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INHALT: Z (gesprochen von Woody Allen) ist eine einfache Arbeiter-Ameise, die sich jedoch in ihrem Dasein als mittleres Kind von fünf Millionen überhaupt nicht zufriedengeben mag. Weder seine Arbeiterkollegin Azteca (gesprochen von Jennifer Lopez) noch sein Freund Weaver (gesprochen von Sylvester Stallone) aus der Riege der Soldaten-Ameisen können dem in Selbstzweifeln versinkenden Neurotiker helfen. Erst als Z eines Tanzabends zufällig auf die Prinzessin Bala (gesprochen von Sharon Stone) trifft, bekommt sein Leben einen neuen Sinn. Um ihr nahe zu sein, läßt sich Z als Soldatenameise in die Armee einschleusen, ohne zu ahnen, dass diese vom bösen General Mandible (gesprochen von Gene Hackman) in einen Kamikazekampf gegen die weitaus mächtigeren Termiten geschickt wird. Z überlebt als einziger das Gemetzel, wird zum unfreiwilligen Kriegshelden, entführt eher beiläufig die Prinzessin, wird zum Staatsfeind erklärt und zettelt alles in allem eine Revolution im Ameisenstaat an, obwohl er sich doch eigentlich nur in Bala verliebt hat ...KRITIK: Nachdem im Sommer der Kometen-Zweikampf "Deep Impact" vs. "Armageddon" eindeutig zugunsten des Willis-Vehikels ausging, steht nun ein weiteres Duell zweier ähnlich gelagerter Filme an: Dreamworks' erster computer-animierter Trickfilm "Antz" macht den Anfang, bevor Disneys ebenfalls computer-animiertes Insekten-Spektakel "Das große Krabbeln" in etwa zwei Monaten nachziehen wird. Jetzt schon läßt sich sagen: Zieht Euch warm an, Ihr Mickey Mäuse ... Denn "Antz" bietet einen faszinierenden, aufregenden Blick in den Mikrokosmos eines Ameisenhaufens, der unterhalb einer Großstadt liegend die uns bekannte Welt fast völlig vergessen läßt. Nur in den Momenten, in denen wir aus der Sicht der Winzlinge mit der menschlichen Zivilisation bzw. deren Müll konfrontiert werden, wird einem gewahr, wie relativ doch Perspektiven sein können. Vor dem Hintergrund der visuell aufwendig in Szene gesetzten Kulissen und mit den Abertausenden von "gleichgeschalteten" Ameisen zuweilen an "Metropolis" erinnernd spielt sich inhaltlich eine Art Tierfabel ab, die den Gegensatz Konformität - Individualismus zum Thema hat. Die Botschaft kommt zwar zuweilen mit der Holzhammermethode daher, dennoch stehen im Vordergrund die vielen phantasievollen Einfälle in diesem Wunderwerk, wie beispielsweise der Tanz zu einer Depri-Version von "Guantanamera", der blutrünstige Kampf mit den Termiten (einer Art "Antz Troopers") oder das berauschend-romantische Techtelmechtel zwischen Müllbergen. Im Vergleich zur allerersten Voll-Computeranimation "Toy Story" mag vielleicht die Rasanz in den Szenen fehlen, dafür sind aber die Figuren liebevoller gezeichnet. Z wird durch Woody Allens Stimme (Allen hat auch an den Dialogen mitgefeilt) zu einem Stadtneurotiker auf sechs Beinen, dem eigentlich nur noch die Brille fehlt. Wunderbar auch die selbstironischen Figuren des Muskelprotzes Weaver (der Stallone zudem noch wie aus dem Gesicht geschnitten scheint) sowie der Prinzessin Bala, die mit Sharon Stones Stimme neckisch zwischen Selbstbewußtsein und Hilflosigkeit wandelt. "Antz" ist mit seiner einfach strukturierten Story zwar durchaus etwas für hellauf begeisterte Kinderaugen. Doch dank etlicher Filmzitate und einiger Bonmots kommen auch Erwachsene durchaus auf ihre Kosten, wenn sie nicht sogar letztlich zufriedender den Kinosaal verlassen werden als die Kinder. Vielleicht schafft "Antz" es ja ein wenig, dass das allgemein abschätzig betrachtete Genre des Trickfilms aufgewertet wird. Zumal Dreamworks sich im Dezember mit seinem ersten traditionellen Zeichentrickfilm "Der Prinz von Ägypten" dezidiert an ein erwachsenes Publikum wendet. "Antz" bildet hierfür eine sehr gelungene Vorhut. FAZIT: Aufwendige Computeranimation, die neue, faszinierende Einblicke in eine sonst für uns verschlossene Miniwelt eröffnet. Eine Tierfabel von Jean de la Fontaine hätte nicht besser ausfallen können. Wer demnächst eine Ameise entdeckt, wird sie mit anderen Augen betrachten,denn vielleicht ist man soeben einem neurotischen Revolutionär begegnet ...
MEINE WERTUNG: 8 von 10 möglichen Punkten
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