Ernst Corinth über
Lost In Space
Papa ist der beste.
Selbst wenn's mal ganz dicke kommt, er sich mit seiner Familie im
Weltall verirrt, von ekligen Techno-Blechspinnen angegriffen wird
und gar eine gigantische blubbernde Zeitblase zu platzen droht,
dann besteht dennoch kein Grund zur Panik, denn: Der Papa wird's
schon richten! Doch in Stephen Hopkins' Sciene-fiction-Märchen
muß sich Professor John Robinson (William Hurt) ganz
schön abstrampeln, bevor er seine Familie durch eine Art von
"Hypergate" wieder in die Jetztzeit und auf sicheren irdischen
Boden zurückbringen kann. Und ob es was nutzt, ist sowieso
fraglich. Schließlich droht der Erde wie derzeit in fast jedem
Hollywood-Spektakel just mal wieder der finale Kollaps.
Genau aus diesem Grund ist unser
Professor samt Frau (Mimi Rogers) und den drei Kindern und einem
sympathischen Fliegenden-Untertassen-Piloten (Matt LeBlanc) anfangs
ins All gestartet. Irgendwo in dieser unendlichen Weite existiert
ein Planet namens Alpha Prime, auf dem die Menschen angesichts der
drohenden Öko-Katastrophe ausgesiedelt werden sollen. Und
unsere Familie Robinson, die schon in den sechziger Jahren in einer
amerikanischen TV-Serie erfolgreich durch das All düste, soll
dort schnell mal nach dem Rechten schauen. Doch leider spielen die
Mutanten völlig verrückt und den schlimmen Rest besorgen
irgendwelche irdischen Verschwörer, die aus welchen
unerfindlichen Gründen auch immer den Flug verhindern
wollen.
Und wer als Zuschauer bereit ist,
sich auf eine rekordverdächtig abstruse Geschichte und einen
arg sülzig inszenierten Vater-Sohn-Konflikt einzulassen, der
sitzt bei "Lost in Space" durchaus im richtigen Kino. Denn die
Spezialeffekte sind wirklich hübsch anzukucken, die
künstliche Planetenwelt erinnert nett nostalgisch an uralte
"Enterprise"-Abenteuer, während das Geblubber der Zeitblase
und das galaktische Schlachtgetümmel immerhin dafür
sorgen, dass das ständige Geraschel der benachbarten
Popcorntüten-Besitzer ausnahmsweise mal nicht
stört.
| © 1999 © 1994 -
2010 Dirk Jasper |
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