Produktionsnotizen zu Die Truman Show

Szenenbild Die beunruhigende Welt, in der Truman Burbank sich bewegt, ist ein wandelnder Alptraum, wie man ihn noch niemals zuvor auf der Leinwand erlebt hat. Dieses perverse Abbild eines Amerika vor der Jahrtausendwende spricht unsere innersten Ängste und Frustrationen direkt an. Truman wird nicht nur von einem regelrechten Netzwerk von menschlichen und elektronischen Spionen verfolgt, er ist buchstäblich gefangen in seinem eigenen Leben, festgehalten und eingepfercht von seiner surrealen Existenz, in der er jeden Tag seines 30-jährigen Lebens verbringen mußte. Als er erkennt, da§ er in der Falle sitzt, beschließt Truman, dem Goldenen Käfig zu entkommen - koste es, was es wolle.

Es war Produzent Scott Rudin, der das Drehbuch von Andrew Niccol akquirierte und Peter Weir auf den Stoff aufmerksam machte. "Als ich es zum ersten Mal las, war ich ergriffen", sagt Peter Weir. "Mein nächster Gedanke war typisch für einen Filmemacher: Ich überlegte mir sofort, wie man diese außerordentliche Geschichte filmisch umsetzen müßte."

Peter Weir nahm Kontakt mit Jim Carrey auf, der bereits zugesagt hatte, die Titelrolle zu spielen. "Ich verabredete mich mit Jim", erklärt Peter Weir. "Er war von dem Material ebenso begeistert wie ich. Wir unterhielten uns entspannt, was immer ein gutes Zeichen für eine fruchtbare Zusammenarbeit ist. Ich hielt ihn für die Idealbesetzung für die Rolle. Ehrlich gesagt, kann ich mir niemanden vorstellen, der außer ihm für den Part in Frage gekommen wäre."

Jim Carrey war von den frühen Treffen mit dem Regisseur ebenso angetan: "Ein paar Monate vor Drehstart trafen wir uns zum ersten Mal. Er schaute bei mir zu Hause vorbei und brachte ganze Bände voller Bilder, Fotografien, Zeichnungen und Artikel mit, die er verfaßt hatte, wenn er über meine Figur nachdachte. Das war unglaublich inspirierend."

Peter Weir erinnert sich an eine Geschichte, die ihm einst ein Freund von Charlie Chaplin erzählt hatte: "Dieser langjährige Freund spielte Tennis mit Chaplin und fragte ihn unvermittelt, worauf er seinen Erfolg zurückführe. 'Zwei Worte', antwortete Chaplin. 'Charme und Energie. Die zwei Qualitäten, die das Publikum am wenigsten vorweisen kann.' Das trifft auf Jim Carrey perfekt zu. Deshalb hielt ich ihn für den idealen Schauspieler für die Rolle des Truman Burbank." Peter Weir findet, dass sich die Arbeit mit Jim Carrey ausgezahlt hat: "Er verfügt über einen schier unerschöpflichen Reichtum an Ideen und Talent. Er denkt sich pausenlos neues Material aus, so dass man bei jeder Szene aus einer Vielzahl von Details schöpfen kann."

Jim Carrey fühlte sich aus einem einfachen Grund von Die Truman Show angezogen: "Das Drehbuch haute mich schlichtweg um. Ich habe über dieses Konzept schon einmal nachgedacht und glaube, dass es bei vielen Menschen einen empfindlichen Nerv trifft. Was, wenn jeder nur ein Schauspieler in meiner Geschichte wäre? Dies ist ein faszinierender, unglaublich vielschichtiger Film und nicht einfach nur ein alltäglicher Streifen."

Ed Harris spielt Christof, den Drahtzieher, Erfinder, Produzent und Regisseur von " Die Truman Show", der Trumans Welt von seinem gigantischen Kontrollraum aus mit der Hilfe einer großen Mannschaft beobachtet, lenkt und manipuliert. Auf unzähligen Monitoren werden die Aufnahmen aus den unterschiedlichen Teilen von Seahaven live übertragen, die von den mehr als 5.000überall versteckten Kameras aufgezeichnet werden. Christof beschützt Truman wie ein rohes Ei, nicht nur weil er aufrichtig für den jungen Mann fühlt, sondern auch weil es ohne ihn "Die Truman Show" nicht mehr gäbe - jene erfolgreiche Serie, die 30 Jahre zuvor mit der Geburt Trumans begann.

