Das Ausbildungs-Camp
Um ihre Schauspielertruppe in eine glaubwürdige militärische Einheit zu verwandeln, heuerten die Filmemacher den früheren Marine Corps-Captain Dale Dye an, dessen Engagement für das Militär nicht mit dem Ende seiner aktiven Zeit aufgehört hat.
"Ich glaube, es gibt eine bestimmte Kernstimmung unter den Männern und Frauen, die für ihr Land kämpfen, und ich denke, um das ganz zu verstehen, müssen die Schauspieler, die sie spielen, die Härten durchleben, denen sich Militärangehörige in aller Welt stellen müssen", so Dye. "Also zeige ich - soweit ich dazu bemächtigt bin - den Schauspielern diesen Alltag: Ich nehme sie mit ins Freie, lasse sie Feldrationen essen, lasse sie im Schlamm , der Kälte und im Dreck herumkriechen ... Und wenn sie fertig sind, und ich meinen Job richtig gemacht habe, dann haben sie eine kleine Ahnung davon, was Menschen opfern, die ihrem Land beim Militär dienen."
Dye und die Mitarbeiter seiner Firma Warriors Inc. machten mit Tom Hanks, Tom Sizemore, Edward Burns, Jeremy Davies, Vin Diesel, Barry Pepper, Giovanni Ribisi und Adam Goldberg praktisch das Grundausbildungs-Programm durch, das in einem Boot-Camp des Militärs stattfindet. Von Anfang an erinnerte er sie an den Job, auf den es hinauslaufen sollte; er nannte sie bei den Namen ihrer Filmfiguren und drillte sie in den Grundzügen des Soldatendaseins. Insgesamt hatten sie zehn Tage Training, einschließlich Waffenkunde, Nahkampf, Einzelmanöver und Taktik sowie Militärausdrücke und Handsignale aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges.
"Am Ende waren wir so bewandert in Drills und Infantrie-Bewegungen, dass wir uns wirklich wie echte Soldaten fühlten", sagt Diesel. "Wir wußten auch, wie man eine Waffe handhabt. Ich konnte ein M-1-Gewehr auseinandernehmen und wieder zusammensetzen, und das mit einer Binde über den Augen, um die Dunkelheit zu simulieren. Das war ein cooles Erlebnis."
Die letzten fünf Tage dieser Grundausbildung - die im Freien verbracht wurde, in Zelten und mit Essensrationen - erwiesen sich als Test für ihre Einstellung als auch ihr Durchhaltevermögen. Die Schauspieler hatten Dye sogar im Verdacht, das Wetter zu kontrollieren, als am ersten Tag ein kalter Regen den Boden in eine einzige Schlammlache verwandelte.
Goldberg witzelt: "Man muß sich Stanislavski als Kommandant in der Grundausbildung vorstellen, dann weiß man, wie's war. Wir waren gezwungen, Method Acting zu betreiben, ob wir wollten oder nicht. Der einzige Weg, durchzuhalten, war für mich, einfach alles abzuschalten und zu diesem Soldaten zu werden. Aber am Ende hatte es für uns alle sein Gutes."
"Ursprünglich versuchten wir, uns im Kopf auf das Soldatensein einzustellen, aber die Erfahrung, so ein Training wirklich mitzumachen, war unbeschreiblich", bestätigt Ribisi. "Wir waren durch und durch naß, liefen fünf Meilen am Tag mit 40 Pfund Ausrüstung auf dem Rücken, und bekamen rund drei Stunden Schlaf ... allerdings schlief man nicht wirklich richtig, denn man fror und zitterte in einem Zelt. Nach Abschluß des Programms hatte ich das Gefühl, wirklich etwas geleistet zu haben.
"Ich wollte nicht mitmachen", gibt Sizemore zu. "So wie ich das sah, sollte ich einen Soldaten spielen, aber warum auch gleich einer sein? Aber etwas geschah mit uns da draußen. Wir lernten, da§ man beim Militär nichts alleine macht; es ist wirklich Teamarbeit. Wenn einer der Jungs Probleme hat - er kriegt seine Ausrüstung nicht an, er ist krank, was auch immer - bleibt man stehen und hilft ihm. Es hat uns einander näher gebracht, und als wir dann mit dem Drehen anfingen, war da eine Verbindung zwischen uns."
