Ernst Corinth über Spiel auf Zeit
Draußen tobt der Hurrikan, und drinnen in der Boxarena von Atlantic City wird während eines Kampfes der Verteidigungsminister der USA erschossen. Schlimm genug, aber noch schlimmer ist das, was uns danach Regisseur Brian de Palma und sein Drehbuchautor David Koepp als krude Verschwörungsgeschichte auftischen wollen, und am schlimmsten ist leider Hauptdarsteller Nicolas Cage, der als Polizist Rick Santoro so enervierend quasselt und zappelt, dass man am liebsten die Arena fluchtartig verlassen möchte, um es sich draußen im Hurrikan richtig gemütlich zu machen.
Doch der Reihe nach: In "Spiel auf Zeit" wird mal wieder ein typisch amerikanisches Verschwörungsszenario entworfen. Da gibt's die Bösen, die der US-Armee ein nicht taugliches Waffensystem verkaufen wollen, einen Minister, der dies auf Grund eines Tips einer herzensguten Computerfachfrau (Carla Gugino) verhindern möchte, und den Polizisten Rick, der zwar ein bißchen korrupt, aber sonst ein netter Kerl ist. Und genau er muß sich dann am Ende, nachdem die letzte falsche Perücke gefallen und der letzte Schurke enttarnt worden ist, natürlich ein blutiges Duell mit dem Oberschurken (Gary Sinise) liefern. Und das, man glaubt es kaum, mitten im Hurrikan und vor laufenden TV-Kameras.
Gewiß, auch mit diesem Film beweist Brian de Palma wieder seine formale Meisterschaft: der Bildschnitt ist großartig, die Kamerafahrten sind furios und manche Einstellungen fürwahr brillant. Doch selbst diese virtuos inszenierten Szenen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die eigentliche Story weder glaubwürdig noch irgendwie spannend, sondern einfach nur zum Gähnen langweilig ist. Sieht man vom tobenden Hurrikan mal ab.
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