"Ich finde nicht, dass man Christof als Bösewicht bezeichnen kann", erklärt Ed Harris seine Figur. "Er hat Truman großgezogen, seitdem er ein neugeborenes Baby war. Christof sorgt sich in gewisser Weise sehr um ihn. Aber er kümmert sich auch um seine Fernsehsendung - die Show ist sein Leben. Er ist ein komplexer Typ, teils Regisseur, teils Gott, teils Vater."

In der Rolle von Trumans Frau Meryl, deren Laune stets so blendend ist, dass sie unecht wirken muß, besetzte der Regisseur Laura Linney. Die war begeistert: "Zuerst dachte ich nur, wie großartig es sein würde, mit Peter Weir an einem Film zu arbeiten. Dann las ich das Drehbuch, und es war so kreativ, so einzigartig und sehr anspruchsvoll für alle Schauspieler, dass mir sofort klar wurde, dass die Dreharbeiten wundervoll sein würden."

Auch Noah Emmerich, der Trumans besten Freund Marlon darstellt, wußte, dass Die Truman Show für ihn eine ganz besondere schauspielerische Herausforderung sein würde: "Man kann nie zwei Menschen auf einmal spielen. Nur einer auf einmal ist m?glich, aber hoffentlich ist meine Darstellung so differenziert, dass man die Doppelbödigkeit als Zuschauer nachempfinden kann. Wir sind immer Schauspieler, die eine andere Figur spielen. Hier gehen wir noch einmal einen Schritt weiter."

Peter Weir kann mit seinen Darstellern mehr als zufrieden sein: "Die Crew war wunderbar. Sie wuchs zu einem richtigen Ensemble zusammen. Das war wichtig, weil sie auch in der Story ein Ensemble sind: Freunde, Verwandte, Bekannte und Arbeitskollegen von Truman, die eng zusammenarbeiten müssen, um ihr Geheimnis vor ihm zu verbergen."

Dieser Gruppengeist wurde von Peter Weir während der gesamten Drehzeit unterstützt. "Mit Peter zu arbeiten, ist ein Privileg", meint Produzent Edward S. Feldman, der mit dem Regisseur bereits "Der einzige Zeuge" und "Green Card - Scheinehe mit Hindernissen" gedreht hatte. "Er ist sorgfältig, weiß, was er will - und das tun nur die wenigsten Filmemacher. Er ist ein Visionär, und er hat das Talent, dem ganz gewöhnlichen Leben stets etwas Besonderes abzugewinnen. Das Publikum darf sich auf einen höchst originellen, ungewöhnlichen Film freuen. Ich glaube, die Kinogänger werden sehr angetan sein."

Auch Peter Weir hat sich Gedanken über die Reaktion der Zuschauer gemacht: "Es gibt da ein Gefühl, wenn man ein gutes Buch liest, dass man vollkommen in der Geschichte aufgeht - das war meine Zielsetzung für den Film."


Über die Produktion Die Dreharbeiten für Die Truman Show begannen am 9. Dezember 1996 in Seaside, Florida. Im März 1997 zogen die Schauspieler und die Crew weiter nach Los Angeles, um dort die noch fehlenden Innenaufnahmen unter Dach und Fach zu bekommen.

Um die Welt von " Die Truman Show" überzeugend zum Leben zu erwecken, sahen sich die Filmemacher gezwungen, einige einzigartige Herausforderungen zu bewältigen. Die ungewöhnliche Handlung, kombiniert mit Peter Weirs filmischer Vision, verlangte nach einem ausgefallenen Drehort, den das Publikum als das beinahe zu perfekte Städtchen Seahaven akzeptieren würde - laut Drehbuch immerhin eine eigens für die Serie in der größten Studiohalle der Welt errichtete Stadt.