Tom Hanks fügt hinzu: "Wir spielten Soldaten, die müde waren und sich schlecht fühlten und nach Hause wollten, und ich glaube nicht, dass wir dem gerecht geworden wären ohne die Erfahrung, die wir dank Dale Dye gemacht haben. Ich denke, er hat versucht, uns den Gedanken zu vermitteln, dass wenn man glaubt, man kann nicht mehr weiter, man es doch kann. Man muß sich nur entscheiden, es zu tun, und das ist genau die Lage, in der sich viele der Männer wiederfanden, die an der Landung in der Normandie beteiligt waren."
Schlachtpläne
Die Rekonstruktion der riesigen D-Day Landung am Strand von Omaha war vielleicht die größte Herausforderung, vor der Steven Spielberg und sein Team standen.
Zunächst mußte ein geeigneter Drehort gefunden werden. Der Strand, an dem die Invasion stattfand, ist heute nicht nur ein geschütztes historisches Denkmal, sondern hat sich inzwischen auch zu sehr verändert. Wochenlang begleitete Produktionsdesigner Tom Sanders die Location Scouts zu einer Vielzahl von Stränden in Frankreich, England und Irland. In Irland schließlich fand man einen perfekten Strandabschnitt, der dem Original in der Normandie täuschend ähnlich war, angefangen von der Farbe des Sandes bis hin zum Blick auf die windumtosten Klippen an der Küste.
Dann verwandelten Sanders und sein Team die irische Küste in die deutsche Festung in der Normandie, mitsamt aller Abwehreinrichtungen. Am Strand errichteten sie eine niedrige Mauer aus Steinen und Sand mit Stacheldraht obendrauf. Auf den Klippen bauten sie Bunker-Festungen, von denen aus die Deutschen ihr tödliches MG-Feuer führten.
Eine der schwierigeren Aufgaben für Produzent Ian Bryce war es, einige der noch existierenden Landungseinrichtungen des Zweiten Weltkrieges, die sogenannten Higgins Boote, aufzutreiben. "Panzer und andere Fahrzeuge gab es reichlich, aber wir mußten auf der ganzen Welt nach Landungsbooten suchen. Einige entdeckte man in England, zwei in Schottland, aber interessanterweise fanden wir die meisten im kalifornischen Palm Springs", erinnert sich Bryce. Die Landungsboote wurden dann nach England verschifft und für die Invasionsszenen entsprechend hergerichtet.
Bei einer Invasion bedarf es einer entsprechend großen Anzahl an bewaffneten Einheiten, und wenn man die braucht, wendet man sich am besten ans Militär. Für die D-Day-Szene stellte uns die irische Armee 750 Statisten zur Verfügung, von denen viele schon Filmveteranen sind, haben sie doch bereits an Mel Gibsons 'Braveheart' mitgearbeitet."
Die Verpflegung und Einkleidung so vieler Statisten wäre ein logistischer Alptraum, gäbe es da nicht ein System, das sich "die Würstchenmaschine" nennt, und das ursprünglich von Mitproduzent Kevin De La Noy während seiner Mitarbeit an "Braveheart" perfektioniert wurde. Die Statisten wurden in fünfzehn Gruppen zu je 50 aufgeteilt, die dann in wechselnder Reihenfolge Essen bekamen, eingekleidet und geschminkt wurden. Am Ende eines Tages durchlief jede Gruppe das System in umgekehrter Reihenfolge. Es funktionierte wie die sprichwörtliche gut geölte Maschine.
Von den Uniformen aus dem Zweiten Weltkrieg existieren heute eigentlich überhaupt keine mehr, daher mußte Kostümdesignerin Joanna Johnston über 3.000 authentische Uniformen der damaligen Zeit völlig neu fertigen lassen, für die Hauptdarsteller sowie für die Statisten. Johnston machte auch die Firma ausfindig, die die Stiefel der US-Truppen seinerzeit hergestellt hatte, und ließ 2.000 Paare nach demselben Muster anfertigen. Danach mußten alle Uniformen und Stiefel einen Alterungsproze§ durchlaufen, damit sie ausreichend getragen aussahen.
