Ernst Corinth über Kai Rabe gegen die Vatikankiller

Zwar sind die Voraussetzungen für einen Kinoerfolg eigentlich erfüllt: Die Schauspieler zählen zu den bekanntesten im Lande, der Regisseur Thomas Jahn hat vor knapp zwei Jahren mit "Knockin' On Heaven's Door" einen fulminanten Erstling hingelegt, das Marketing mit Warner Bros. ein Verleih-Riese übernommen und die skandalträchtige Werbung schon Wochen vor dem Start für Schlagzeilen gesorgt. Doch trotz professionellster Planung fehlt dem nun fertigen Produkt "Kai Rabe gegen die Vatikankiller" leider der Witz, und selbst Freunde des vertrashten Kalauers werden nur mittelmäßig bedient.

Im Mittelpunkt steht ein ewig betrunkener Filmstar namens Kai Rabe (Steffen Wink), der sich routiniert durch die Dreharbeiten eines Krimis lallt. Bis plîtzlich ein brutaler Mord geschieht und alles hübsch durcheinandergerät. Selbst der Herr "Tatort"-Kommissar Krüger (Klaus J. Behrendt), der ebenfalls an der Flasche hängt, blickt nicht mehr so recht durch, verliebt sich aber prompt in die Hauptdarstellerin (Sandra Speichert). Und als dann auch noch ein Serienkiller umgeht, ist das Chaos wirklich perfekt. Nur der Produzent Egon Lütter (Heinz Hoenig), der sich mit seinen sexuellen Vorlieben offenbar stark an Bill Clinton orientiert, ist zufrieden. Schließlich verspricht soviel unfreiwillige Werbung ein Mordsgeschäft.

So weit, so komisch. Doch Thomas Jahns Versuch, das Medien- und Kinogeschäft satirisch aufzuspießen und unter dem heiteren Motto "Film ist Mord" mal gehörig durch den Kakao zuziehen, geht völlig in die Hose. Die meisten Charaktere wirken nicht witzig, sondern nur lächerlich, weil Jahn zu sehr überzogen hat. Und viele Szenen und Gags würden zwar ganz gut in die RTL "Samstag Nacht"-Show passen, aber fürs Kino kommen sie einfach zu lau und zu bemüht daher.

Kurzum: der Film ist eine einzige Enttäuschung. Vor allem für die, die sich noch an die wunderbar lakonische Stimmung in "Knockin' On Heaven's Door" erinnern und die jetzt hier mit einer müden Sketch-Parade abgespeist werden.

© 1999 Ernst Corinth © 1994 - 2010 Dirk Jasper