Zunächst spielte Peter Weir mit dem Gedanken, Seahaven von Grund auf ausschließlich im Studio zu errichten. "Ich wollte unbedingt den Eindruck vermitteln, dass diese Stadt zu einem ganz bestimmten Zweck auf einmal gebaut wurde, wie das bei Sets für Filme oder Fernsehsendungen nun einmal der Fall ist", bemerkt Peter Weir. Als gewisse logistische Komplikationen ihm einen Strich durch die Rechnung machten, begannen Peter Weir und sein Ausstatter Dennis Gassner, sich an den Küsten von Kalifornien und Florida nach geeigneten Drehorten umzusehen. Wendy Stites, Peter Weirs Ehefrau und als visuelle Beraterin am Gelingen des Films beteiligt, machte ihren Mann auf einen alten Artikel eines australischen Architektur-Magazins aufmerksam, in dem über die geplante Gemeinde Seaside in Florida berichtet wurde. Peter Weir und Gassner machten die Stadt ausfindig und wußten sofort, da§ sie ihr Seahaven gefunden hatten.

"Das Städtchen sah aus, als hätte man es für unseren Film errichtet. Ich wußte, dass wir es nur minimal unseren Vorstellungen anpassen mußten, um den idealen Drehort zu haben", merkt Peter Weir an.

Seaside ist eine 90 Hektar große Gemeinde, die von dem Landentwickler Robert Davis und seiner Frau Daryl 1980 gegründet und an einem bildschönen Strand im Nordwesten von Florida errichtet wurde. Das Städtchen umfaßt mehr als 300 Anwesen, die von Anwohnern und Touristen genutzt werden. Seaside hat ein eigenes Postamt, Kunstgalerien, Antiquitäten-Geschäfte, Boutiquen, Bücherläden und Restaurants, die für jeden Anwohner zu Fuß zu erreichen sind. Die Bürger von Seaside haben sich zu einem ganz eigenen Baustil verpflichtet, wobei jedes Anwesen nach den Parametern einer neo-viktorianischen Architektur errichtet werden muß. Jedes Zuhause hat einen weißen Bretterzaun, wobei kein Zaun in einer Straße dem anderen gleicht. Jede Straße von Seaside führt zum Ozean. Die Bilderbuch-Anwesen sind in gutgelaunten Pastellfarben gestrichen, hören auf individuelle Namen wie Eversong oder Ain't Misbehaving und haben Verandas, einzelne Fenster und weite Dachvorsprünge.

"Das Drehbuch bestimmte das Design, aber das Aussehen der Filmstadt Seahaven stammt wirklich von dieser Gemeinde. Es ist eine architektonisch durchdesignte Umgebung, eine Art neo-klassische, postmoderne Retrowelt, die absolut einzigartig ist", erklärt Ausstatter Dannis Gassner. "Wenn ich bei einem Aspekt eines meiner Designs nicht weiter wußte, mußte ich mich nur auf mein Fahrrad setzen und einmal durch die Stadt fahren - ich habe immer etwas gefunden, was mich zur Problemlösung inspirierte."

Die bisherigen Filme von Peter Weir hatten immer in einer realen Welt gespielt, entweder in der Vergangenheit oder der Gegenwart. Der Gedanke, einen Look, ein Umfeld und eine Geschichte für eine fiktive Fernsehserie zu entwickeln, sagte ihm sichtlich zu. "Wenn man eine Welt erfindet, dann überlegt man sich, wie es in der Zukunft aussehen könnte, oder man greift auf das Beste aus der Vergangenheit zurück. Bei Christof, dem Schöpfer der "Truman Show", stellte ich mir vor, dass er sich für letzteres entscheiden würde", sagt Peter Weir.

