Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft. Der wissenschaftliche Fortschritt hat es ermöglicht, die Gen-Kombination des Menschen bei der Zeugung im Labor zu steuern. Der Retorten-Mensch der Zukunft ist nahezu perfekt.
Vincent Freeman verdankt sein Leben und seine Gene noch der natürlichen Liebe, nicht dem Labor, wie schon sein jüngerer Bruder. Jemand wie Vincent ist in Zukunst ein "Invalide", ein "Untauglicher", mit null Chancen auf eine gesellschaftliche und berufliche Karriere.
Doch Vincent vertraut hoffnungslos altmodisch auf sich, seine Leidenschaften, Gefühle und Träume. Er möchte Raumfahrer werden bei dem gigantischen Gattaca-Konzern, der die Menschen bis ins Kleinste kontrolliert. Er will ins All, zu Titan, dem 14. Mond des Saturn. Für diesen Traum riskiert er alles. Er nimmt die Identität eines anderen an.
Vincent scheint fast am Ziel, da droht ein unvorhersehbarer Gewaltakt ihn zu vernichten. Er könnte nicht nur als Betrüger entlarvt, sondern als Unschuldiger für einen Mord verurteilt werden ...
Filmkritiken
Filmkritik von Gerhard Heeke
Dirk Jasper FilmLexikon: Der Zukunfts-Thriller "Gattaca" führt sein Publikum in eine überwältigende Zukunftsvision. "Designer-Menschen" - aus Reagenzgläsern geboren - beherrschen die Gesellschaft. Die Gen-Struktur bestimmt die Zukunft jedes einzelnen. In dieser Welt stehen einem Menschen mit den richtigen Genen alle Türen offen. Personen hingegen, die einen leichten genetischen Schaden aufweisen oder selbst nur die mögliche Anlage zu einem genetischen Defekt werden zu Gefangenen ihres biologischen Make-Up.
TV Movie 14/1998: Geklonte Schafe und genetischee Fingerabdruck sind bereits Realität. Und selbst der "perfekt Mansch" ist nicht mehr undenkbar. Kein Wunder also, dass das Kino sich des Themas Genforschung annimmt. Doch obwohl "Gattaca" zum Glück auf vordergründige Belehrungen und Sci-fi-Effekte verzichtet, fehlt der Story Biß. Alles in spartanisch, kühl, elegant - und oftmals (wie die unvermeidliche Liebelei zwischen Ethan Hawke und Uma Thurman) eher langweilig.
Der Spiegel 28/1998: Wenn sich Vincent zwanghaft wäscht, wirkt er jedoch eher wie ein behandlungsreifer Neurotiker als wie ein Leinwandheld mit einem großen Traum. Schon gut, dass sie ihn nachher in die Umlaufbahn schießen.
TV Hören und Sehen 24/1998: Die Zukunft als Himmel und Hölle. Thrill, der unter die Haut geht. Intelligenter Film zu einem explosiven Thema.
TV Today 14/1998: Der originellste Zukunftsfilm seit Jahren - spannend, geistreich, leidenschaftlich und voll visueller Finesse.
TV Spielfilm 14/1998: Ziemlich cool gestylter, gegen Ende aber arg konstruierter Genthriller.
film-dienst 14/1998: In verstörend schönen Bildern spannend erzählt, konzentriert sich der Film ganz auf die zutiefst menschliche Botschaft und die ausdrucksstarken Charaktere.
Cinema 07/1998: Wenn die Zukunft so aussieht, sollten wir die Uhren anhalten: Ethan Hawke träumt in einer perfekten Gesellschaft als Untermensch einen verbotenen Traum.