Ausführlicher Inhalt zu Lethal Weapon 4

Szenenbild Und wieder wird Los Angeles zum Brennpunkt - im wortwörtlichen Sinne: Ein Psychopath in kugelsicherer Rüstung stellt sich mit einem Flammenwerfer mitten auf die Hauptstraße, dreht in seinem Ghettoblaster Van Halens "Fire in the Hole" auf volle Lautstärke und feuert mit seiner Maschinenpistole auf alles, was sich bewegt. So geraten auch Martin Riggs (MEL GIBSON) und Roger Murtaugh (DANNY GLOVER) in sein Schußfeld. Murtaugh versucht, Riggs' übliche Hauruck-Aktion im Keim zu ersticken, indem er ihm mitten im Kugelhagel eröffnet, dass Riggs' Freundin Lorna Cole (RENE RUSSO) schwanger ist. Riggs kann dagegenhalten: er hat unter dem Siegel der Verschwiegenheit erfahren, dass Murtaughs Tochter ebenfalls Nachwuchs erwartet - und auch sie ist nicht verheiratet! Riggs will den Amokläufer ablenken und schlägt vor, dass Murtaugh sich bis auf die Unterhosen auszieht und wie ein aufgescheuchter Vogel aus der Deckung hüpft. Widerstrebend macht Murtaugh mit, und tatsächlich gelingt es Riggs, den Irren außer Gefecht zu setzen: der fliegt als lebende Fackel zusammen mit einem Tanklastzug in die Luft.

Fast neun Monate später. Riggs, Murtaugh und ihr alter Quälgeist Leo Getz (JOE PESCI) dümpeln bei einer nächtlichen Angelpartie auf Murtaughs Boot vor der Küste und überlegen, was sie mit dem noch lebenden Hai machen sollen, den Leo an Bord gehievt hat. Da werden sie von einem Frachter gerammt. Die Cops nehmen die Verfolgung auf und werden von der Besatzung beschossen. Riggs gelangt an Bord, unterliegt aber im Zweikampf mit einem Martial-Arts-geschulten Asiaten. Der Frachter läuft am Strand auf Grund, mehrere Besatzungsmitglieder fliehen, drei bleiben erschossen zurück. Im Frachtraum entdeckt Riggs Hunderte von illegalen Einwanderern aus China.

Offensichtlich ist der chinesische Geschäftsmann Benny Chan einer der Drahtzieher des Menschenschmuggels. Mit falschen Papieren verwandelt er die ins Land geschleusten Chinesen in legale Bürger, die ihre "Vermittlungsgebühr" von 35.000 Dollar als Lohnsklaven abarbeiten müssen.

Murtaugh ist von dem harten Schicksal der illegalen Einwanderer stark bewegt. Er will nicht begreifen, wie die scharfen Einwanderungsbestimmungen mit dem amerikanischen Ideal von Freiheit zu vereinbaren sind. Als er im Rettungsboot des Frachters die vielköpfige Familie Hong entdeckt, die den Behörden entgangen ist, nimmt er sie heimlich mit zu sich nach Hause.

Auch Riggs kehrt in sein Haus zu der jetzt hochschwangeren Lorna zurück. "Wie war's?" fragt sie. "Och, Schießereien, Haie, Explosionen - das Übliche!" ist seine Antwort. Weil ihm Murtaugh ins Gewissen geredet hat, ringt Riggs sich endlich durch und sucht das Gespräch mit Lorna: "Sag mal, wir haben noch nie übers Heiraten gesprochen!" Lorna ist überrascht: "Wieso? Ich dachte, du wolltest nicht! Willst du etwa?" - "Äh, nein, das nicht." - "Eben!"

Lorna verrät ihm, dass der heimliche Freund von Murtaughs Tochter Rianne (TRACI WOLFE) und damit der Kindsvater jener hyperaktive junge Detective Lee Butters (CHRIS ROCK) ist, der Murtaugh fast so sehr auf den Geist geht wie Leo Getz. Die Frauen seiner Familie halten dicht, weil Murtaugh von unehelichen Kindern ebenso wenig hält wie von einem Cop als Schwiegersohn.

Auch neun Monate nach seinem Tiefflug in Unterhosen wird Murtaugh immer noch von den Kollegen im Revier ausgelacht, was ihn ungemein wurmt. Eigentlicher Initiator der Hänseleien ist natürlich Riggs, auch wenn er Murtaugh demonstrativ in Schutz nimmt. Sehr unerwartet kommt allerdings die Beförderung der beiden, die ihr Vorgesetzter Capt. Murphy (STEVEN KAHAN) ihnen eröffnet: Da Lieutenant-Stellen nicht verfügbar sind, werden Riggs und Murtaugh von Sergeants sofort zu Captains befördert! Während Riggs wie schon in Teil 3 mit der Polizeipsychologin Dr. Stephanie Woods (MARY ELLEN TRAINOR) aneinandergerät, ergibt sich für den nichtsahnenden Murtaugh durch Butters ein neues Problem: Butters versichert ihm dauernd seine Hochachtung und erscheint derart aufdringlich, dass Murtaugh annehmen muß, er sei schwul und habe es auf ihn abgesehen.

