Gerhard Heeke über Lethal Weapon 4

"Lethal Weapon", der Name ist Synonym für gute Action-Kinounterhaltung. Auch der nunmehr vierte Teil setzt sich erfolgreich auf die Fährte der anderen Teile.

Und wieder sind die Sergeants Roger Murtaugh (Danny Glover) und Martin Riggs (Mel Gibson) auf Streife durch Los Angeles. Es kommt wie es kommen mußte und die beiden laufen einem Verrückten über dem Weg, der gerade mittels Flammenwerfer und Maschinenpistole einem Stadtviertel eine Renovierung verpaßt. Nachdem die beiden dem Treiben des Irren Einhalt geboten haben, gibt es in der Stadt etliche Streifenwagen, einen Tankwagen, eine Tankstelle ... und einen Irren weniger. Ein wahrhaft furioser Auftakt für den vierten Teil, der überaus erfolgreichen Actionserie. Die eigentliche Geschichte von "Lethal Weapon 4 - Zwei Profis räumen auf" konzentriert sich aber auf den Menschenschmuggel zwischen China und den USA. Mehr zufällig enttarnen Murtaugh und Riggs eine Schlepperbande, die offensichtlich noch mehr auf dem Kerbholz als nur reinen Menschenhandel haben muß, denn die ersten Toten lassen nicht lange auf sich warten ...

Auf der familiären Seite ist dagegen alles im Lot. Riggs Freundin, die Polizistin Lorna Cole (Rene Russo), erwartet ein Kind von ihm. Murtaugh hat dagegen etwas dran zu knacken, dass er Großvater wird, aber seine Tochter den Vater noch nicht verraten möchte. In einer Nebenrolle ist auch wieder Leo Getz aka Joe Pesci zu sehen. Im Gegensatz zum dritten Teil, wo er den Film fast dominiert hat, ist er im vierten nur hin und wieder als Privatdetektiv zu sehen, der sich Riggs und Murtaugh als Vorbilder ausgeguckt hat. Überhaupt konzentriert sich der aktuelle Film wieder auf die beiden Hauptpersonen. Die Familie und "Freunde" (Getz) treten in den Hintergrund. Damit nähert man sich wieder den Wurzeln des Erfolges. Denn nicht nur die Chemie zwischen Riggs und Murtaugh, auch - und gerade - die Chemie zwischen Danny Glover und Mel Gibson stimmt einfach. So unglaubwürdig ihre Abenteuer auch sein mögen, die Charaktere wirken dagegen echt. Und endlich sind auch mal wieder starke Frauen im Film zu sehen. Wenn es einen Preis für die beste Schwangere in einem Actionfilm gäbe, Rene Russo hätte sich den Preis redlich verdient. Ansonsten gilt zwar, dass auch die anderen Schauspieler gut sind, da sich der Film aber auf die beiden Hauptpersonen konzentriert, kommen sie kaum zum Zuge. Eine Ausnahme ist da noch der Oberbösewicht Jet Li. Für Jet Li, im asiatischen Raum ein Star, ist es der erste Auftritt auf einer amerikanischen Leinwand gewesen und sicherlich nicht sein letzter.

Die Geschichte ist eher einfach gestrickt, was in einem während des Films aber kaum auffällt. Auch das vieles bekannt ist, stört einen nicht, denn die Action ist allgegenwärtig und läßt einem nicht mehr aus ihrem Bann. Immer gibt es was tolles zu sehen, zu hören oder auch zu lachen. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Im Gegensatz zum dritten Teil, legt "Lethal Weapon 4" aber ganz eindeutig die Betonung auf Actionfilm. So hat der Regisseur Richard Donner auch diesmal die Actionszenen alle sorgfältig choreographiert (Martial Arts meets Streetfighter) und manchesmal im wahrsten Sinne des Wortes bombastische Effekte verwendet.

Im Kinosommer 1998 ist Lethal Weapon sicherlich ein muß. Auch wer, die ersten Teile nicht gesehen hat, wird auf seine/ihre Kosten kommen.

Fazit: "Lethal Weapon 4 - Zwei Profis räumen auf" ist ein würdiger vierter Teil einer tollen Actionserie.

8 von 10 Waffenscheinen

Dirk Jasper FilmLexikon
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