Der Regisseur fährt fort: "Bei der Vorbereitung auf den Film habe ich Saturday-Evening-Post-Magazine durchgeackert und insbesondere die Kleidung verschiedener Vor- und Nachkriegszeiten studiert. Dabei schossen mir förmlich die Details aus dem Leben der einzelnen Figuren durch den Kopf. Das war aufregend." Zusammen mit Drehbuchautor Andrew Niccol entwickelte Peter Weir eine detaillierte Geschichte der Fernsehserie, von ihren Anfängen bis zum 30. Jahr, in dem die Ereignisse des Films stattfinden. Die ausführliche Chronik der Show beinhaltete eine Biographie ihres Schöpfers Christof und der Schauspieler, die Trumans Freunde und Familie darstellen, sowie Porträts diverser Mitglieder des Personals hinter der Kamera, ohne die eine derart ambitionierte Fernsehsendung undenkbar wäre. Die ausführliche Fiktion beinhaltete Verweise auf herausragende Episoden der vergangenen Jahre, Schnappschüsse berühmter Momente der Show, obskure Figuren, die im Lauf der Zeit in dem Programm aufgetreten waren, einige Nebensächlichkeiten, die sich dennoch im Gedächtnis der Truman-Fangemeinde eingebrannt hatten, und einen ganzen Katalog von Truman-Produkten, die in der Show gezeigt und im Handel zur großen Freude der Fans angeboten werden.

"Ich mußte mir in meinem Kopf eine Logik zurechtrücken, wie so etwas entstanden sein konnte", erklärt Peter Weir. "Um jemandem Regieanweisungen geben zu können und den Leitern der einzelnen Abteilungen effektiv zu vermitteln, wie alles auszusehen hatte, mußte ich mir erst selbst darüber klarwerden. Wie bei den meisten Filmen gibt es auch bei mir einen gewissen Sprung über eine Logikbarriere, den man meistern muß, um eine Verbindung mit dem Publikum herzustellen."

Eine weitere entscheidende Herausforderung, die es für die Filmemacher zu bewältigen gab, war festzulegen, wie der Film gedreht werden sollte, um die einzelnen Sichtweisen überzeugend darzustellen, die vom Drehbuch vorgegeben wurden.

"Das fundamentale Problem war, dass im Grunde alle Filme mit versteckten Kameras gedreht werden, wenn man genauer darüber nachdenkt. Daher gab es eigentlich keine Möglichkeit zu vermitteln, dass Truman unter ständiger Beobachtung gefilmt wird", sagt Peter Weir, der eng mit seinem Kameramann Peter Biziou zusammenarbeitete. "Also versuchte ich es mit Andeutungen, die sich beim Zuschauer einschleifen sollten, so dass er schließlich genau wüßte, wann man Truman durch eine der Kameras von Christof sieht. Ich setzte alle möglichen Weitwinkelobjektive und schräge Kamerawinkel ein, die in einem Spielfilm höchst ungewöhnlich sind.

Wir filmten außerdem durch ovale oder runde Masken, die einem den Eindruck vermitteln, dass diese Kameras in diversen Einrichtungen der Landschaft versteckt sind." Spezielle Kameras wurden überdies in beweglicheren und daher überraschenden Plätzen installiert: in einem Ring, den Truman trägt, eine andere in einer Kette seiner Frau Meryl, und dann ist da noch die Bojen-Kamera, die an der Wasseroberfläche auf- und abwippt, für den Fall, dass Truman doch noch seine Angst überwindet und sich ins Wasser wagt.

Gemeinsam mit Ausstatter Glassner und Kameramann Biziou entwickelte Peter Weir das Konzept, dass sich aus Überwachungsgründen versteckte Kameras an Orten in der gesamten Stadt befinden. "Das Konzept mußte in alle Designs einbezogen werden", meint Glassner. Seine Entwürfe für die Stadt beinhalteten kleine Veränderungen an der Architektur einzelner Häuser, die nicht nur von ästhetischen Gründen diktiert wurden, sondern auch inhaltlich wichtig waren. Die Modifikationen fungierten als kleine Suchlöcher für die Kameras. Gassner entwarf eine große, elegante Skulptur, die in der Nähe des Eingangs zum Omnicom Gebäude, dem Nervenzentrum der " Die Truman Show", aufgestellt wurde - in dem Kunstwerk befand sich selbstverständlich ebenfalls eine der Geheimkameras.