Durch den Tip eines Kollegen stoßen Riggs und Murtaugh bei ihren Recherchen auf Benny Chan und mischen dessen Büro kräftig auf. Dabei lernen sie auch den eiskalten chinesischen Prinzen Wah Sing Ku (JET LI) kennen, der sich von Riggs jedoch nicht provozieren läßt. In der Nähe von Chans Restaurant erkennt Riggs den Kapitän des Frachters wieder und verfolgt ihn in einer wilden Jagd. Der Kapitän entkommt erneut, wird aber gleich darauf von Wah erdrosselt. Die Mafia um Chan und Wah kennt kein Pardon: auch der korrupte US-Einwanderungsbeamte, der die gefälschten Pässe für die Illegalen beschafft hat, wird als unliebsamer Mitwisser brutal ermordet.

Beim Box-Sparring wird Riggs von der Midlife-Krise eingeholt: Zweimal hat er bei der Verfolgung der chinesischen Schlepper versagt, und jetzt wird ihm schon ein Trainingskampf zuviel. Endlich ist es auch an ihm zu sagen: "Ich bin zu alt für diesen Scheiß!" Den verständnisvollen Murtaugh fragt er: "Was soll ich bloß machen?" - "Gewöhn dich dran - ich tu' es auch!"

Der quirlige Leo geht den beiden derart auf die Nerven, dass sie den Möchtegern-Privatdetektiv auf Benny Chan ansetzen - in der Hoffnung, dass der Lunte riecht und Leo ausschaltet.

Als die beiden Profis in Murtaughs Haus eintreffen, befinden sich Lorna und Familie Murtaugh in der Hand des kaltblütigen Wah. Es kommt zu einer wilden Prügelei, und plötzlich halten sich die drei in schönster John-Woo-Manier ihre Kanonen gegenseitig unter die Nase. Doch die Profis finden in Wah ihren Meister. Mit einem Handgriff nimmt Wah Riggs' Waffe auseinander, und seinen Handkanten und Fußtritten sind die beiden hoffnungslos unterlegen. Den gefesselten Detectives mitsamt ihren Familien zündet Wah buchstäblich das Dach über dem Kopf an.

Der kleine Junior der Hong-Familie bringt in letzter Minute die Rettung. Riggs holt sich Hilfe bei seinen Helikopter-Kollegen, die tatsächlich aufgrund von Riggs' Beschreibung die Wagen der flüchtenden Gangster auf dem Freeway orten. Riggs und Murtaugh holen die Wagen der Gangster ein, und ein haarsträubender Zweikampf entbrennt in einem halben Wochenendhaus, das auf einem Transporter über den Freeway rast. Die meisten Gangster überleben die Verfolgung nicht, aber Wah ist nicht unter den Toten.

Hinter Wahs großangelegter Aktion steckt der Plan, seinen Bruder und drei weitere Familienmitglieder aus dem chinesischen Gefängnis zu befreien. Tatsächlich haben bestochene chinesische Militärs veranlaßt, dass die vier Häftlinge in die USA geschleust werden. Jetzt braucht Wah nur noch die Geldsumme, um die vier freizukaufen. Die Lösung: Er und Chan drucken das Geld selbst - chinesische Banknoten, denn nur solche sind für die Militärs interessant.

Die Familie Hong ist durch Murtaughs Hilfeleistung von ihren Schleppern getrennt worden. Jetzt endlich findet Vater Hong seinen Onkel: Es ist jener geniale Graveur in Wahs Diensten, der für die Druckplatten des Falschgeldes zuständig ist. Um ihn gefügig zu machen, tötet Wah Vater Hong vor den Augen seines Onkels.

Leo hat Benny Chan in einer Zahnarztpraxis aufgespürt und benachrichtigt die beiden Profis. Die wenden bei Chan Lachgas als eine Art Wahrheitsdroge an und bekommen tatsächlich Bruchstücke der Story aus dem kichernden Chan heraus. Inzwischen halten sich auch die "Folterer" Riggs, Murtaugh und Butters selbst die Bäuche vor Lachen, und Riggs verrät Murtaugh endlich, dass Butters der Vater seines Enkels ist.

Gerade als Wah seine Verwandten mit dem Falschgeld auslösen will, fahren ihm die Profis in die Parade. Als die Militärs merken, dass Wah ihnen Blüten andrehen will, sprechen die Waffen. Nur Wah überlebt.

Die Profis wagen zunächst nicht, noch einmal ihre Knochen zu riskieren und Wah zu nahe zu kommen. Und doch... "Wie hat er es nur geschafft, meine Kanone so schnell auseinanderzunehmen?" fragt Riggs. Murtaugh fügt sich in das Unvermeidliche und sagt: "Na, fragen wir ihn doch mal!" Der Showdown beginnt. Zwei Profis räumen auf.

Dirk Jasper FilmLexikon
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