Obwohl ihr der militärische Stil des Films keine allzu große kreative Freiheit ließ, fand Johnston Wege, die besonderen Charaktere der einzelnen Hauptfiguren in ihren Uniformen widerzuspiegeln. So drückt sich beispielsweise Captain Millers Selbstschutz in seiner massiven Uniformweste aus und darin, dass er seinen Helm tief bis über die Augen zieht. Reibens Uniform ist die unordentlichste, denn er bricht gerne die Regeln und schwimmt gegen den Strom, während Jacksons Uniform einen Soldaten zeigt, der immer fertig bewaffnet und kampfbereit ist. Und Upham, der ja noch in keinem Kampf gewesen ist, sieht zu Beginn sehr ordentlich aus, und bekommt erst allmählich ein kampferprobtes Aussehen.
Das Anziehen der Uniformen hatte einen starken Effekt auf die Hauptdarsteller, die gerade frisch von ihrer "Grundausbildung" am Set ankamen. Diesel erinnert sich: "All unsere Vorarbeit konnte uns nicht auf das Gefühl vorbereiten, das man hat, wenn man die Uniform anzieht. An diesem Strand zu stehen mit den Higgins-Booten im Wasser - es war atemberaubend. Erst in diesem Moment konnte ich wirklich nachvollziehen, was die Soldaten im Zweiten Weltkrieg am Strand von Omaha gefühlt haben müssen."
In jedem Kriegsfilm sind Waffen ein wichtiger Bestandteil der Uniform eines Soldaten. Simon Atherton, zuständig für die Waffenausstattung, brauchte drei Monate, um die 2.000 für die Produktion benötigten Waffen zu beschaffen oder herzustellen. Atherton und sein Team waren auch zuständig für die tägliche Inspektion jeder Waffe nach Sand und Schmutz, was zu Behinderungen im Lauf führen und die Waffen unsicher machen kann.
Sicherheit stand für Steven Spielberg und sein gesamtes Produktionsteam an vorderster Stelle. Unter diesem Gesichtspunkt arbeitet Special Effects Supervisor Neil Corbould eng mit dem Regisseur und dem Stunt-Coordinator Simon Crane zusammen, um die genaue Plazierung der Schauspieler und Stuntleute im Hinblick auf die geplanten Explosionen festzulegen. Sie verbrachten Wochen damit, Sprengkörper zu testen und mit den Leuten zu üben, um die Sicherheit aller sicherzustellen. "Steven ist sehr sicherheitsbewußt", merkt Corbould an. "Er forderte Simon und mich auf, ihm zu sagen, wenn wir etwas für unsicher hielten, und änderte anstandslos die Einstellung oder machte was immer notwendig war, um die Sicherheit zu gewährleisten."
Kampfbilder
Dem angestrebten Realismus des Filmes entsprechend, entschloss sich Steven Spielberg zu einem fast schon dokumentarischen Stil. Er legte keine Storyboards wie sonst vor Drehbeginn an, und benutzte die meiste Zeit Handkameras. "Auf diese Art konnte ich die Sets ganz so wie ein Nachrichten-Kameramann betreten, der den Soldaten in den Krieg folgt", erklärt er.
Um einen Ton und eine Bild-Qualität zu erreichen, die nicht nur der Geschichte gerecht wurden, sondern auch die Zeit widerspiegelten, in der sie spielt, arbeitete Steven Spielberg zum wiederholten Mal mit Kameramann Janusz Kaminski. "Von Beginn an wußten wir beide, dass wir den Film nicht wie einen aufwendigen Technicolor-Film über den Zweiten Weltkrieg aussehen lassen wollten, sondern mehr wie einen farbigen Wochenschau-Film der 40er. "Ohne schützende Film-Schicht wirkt da das Licht anders, es wird diffuser und etwas weicher, ohne unscharf zu werden", erklärt er. Kaminski setzte das Filmnegativ schließlich noch einem zusätzlichen Prozeß aus, der ihm mehr Farbe entzog.
Eine andere Kameratechnik, die sie anwandten, waren 90-Grad Blenden oder sogar 45-Grad Blenden für viele der Kampfsequenzen, im Gegensatz zu den heute gebräuchlichen 180-Grad Blenden. Kaminski dazu: "Auf diese Weise erzeugten wir ein gewisses Stakkato in den Bewegungen der Schauspieler und einem hohen Realismus bei den Explosionen."
