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INHALT: Amerika im Jahre 1919: Willis Newton (Matthew McConaughey) ist frisch aus dem Gefängnis entlassen, da heckt er schon den nächsten Coup aus. Für seinen Traum, im Ölgeschäft Fuß zu fassen, braucht es nämlich etwas Kleingeld, und das holt man sich am besten bei den Banken, wenn auch eher nachts außerhalb der Öffnungszeiten. Gemeinsam mit seinen Brüdern Jess (Ethan Hawke), Dock (Vincent D'Onofrio) und Joe (Skeet Ulrich) sowie dem Tresorknacker-Spezialisten Glassock (Dwight Yoakam) wird jeder Banküberfall akribisch genau geplant und präzise ausgeführt. Über 80 Geldinstitute bekommen bis 1924 nächtlichen Besuch der Newton Boys, und die Beute erlaubt ihnen ein luxuriöses Leben in Saus und Braus. Doch als die Sache mit dem Ölgeschäft für Willis fehlschlägt, soll ein letzter Überfall alle Sorgen beseitigen. Nur dass sich diesmal Willis & Co. keine Bank aussuchen, sondern einen Postzug ... KRITIK: Wieder mal ein Film aus der Reihe "Das Leben schreibt die besten Geschichten". Die Newton Boys gab es tatsächlich, und mit dem bis dato größten Raubüberfall auf einen Postzug 1924 gingen sie in die Geschichte ein. Die Masche der Jungs war immer dieselbe: Wie Beamte gingen sie bei ihren Raubzügen vor, dabei war das Verschonen von Leib und Leben der Überfallenen oberstes Gebot. Anders als Bonnie & Clyde oder Sundance Kid starben sie keinen frühen Tod, sondern wurden uralt. Generation X-Regisseur Richard Linklater ist mit der Verfilmung des Lebens der Newtons zum ersten Mal (episch) in die Breite gegangen. Spielten sich seine bisherigen Filme im Hier und Heute innerhalb von 24 Stunden ab ("Before Sunrise", "Dazed and Confused"), so hat er sich jetzt (wie jeder gute Ami-Regisseur es wohl machen muß) des Western-Genres angenommen und legt den Erzählbogen über mehrere Jahre. Doch ebenso unspektakulär und bürokratisch wie die Newtons vorgegangen sind, gestaltet sich auch der Film. In den Bann kann er den Zuschauer in keinem Moment ziehen. Außer der detailgenauen Ausstattung und den sorgsam ausgewählten Kostümen bleibt nicht viel in Erinnerung. Zumal fast die gesamte Jungstar-Riege deplaziert scheint in der Ära der Prohibitionszeit. Vor allem McConaughey ("Die Jury") bleibt blass als Anführer der sympathischen Bankräuber. Ethan Hawke als versoffener Draufgänger sorgt zwar für die heiteren Momente, doch überzeichnet er seine Figur fast zu einer Karikatur. Vincent D'Onofrio ("Men in Black") bekommt erst gar nicht viele Chancen, sein Können unter Beweis zu stellen. Lediglich Skeet Ulrich ("Scream") überzeugt halbwegs als das moralische Gewissen der Brüder. Dagegen bilden die beiden Frauenfiguren von Julianna Margulies (aus der TV-Serie "Emergency Room") und Chloe Webb nicht mehr als einen optischen Blickfang. Daher verwundert es auch nicht, wenn das Beste am Film während des Abspanns zu sehen ist. Da werden nämlich Ausschnitte aus einem Interview mit dem betagten Willis Newton bei Johnny Carsons "Tonight Show" aus dem Jahre 1980 gezeigt. Diese fünf Minuten sind allemal witziger, spannender und wahrhaftiger als die über 100 Minuten zuvor. Fazit: Optisch eleganter, inhaltlich und von der Charakterzeichnung her aber flacher Western. Jeder Raubzug der Daltons in einem Lucky Luke-Comic ist aufregender.
MEINE WERTUNG: 4 von 10 möglichen Punkten
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