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dass Woody Allen eines Tages auszieht, um in einem Kinofilm die Welt zu retten, hätte wohl kaum einer für möglich gehalten. Doch nun ist es dank modernster Computeranimation geschehen. Zwar trägt in "Antz" der Stadtneurotiker animalische Züge. Sein Name ist schlicht Z, und er schaut aus wie eine Ameise. Aber wenn der kleine Kerl redet und gestikuliert, dann hört man nicht nur Allens Stimme (oder genauer die seines deutschen Synchronsprechers Wolfgang Draeger), sondern man sieht ihn gleichsam vor sich. Und kann nur staunen, wie er es schafft, sich in knapp 80 Kinominuten von einem Therapie geschädigten und erstaunlich intellektuellen Arbeiter zu einem Indiana Jones im Ameisenstaat zu verwandeln. Auch bei den anderen Figuren erkennt man recht schnell die menschlichen Vorbilder: Gene Hackman ist der machthungrige General Mandible, Sylvester Stallone der naive nette Kraftbursche und Sharon Stone die hübsche Prinzessin Bala, die unseren Z so in Verwirrung stürzt, dass er die diktatorisch geregelte Ordnung im Ameisenhaufen in Frage stellt und mit dem zuvor dort unbekannten Virus "Individualismus" eine richtige Revolution auslöst. Bevor er jedoch im Finale seine Bala endlich in die Arme schließen darf, muß er noch einige Abenteuer bestehen und ein Schlachtgemetzel gegen die Termiten überleben. Wer einen Hang zu tiefsinnigen Interpretationen verspürt, der kann diesen Film als nette Parabel auf unsere menschliche Geschichte verstehen. Aber wer sich im Kino einfach nur amüsieren möchte, der hat mit "Antz" auch so seinen Spaß. Allein die von Steven Spielbergs Firma "DreamWorks Studio" entwickelte Tricktechnik ist faszinierend. Dennoch sind die beiden Regisseure Eric Darnell und Tim Johnson. nicht ihrer Faszination erlegen. Zwar schöpfen sie voll aus, was die Computer hergeben, die Ameisenwelt wirkt beispielsweise so kinoecht wie die fremden Welten in einem gut gemachten Science-fiction-Abenteuer. Aber neben all den Tricks gibt es zahlreiche kleine Gags und eine Menge an witzigen Einfällen.
So erfährt der Zuschauer, dass für Insekten das Land Utopia ein übervoller Abfallbehälter ist, wo sie es sich herzhaft rülpsend und saufend gemütlich machen. dass Wespen, die sonst in Filmen meist als böse Killerwesen durch die Gegend sausen, in Wirklichkeit Menschen sind wie du und ich. Und dass selbst kleine Stadtneurotiker die Welt, wenn es drauf ankommt, vor dem Untergang retten können. Zumindest die Welt eines Ameisenhaufens.
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