Gerhard Heeke über Small Soldiers

"Small Soldiers" bringt den Traum vieler Kinder auf die Leinwand. Die Spielzeugfiguren werden wirklich lebendig.

Irwin (David Cross) und Larry (Jay Mohr) sind Erfinder bei einer kleinen Spielzeugfirma. Als die Firma von dem Megakonzern "Globotech" übernommen wird, fürchten die beiden um ihren Arbeitsplatz. Um ihren Job zu retten, entwerfen die beiden ein neuartiges Spielzeug. Mit Hilfe des eigentlich fürs Militär entwickelten Superchips X-1000 können die Figuren nicht nur sprechen und laufen; sie sind auch intelligent und überaus schnell lernfähig. Neben dem Kommandotrupp "Commando Elite" werden von dem Konzern auch die auf Niederlage programmierten "Gorgonites" produziert. Die Gorgonites sind friedfertige Monster - und die Zielpersonen und Opfer der Soldaten. Als besonders gefährlich erweisen sich die Soldaten aber nicht nur für die Gorgonites. Denn das Commando Elite unter Führung von Chip Hazard betrachtet alle anderen als Feinde. Dazu zählen auch die Einwohner des Kaffs Winslow Corners. Dorthin hat es die Figuren nämlich verschlagen. Der junge Alan Abernathy ist der Sohn des örtlichen Spielwarenhändlers. Er hat den Auslieferungsfahrer überredet ihn ein paar der Protoypen zu überlassen.

Keine gute Idee. Denn kaum sind die Figuren alleine, geht die Jagd auch schon los. Aber Alan erkennt rasch das Archer, der Anführer der Gorgonites, viel mehr als ein einfaches Spielzeug ist. Unterdessen macht sich das Commando Elite schon auf der Suche nach Alan, um auch Archer zu finden und zu vernichten. Dabei schrecken sie auch vor Kidnapping nicht zurück. Sie machen sich an Alans Freundin Christy ran. Hilfe erhalten sie dabei von Christys Gwendypuppen die von dem Kommando Elite zu frankensteinartigen Amazonen umgebaut werden. Wer den ungleichen Kampf von Mensch gegen Spielzeug gewinnt, ist aber noch längst nicht entschieden.

Joe Dantes "Small Soldiers" erinnern von der Story her sehr an den volldigitalen Film "Toy Story". Wie auch bei "Toy Story" beziehen die "Small Soldiers" einen Teil ihrer Faszination durch die verwendete Tricktechnik. Die SFX wirken zugleich real und unwirklich zugleich. Man weiß, dass es ein Trick ist, aber gleichzeitig meint man wirklich eine echte, reale Figur zu sehen. Den kleinen Puppen "bei der Arbeit" zuzusehen ist einfach interessant. Es gibt viele kleine, witzige Einfälle. Außerdem zieht man immer wieder den Vergleich zu realen Soldatenfilmen. Die perfekte Kombination von Realfilm, Puppen und Computergrafik macht die Hauptfaszination aus. Die Spielzeugfiguren wurden sehr gut animiert und mit eigenständigen Charakterzügen versehen. Die menschlichen Schauspieler sind in diesem Film nur Beiwerk.

Während sich die Story selbst recht gradlinig und straff entwickelt gibt es bei der Ausführung doch noch einige Überraschungen. Es ist schon erstaunlich was man alles mit den Materialien aus einem durchschnittlichen Werkzeugkeller basteln kann.

Neben den SFX-Leuten von Industrial Light & Magic unter der Fürhung von Stan Winston gebührt dem Kamermann Jamie Anderson besonderes Lob. Die richtige Ausleuchtung der Szene und Aufnahme dürfte bei den Größen der Spielzeugfiguren nicht immer leicht gewesen sein.

Fazit: Wahrgewordener Kinder(alp)traum

6 von 10 Spielzeugkisten.

© Gerhard Heeke © 1994 - 2009 Dirk Jasper