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INHALT: Chaos am Drehset zum Film "Kai Rabe gegen die Vatikankiller". Eine junge Nachwuchsdarstellerin wurde ermordet. Das scheint aber noch nicht einmal das Schlimmste zu sein, mit dem sich Regisseur Rufus Lindner (Stefan Jürgens) auseinandersetzen muß. Vielmehr hat er ständig Querelen mit seinem Hauptdarsteller Kai Rabe (Steffen Wink), der öfter zu tief ins Glas als in die Kameralinse schaut. dass Kommissar Krüger (Klaus J. Behrendt) nun am Set rumschnüffelt und sich in die Darstellerin Maria Rall (Sanra Speichert) verliebt, fällt da kaum noch ins Gewicht. Doch der schüchtern-zurückhaltende Kommissar kann auch nicht verhindern, dass Kai Rabe persönlich mit einer scharf geladenen Waffe für den nächsten Toten am Set sorgt. Während Rabe aus Furcht vor weiteren Anschlägen zwei israelische Bodyguards anheuert, die ungefragt gleich mal eben zwei Groupies umnieten, versucht der Regisseur verzweifelt, seinen Film noch halbwegs zu retten. Der einzige, der sich diebisch freut über soviel skandalträchtigen Stoff, ist Produzent Egon Lütter (Heinz Hoenig). Das spart nämlich viel Geld für eine aufwendige Werbekampagne ... KRITIK: Eine aufwendige, freche und unkonventionelle Werbekampagne wurde aber für diesen Film-im-Film aufgezogen, als schon im Frühjahr erste schwarze Plakate an Bauzäunen die Losung ausgaben: "Der November wird schwarz". Später kamen dann provokativ-witzige Statements à la "Heinz Hoenig fickt sie alle" hinzu und weckten die Neugierde auf Thomas Jahns Nachfolgefilm zu seinem Erstlingshit "Knockin' On Heaven's Door" (mit 3,6 Millionen Besuchern der kassenträchtigste deutsche Film 1997). Leider versprach die Promotion wie so oft mehr, als der Film nun halten kann. Gut, noch nie hat sich ein Frischling derart dezidiert, bösartig und dazu noch mit offensichtlichen Analogien zu real existierenden Personen über die Filmbranche geäußert wie Thomas Jahn (man bedenke, dass dieser Mann vor wenigen Jahren noch Taxifahrer war). Als sei ihm gleich eine ganze Armada an Läusen über die Leber gelaufen, zieht er über das Filmgeschäft her. Dabei zitiert er genüßlich sowohl Tarantino und Rodriguez (Tito and Tarantula aus der "Titty Twister"-Bar lassen grüßen) als auch die Edgar Wallace-Filme der 50er und 60er Jahre, oder aber auch sich selbst (kein Wunder, wenn die Hälfte der Mannschaft auch schon bei "Knockin'..." zusammengearbeitet hat). Die Kamera- und Schnitttechnik ist elegant, auch das Spiel mit dem Licht und manch' ein Dialog sitzen perfekt. Und doch kommt der Film wie ein riesengroßer bunter Ballon daher, der letztlich doch nichts weiter zu bieten hat als heiße Luft. Thomas Jahn holt zu einem Rundumschlag aus und zeigt dem Zuschauer Prototypen, die man genau so und nicht anders erwartet. Da kommt bestenfalls eine böse Karikatur (Heinz Hoenig als Produzent), zumeist aber doch nur die Erfüllung eines Klischees bei raus (angefangen bei Steffen Winks Filmstar über Stefan Jürgens Regisseur bis zu Jan Josef Liefers Drehbuchautor). Es gibt keine einzige Überraschung in diesem Film, die einen aufhorchen läßt. Wer nun wirklich der Mörder ist und warum, interessiert daher auch schon bald niemanden mehr. Stattdessen müssen bekannte Gesichter mit Cameo-Auftritten für Aha-Effekte sorgen, und so dürfen mal Sönke Wortmann, Oliver Kalkofe oder Roger Willemsen in die Kamera lächeln. Allesamt dienen letztlich doch nur dazu, davon abzulenken, dass wir es hier zwar mit einem perfekten Popcorn-Movie mit viel Klamauk und Komik zu tun haben, mehr aber auch nicht. Für Zwischentöne, wie sie im thematisch ähnlich gelagerten "Rossini" Eingang gefunden haben, bleibt da kein Platz. Wohlwissend, dass der Film zwar einen äußeren Schauwert, aber keine inneren Qualitäten aufzuweisen hat, versucht nun eine gewisse Filmzeitschrift, die sich allzu gerne selbst als Europas größte sieht, "Kai Rabe ..." zum Kultfilm auszurufen (nicht zuletzt wohl dank der Tatsache, dass das Blatt im Film ein-, zweimal ins rechte Licht gerückt wird). Doch auch hierfür bietet sich der Film kaum an, dafür ist er letztlich doch zu gestylt und weist zuwenig Peinlichkeiten auf, die eine kleine Gruppe von Liebhabern als Kult pflegen könnte. Fazit: "Kai Rabe gegen die Vatikankiller" ist weder Kult noch Klasse. Für ersteres ist er nicht schlecht genug, für letzteres nicht gut genug. Somit sitzt der Streifen zwischen allen Stühlen, und das ist so ziemlich das Blödeste, was diesem Film passieren konnte.
MEINE FILMWERTUNG: 5 von 10 möglichen Punkten
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