In seinem Wunsch, die Landung am Strand von Omaha so darzustellen, wie sie wirklich geschah, war Steven Spielberg unnachgiebig. "Der Strand von Omaha war eine Schlachtbank", erklärt der Regisseur. "Es herrschte eine total konfuse Situation, angefangen bei den Erkundungstrupps, über die Truppen zur Feinderkennung, bis zum flächendeckenden Bombardement, das die meisten seiner Hauptziele verfehlte. Davon ausgehend, wollte ich es nicht verherrlichen, also versuchte ich so brutal ehrlich zu sein wie mšglich."
Nach all der Planung, den Vorbereitungen und Proben zahlte sich das Bestreben nach größter Authentizität bis ins kleinste Detail aus und fügte sich zu einem Ganzen zusammen. Als Steven Spielberg 'action' rief, fühlten sich die Schauspieler von einem Filmset zurückversetzt in ein Ereignis vor einem halben Jahrhundert.
"Der Adrenalinstoß war mit nichts zu vergleichen, was ich bisher bei einem anderen Film verspürt habe, denn sobald man da hinausging, brach das Chaos aus", erinnert sich Tom Hanks. "Um einen herum fielen Menschen und Explosionen gingen hoch, und es war nicht schwer, sich vorzustellen, dass dieses Durcheinander real war und dieses Blutbad von Kugeln und Granaten angerichtet wurde. In einigen Szenen sieht man den Terror in unseren Augen, und der war da, denn wir hatten wirklich Angst ... und dabei wußten wir, dass alles nur gestellt war."
Und Edward Burns fügt hinzu: "Ich bin froh, da§ wir die D-Day-Invasion am Anfang des Drehs filmten, denn sie veränderte die Art, wie wir jede andere nachfolgende Szene angingen. Niemand war darauf vorbereitet, wie schrecklich es tatsächlich sein würde, und man bekam wirklich einen Eindruck von dem, was diese Jungs durchmachten."
"Da draußen auf der irischen See in diesen Booten, das gab mir ein Gefühl dafür, wie es für diese Münner gewesen sein muüte", erinnert sich Barry Pepper. "Meine Gedanken begannen abzuschweifen und ich fing an darüber nachzudenken, wieviel Angst sie gehabt haben müssen. Sie waren so müde und völlig durchnäßt, und dann stiegen sie aus den Booten und sahen ihre Freunde um sich herum sterben, und alles was sie tun konnten war, diesen Strand hochzukrabbeln."
"Das Wunder des D-Day war, dass in dem Chaos der Invasion, mit den Generälen weit weg und den meisten Plänen nicht mehr in Kraft, kleine Gruppen von Soldaten und mittleren Offizieren die Initiative ergriffen, und mit einem immensen persönlichen Risiko das taten, was getan werden mußte", sagt Drehbuchautor Robert Rodat.
Der anerkannte Historiker und Autor Stephen E. Ambrose, der das von vielen als eines der definitiven Bücher über den D-Day bezeichnetes Werk "D-Day: June 6, 1944: The Climatic Battle of World War II" geschrieben hat, arbeitete als historischer Berater bei "Der Soldat James Ryan". Er bemerkt: "Der Film fängt das, was dort geschah, genau ein. Es ist ohne Zweifel die genaueste und realistischste Darstellung von Krieg auf der Leinwand, die ich je gesehen habe, nicht nur im Bezug auf die Action, sondern auch in Bezug auf die Akteure, wie sie aussehen, handeln, reden, laufen, sich streiten - eben genau so wie die GIs es 1944 taten."
Nach dem Dreh in Irland zog die Produktion für den Rest der Hauptdreharbeiten nach England um. Die ausgediente British Aerospace-Einrichtung in Hatfield, Hertfordshire, rund 45 Minuten nšrdlich von London, diente der Produktion als Ausgangsbasis. Die Gebäude auf dem Gelände beherbergten Büros und Workshops, und aus den Grasfeldern wurden weitere Schauplätze. Dort bauten Tom Sanders und sein Team eine 1:1-Rekonstruktion eines zerbombten französischen Dorfes, mitsamt einer Brücke über einen Fluß, wo die Geschichte für Miller und seine Männer ihren Höhepunkt erreicht.
