dass Schwulsein
manchmal ganz schön stressig sein kann, ist wohl bekannt. Aber
wer das Glück oder das Pech hat, in China als Mann andere
Männer zu leben, der hat es richtig schwer. Und wer dann noch
wie der 35jährige Regisseur Zhang Yuan darüber einen Film
dreht, der steckt schnell in des Teufels Küche. Auch wenn sein
"East Palace, West Palace" für westliche Zuschauer und
besonders im Vergleich zu westlichen "schwulen" Produktionen eher
recht harmlos und zuweilen sogar etwas arg didaktisch
daherkommt.
So mußte Zhang Yuan seinen Film, den er dank französischer und niederländischer Unterstützung für eine halbe Millionen Mark in China gedreht hatte, ins Ausland schmuggeln, um dort dann aus dem Rohmaterial die Endfassung zu erarbeiten. Und schließlich wurde ihm, als ,,East Palace, West Palace'' 1997 auf den Festspielen in Cannes gezeigt wurde, die Ausreise nach Frankreich verweigert. Und warum der ganze Streß? Nun, Homosexualität ist in China immer noch Tabu, und so spielt die Geschichte, die hier erzählt wird, vor dem Hintergrund einer repressiven Anti-Aids-Kampagne, bei der die Polizei vor einigen Jahren den Auftrag erhielt, auffällig gewordene Schwule zu verhaften, zu verhören und zu registrieren. Einer von ihnen ist der junge Dichter A-Lan (Si Han), der während einer brutalen nächtlichen Razzia in dem Park des alten Pekinger Kaiserpalastes von dem Polizisten Shi (Hu Jun) aufgegriffen und in ein nahes Revier verschleppt wird. Dort entwickelt sich zwischen den beiden eine ungewöhnlich intensive Auseinandersetzung, ein Zweikampf der Gefühle, der Erinnerungen und der unterdrückten oder offenen Begierde: Shi zwingt sein Opfer stundenlang in der Hocke zu sitzen, schlägt ihn und fesselt ihn, während A-Lan von seinen ersten sexuellen Erfahrungen erzählt, von Demütigungen und Bestrafungen und als bekennender Sadomasochist zuweilen das brutale Verhör sogar zu genießen scheint. Durch A-Lans Erzählungen,
die in Rückblenden gezeigt werden, wird Shi zunehmend
verunsichert, und am Schluß scheint auch er sich Dinge
einzugehen, die er zuvor noch nicht einmal zu träumen gewagt
hat. Dabei arbeitet Regisseur Zhang Yuan mit einem didaktischen
Trick: Er schlüpft gleichsam in die Rolle des verhafteten
Dichters, der für mehr Verständnis, Freiheit und Toleranz
appelliert, um das Publikum (sprich den Polizisten) zu
überzeugen. Doch genau das wollen die mächtigen
Männer in China durch ein Aufführungsverbot verhindern.
Vermutlich steckt auch bei ihnen die Angst ein Stück weit in
der Hose.
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dass Schwulsein
manchmal ganz schön stressig sein kann, ist wohl bekannt. Aber
wer das Glück oder das Pech hat, in China als Mann andere
Männer zu leben, der hat es richtig schwer. Und wer dann noch
wie der 35jährige Regisseur Zhang Yuan darüber einen Film
dreht, der steckt schnell in des Teufels Küche. Auch wenn sein
"East Palace, West Palace" für westliche Zuschauer und
besonders im Vergleich zu westlichen "schwulen" Produktionen eher
recht harmlos und zuweilen sogar etwas arg didaktisch
daherkommt.