Die Geschichte der " Die Truman Show" setzte eine ausführliche Integration von Film und Video voraus. Während Peter Weir mit seinem Team also die Action der Geschichte selbst auf Film bannte, ließ er den Videospezialisten Rick Whitfield parallel mit einem zweiten Drehteam filmen. Seine Aufnahmen kamen vor allem bei der ausführlichen Video-Rückschau auf die Höhepunkte in Trumans Leben zum Einsatz.

"Ungefähr nach der Hälfte des Films wird dem Kinopublikum klar sein, dass Trumans Leben in Haushalte in aller Welt übertragen wird. Von diesem Zeitpunkt an wird es gewisse Teile der Show im Fernsehen verfolgen, so wie es auch die Fans der Sendung tun, und gewisse Teile wird man auf Christofs gigantischem Bildschirm sehen, der in seinem Kontrollraum steht, in dem ein ganzes Team das Treiben von Truman beobachtet", erklärt Whitfield. "Wir als zweites Drehteam waren also für all die Aufnahmen zuständig, die man im Film auf Bildschirmen, welcher Art auch immer, zu sehen bekommt."

Die visuelle Beraterin Wendy Stites hatte die Idee zum Konzept für die hochoriginellen Kostüme. Gemeinsam mit der Kostümdesignerin Marilyn Matthews kreierte sie eine Kleidung, die Trumans kleines Universum m?glichst genau widerspiegeln sollte. Stites ließ sich von einer Vielzahl von Einflüssen, u. a. Gemälden von Norman Rockwell, dem Buch "Everyday Fashions of the 1940s" und Fotos von Cocteau und James Stewart, inspirieren.

Wendy Stites merkt an: "Bei der Entwicklung der Kostüme dachte ich immer daran, dass Truman die einzige Person in der "Truman Show" ist, die sich selbst ankleidet - alle anderen werden von der Kostümabteilung der Show ausgestattet. Also sollte er ein bißchen anders aussehen, nicht ganz so glattgebügelt. Wir gestatteten uns, seine Mixtur verschiedener Stile ein wenig ulkig zu kombinieren. Ich fand ein wunderbares Foto von James Stewart, das mir half. Ich konnte mir Jim Carrey hier gut als James Stewart vorstellen, da Truman eine ähnlich liebenswerte Persönlichkeit besitzt wie viele der Figuren, die James Stewart im Laufe seiner Karriere darstellte."

"Unsere Herausforderung war es, die Kostüme nicht zu cartoonhaft wirken zu lassen und sie gleichzeitig so zu gestalten, dass man sie keiner bestimmten Periode zuordnen konnte", sagt Marilyn Matthews, die auch anmerkt, da§ gewisse Farben (wie Orange, Türkis, Lila und Limonengrün) von vornherein aus der Farbpalette gestrichen wurden, weil sie zu zeitgemäß wirkten. Dafür gab man Rot-, Gelb-, Schwarz- und Weißtönen und Karomustern den Vorzug.

Stites und Matthews gaben sich alle erdenkliche Mühe, die Stile und Farben im Ton der Gesamtvision des Films anzupassen. Daher konnten sie kaum Kostüme benutzen, die man käuflich erwerben konnte, sondern sahen sich gezwungen, einen Großteil extra für den Film anfertigen zu lassen.

Alle Beteiligten arbeiteten zusammen mit einem ganz bestimmten Ziel vor Augen: Sie wollten für Die Truman Show eine Welt entstehen lassen, die originell und unberechenbar ist. Wie eine Achterbahnfahrt mit einem trügerisch sanften Start schleudert Die Truman Show sein Publikum schließlich durch scharfe, unerwartete Kurven. Peter Weir meint abschließend: "Wenn das Geheimnis im Film offenbart wird, ist der Schrecken umso größer, weil die Gegenspieler keine B?sewichte im eigentlichen Sinne sind, die mit Feuerwaffen herumfuchteln oder den Helden mit Sprengstoff bedrohen, sondern ganz einfache Menschen, die den Bezug zur Realität verloren haben. Das ist der wahre Horror. Wenn die letzten 20 Minuten des Films beginnen, ist die Spannung beinahe unerträglich. Ich hoffe, dass das Publikum diesen etwas anderen Filmritt genießen wird."

Dirk Jasper FilmLexikon
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