Sie fingen sprichwörtlich bei Null an, und begannen mit dem Ausheben eines richtigen Flusses, um den herum dann eine vom Krieg zerrissene französische Stadt entstand. Als Erstes hatte Sanders dreidimensionale Modelle von Städten erstellt, die er während des Location Scoutings besucht hatte. Dann wurden die Bombenschäden im Mauerwerk simuliert, bis sich ein realistisches Aussehen ergab. Durch den Einsatz von Modellen anstelle von zweidimensionalen Zeichnungen konnte Sanders kleine Winkel und Gassen vorsehen, die dann auf dem Set nachgebaut wurden, so dass Steven Spielberg aus verschiedenen Blickwinkeln filmen konnte. Dank sorgfältiger Ausstattung und Planung konnte das eine Set für zwei wichtige Kampfsequenzen in zwei verschiedenen Dörfern benutzt werden.
Dale Dyes militärisches Wissen erwies sich für die Filmemacher auch als unbezahlbar bei der Planung und dem Filmen der abschließenden Kampfszene. Er war maßgeblich am Entwurf eines realistischen Kampfplanes beteiligt, in den Steven Spielberg seine eigenen Vorstellungen einbrachte, um seine filmische Vision zu verwirklichen.
Andere Drehorte in England waren ein Weizenfeld in Marlborough, das zur Iowa Farm der Familie Ryan wurde, und Thames Park in Oxfordshire, wo mehrere Szenen gedreht wurden, darunter ein heftiges Gefecht zwischen Millers Einheit und einer deutschen Maschinengewehrstellung.
Hinter den Linien
Als das Team wieder daheim in Los Angeles war, wurde die Post Production beendet, wobei Steven Spielberg eng mit seinem langjährigen Cutter Michael Kahn zusammenarbeitete.
Ein wichtiges Element des Filmes jedoch wurde an der gegenüberliegenden Küste in der Boston Symphony Hall erstellt. Dort dirigierte John Williams das bekannte Boston Symphony Orchestra und den Tanglewood Festival Chorus bei den Aufnahmen zu seiner Filmmusik für "Der Soldat James Ryan".
Williams und Steven Spielberg entschieden gemeinsam, welche Szenen Musik haben sollten. Um die Reise Millers und seiner Einheit zu begleiten, entschlossen sie sich für eine Musik in langen Sequenzen, gefolgt von Szenen ganz ohne Musik. Für den Abspann wählten sie "Hymn to the Fallen" aus, eine verstörende Kadenz militärischer Schlagzeuge.
Steven Spielberg gibt zu, beim ersten Hören der Musik so bewegt gewesen zu sein, dass er sich das Publikum im Saal vorstellen konnte ... wie es einfach nur der Musik in einem dunklen Kino zuhörte.
"Ich glaube, es ist sehr wichtig, den Zuschauern zu vermitteln, dass einfache Menschen - Sterbliche aus Fleisch und Blut - diesen Einsatz durchführen mußsten", bemerkt Tom Hanks. "Auf diese Art und Weise, so denke ich, geben wir dem Publikum auch keine Unterrichtsstunde in Geschichte, sondern eine in Humanität."
Und Autor Stephen Ambrose sagt: "Die Suche nach dem Soldaten Ryan ist Fiktion, aber die Art von Fiktion, die die Wahrheit eher erhellt als sie in den Hintergrund drängt. Alles an dieser Geschichte ist genau bis ins kleinste Detail: Kleidung, Waffen, Sprache, Beziehungen zwischen den Männern, zwischen Offizieren und Eingezogenen. Der Film fängt diese Nuancen exakt ein. Dies sind die Männer, die ich über 30 Jahre lang interviewt habe, die Männer, über die ich in 'D-Day' und 'Citizen Soldiers' geschrieben habe."
"Einen Kriegsfilm zu machen hat für mich nichts Glamouröses", sagt Steven Spielberg nachdenklich. "Mein Vater brachte Geschichten aus dem Krieg mit nach Hause, und er erklärte uns immer, wie unglamourös Krieg ist. Was ich mit diesem Film versucht habe ist, dem Aussehen und den Geräuschen und sogar dem Geruch nahezukommen, den der Kampf wirklich hat."