Ticket

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken •

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Ticket
Titel Südkorea: Ticket
Genre: Drama
Farbe, Südkorea, 1986

TV Deutschland: 1998-06-19 (3sat)
Laufzeit TV: 102 Minuten



Szenenfoto Min Ji-Suk betreibt ein Kaffeehaus in Sokcho, einer Hafenstadt an der koreanischen Ostküste. Das Etablissement ist jedoch kein gewöhnliches Café. Als besonderen Service bietet es seinen Kunden, zumeist Matrosen der Fischereiflotte, deren Schiffe im Hafen vor Anker liegen, die Möglichkeit, "Tickets" zu kaufen.

Hinter diesen Tickets verbirgt sich nichts anderes als Prostitution. Die vier jungen Kellnerinnen, die für Min Ji-Suk arbeiten, servieren den Seeleuten nicht nur heiße und kalte Getränke, sondern sind ihnen auch für ihre sexuellen Bedürfnisse zu Diensten.

Sei-Young, die jüngste der vier und erst seit kurzem dabei, hat nach zahlreichen erfolglosen Versuchen, eine andere Arbeit zu finden, sich zur Prostitution durchgerungen, um ihrem Freund Min-Su das Studium zu finanzieren. Als der herausfindet, was sich hinter ihrem Job verbirgt, läßt er die unterdessen schwangere Sei-Young sitzen.

In Min Ji-Suk steigen Bilder aus ihrer eigenen Jugend auf, ihre anfangs glückliche, dann verratene Liebe, ihre Enttäuschung, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Sie verabredet sich mit dem jungen Mann und versucht ihn zu bewegen, Sei-Young nicht zu verlassen.

Min-Su zeigt sich jedoch völlig uneinsichtig, worauf Ji-Suk plötzlich die Kontrolle verliert und Min-Su ins Meer stößt. Es ist eine Rache nicht nur für Sei-Young, sondern auch für ihr eigenes vertanes Leben.


SzenenfotoDarsteller: Kim Ji-Mi, An So-Young, Lee Heh-Young, Chun Se-Young

Regie: Im Kwon-Taek

Stab: • Produzenten: • Drehbuch: • Vorlage:Filmmusik: • Kamera: • Spezialeffekte: • Ausstattung: • Schnitt: • Kostüme: • Make Up: • Ton: • Toneffektschnitt: • Stunts: •


SzenenfotoFilmkritiken

Dirk Jasper FilmLexikon: Der Film "Ticket" basiert auf einer wahren Geschichte und beschreibt eine besondere Form der in Korea illegalen, aber gemeinhin geduldeten Prostitution. Regisseur Im Kwon-Taek ist fraglos ein Moralist. Aber er deutet nicht mit dem Zeigefinger auf die jungen Mädchen, die durch materielle Not in die Prostitution getrieben werden. Im Gegenteil: Im Kwon-Taek ergreift Partei für die in der konfuzianisch geprägten Gesellschaft Koreas unterdrückten Frauen. Indem er die menschlich zutiefst bewegenden Geschichten seiner fünf Hauptfiguren erzählt, von ihren Träumen, ihren Hoffnungen, Wünschen und Enttäuschungen berichtet, entwickelt er eine äußerst sensible Studie über die Würde des Menschen. Trotzdem ist "Ticket" kein schwerblütiges Werk, sondern ein sehr unterhaltsamer Film mit wunderbaren Schauspielern, fein gezeichneten Charakteren, nicht ohne Witz und vom Meister des koreanischen Kinos mit leichter Hand inszeniert.

Dirk Jasper FilmLexikon
© 1998 3sat © 1994 - 2010 Dirk Jasper