick Tatopoulos (Matthew Broderick) ist auf radioaktive Mutationen spezialisiert. Augenblicklich sind die Regenwürmer im Umfeld des Kernkraftwerkes Tschernobyl der Gegenstand seines wissenschaftlichen Interesses. Er ist gar nicht begeistert, als ihn plötzlich das Militär nach Tahiti verfrachtet. Das ändert sich schlagartig als er aufeinmal in hausgroßen Fußabdrücken steht und ein Schiff begutachtet, welches offensichtlich feinsäuberlich von einem großen Raubtier "gerissen" worden ist. Für Nick ist die Lage sehr schnell klar. Es muß sich um eine Echse handeln, die durch die französischen Kernwaffenexperimente mutiert ist. Aber mit dem Auftauchen von Godzilla in New York hat auch der junge Forscher nicht gerechnet. Ohne Vorwarnung entsteigt die furchterregende Echse den Fluten und stampft durch die menschenüberfüllten Straßen von New York. Dabei hinterläßt es eine Spur der Verwüstung. Obwohl das Militär sofort zur Stelle ist, hat es kaum eine Chance. Denn Godzilla ist nicht nur riesig sondern auch ausgesprochen clever. Es gelingt dem Ungeheuer sich in der Stadt zu verstecken! Aber das ist noch nicht die schlimmste Nachricht. Viel schlimmer ist, dass Godzilla sich Manhattan als Brutstätte ausgesucht hat. Und wenn der Nachwuchs aus den Eiern schlüpft, wird es bald hunderte kleiner Godzillas geben, die alle mindestens genauso aggressiv wie die Mama sind ... Neben Matthew Broderick ist Jean Reno als zwielichtiger französischer Geheimagent zu sehen. Maria Pittilo ist als erfolglose Journalistin die Frau an Nicks Seite. Der Kameraman Victor "Animal" Palotti, gespielt von Hank Azaria, komplettiert das Quartett. Obwohl die Schauspieler gut sind haben dennoch gegen zwei mächtige Gegner anzukämpfen. Das eine ist Godzilla. In den Actionszenen stiehlt das Monster jedem menschlichen Mitspieler die Show. Das andere ist leider das schwache Drehbuch. Die Charakter sind stark vereinzelt. Sie haben kaum etwas gemeinsam. Jeder handelt für sich, auf eigene Rechnung. Selbst die gemeinsam bestandenen Abenteuer schweißen sie nicht zusammen. So ist es schwierig mit dem Team zu fiebern. Es sind einfach ein paar Leute, die ein paar Stunden zusammen verbringen. Die "Charaktere" sind flach und austauschbar. Es gibt keinen Identifikationspunkt. Das empfinde ich als unbefriedigend. Dies ist aber (leider) nicht die einzige Schwäche des Drehbuches. Es braucht sehr lange bis sich die Spannung aufbaut. Während "Armaggedon" und "Lethal Weapon 4" die Zuschauer schon direkt zu Beginn gefangen nehmen und den Zuschauer nicht mehr loslassen, läßt sich Roland Emmerich reichlich Zeit sein Ungeheuer zu präsentieren. Aber auch innerhalb der Geschichte gibt es immer wieder Spannungseinbrüche, die durch die Action nur notdürftig kaschiert wird. Godzilla selber ist amerikanisiert worden. Es ist von seinem japanischen Vorbild mindestens genausoweit weg, wie eine Amöbe von einem Menschen. Gozilla ist groß, "schlank" und wendig. Das Ungeheuer wurde sehr aufwendig mittels Computeranimation hergestellt. Godzilla ist ein sehr glattes, künstliches Monster geworden. Es könnte aus den Genlabors von "Jurassic Park" stammen. Und obwohl die Tricktechnik (sichtbar) Fortschritte gemacht hat, kommt dies beim Zuschauer kaum an. Godzilla ist immer nur in der Dunkelheit und im Regen zu sehen. So wirkt es kaum besser oder beeindruckender als die Dinos aus dem ersten Teil von Jurassic Park. Und so zieht man während des Films immer wieder Vergleiche zu den beiden Dinofilmen von Spielberg. Von dem Charme des japanischen Vorbildes und der Leichtigkeit der ersten Spielberg Produktion ist bei Godzilla kaum etwas zu merken. Meiner Meinung nach nimmt sich der Film auch zu ernst. Sicher, es werden Späße gemacht, aber im Grunde bleibt der Film ernst. Gutgefallen hat mir dagegen die Arbeit der Kameraleute und der Beleuchter. Immer im dunkeln und im Regen zu filmen ist wirklich nicht einfach, zumal der Zuschauer ja immer im Bilde und nicht im Dunkeln gelassen werden soll. Was bleibt sind fast 140 Minuten Popcornkino. Der Film unterhält einem während dieser Zeit gut. Die zwei Stunden sind keine total verschleuderte Zeit. Es ist eine recht angenehmen Unterhaltung. Aber es ist kein Film der mich beeindruckt hat. Einen zweiten Besuch würde ich mir sparen. Schon direkt nach dem Film merkt man, wie dünn der Stoff war. Die Logik der Geschichte sollte man auch besser nicht hinterfragen. Obwohl es einem schon an vielen Stellen während der Vorstellung reizt. So kommt Godzilla für mich erst weit hinter "Lethal Weapon 4" und selbst hinter "Armaggedon". Fazit: Popcornkino von der schwächeren Sorte. Emmerich hätte ein besseres Drehbuch wählen sollen. 6 von 10 Mutanten
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Nachdem New York
den Asteroidenregen aus Armaggedon mit Müh und Not
überstanden hat, droht der Stadt, die niemals schläft,
neues Unheil. Godzilla, Urvater (oder Mutter?) aller japanischer
Gruselmonster, macht die Stadt unsicher. Neben seinen oder ihren
Ausmaßen, bewegt sich der Elefant im sprichwörtlichen
Porzellanladen wie eine zarte Nachtelfe. Aber fangen wir doch von
vorne an.