| ||
INHALT: Sie sind schon immer unter uns gewesen, doch sie halten sich bedeckt. Nur nächtens sind sie auf Streifzug und suchen sich Frischblut unter den Menschen - Vampire. Doch in jüngster Zeit ist Unruhe unter den Blutsaugern. Deacon Frost (Stephen Frost) schickt sich an, die Menschheit zu unterwerfen und sich selbst als Blutgott La Magra an die Spitze der Vampirrasse zu setzen. Wenn da nicht Blade (Wesley Snipes) wäre. Halb Mensch, halb Vampir hat es sich Blade zur Aufgabe gemacht, die üblen Nachtgestalten dieser Welt zu vernichten. Mit Munition aus reinem Silber, Herzpflöcken, Knoblauchspritzen und seinem Markenzeichen - einem Samuraischwert - bekämpt Blade in schwarzer Lederkluft seine Vampir-Gegner. Ihm zur Seite steht der rauhbeinige Abraham Whistler (Kris Kristofferson), der Blade mit Waffen und einem Serum versorgt, das den Blutdurst von Blade unterdrückt. Auch eine Ärztin (N'Bushe Wright) für Blutkrankheiten, die Opfer eines Vamprangriffs wurde, entwickelt sich zur helfenden Kraft für Blade, als es zum finalen Kampf zwischen ihm und Frost kommt ... KRITIK: Die Welle der Comic- bzw. Videospiel-Adaptionen fürs Kino hält unvermindert an. Nach "Mortal Kombat", "Spawn" und "Men in Black" ist nun "Blade" an der Reihe, ein Comic-Held von Marvel aus dem Jahr 1973. Hatte "Mortal Kombat" auf Martial-Arts-Elemente und "Spawn" auf Horror-Elemente gesetzt, so verbindet Regisseur Norrington ("Death Machine") beide Elemente zu einem modernen, im Wortsinne "coolen" Hochglanzkino, das sowohl Special Effects (zu Staub zerfallende Vampire oder fliegende Skelette) als auch brutale Splatter-Momente beinhaltet. Die Grundfarbe dieses Streifens, das sich geschickt aus klassischen Vampirfilmen ebenso bedient wie aus "Star Wars", ist ein kühles Blau, die Musik ein emotionsloser Techno-Sound, und auch sonst bietet sich nicht viel Erwärmendes. Auf subtile Symbolik wird ganz verzichtet, stattdessen die Analogie Vampirbiss=Geschlechtsakt jederzeit offen zur Schau gestellt. Auch Humor ist Norringtons Sache nicht gerade, so dass viele Szenen ohne ironische Brechung einfach nur plakativ bleiben. dass bei derartigen Comic-Verfilmungen auf eine schlüßige Story weniger Wert gelegt wird, ist schon beinahe selbstverständlich, da dies nur das anvisierte Publikum verstören würde. So verpaßt man leider auch eine große Chance, die "Blade" eigentlich bieten würde. Denn die Hauptfigur ist ein zerrissener Held, der sich an der Schwelle zwischen Gut und Böse befindet. Und mit Wesley Snipes gibt es auch einen Darsteller, der sich sowohl im Action-Genre ("Passagier 57", "Auf der Jagd") als auch im anspruchsvollen Kunstkino ("One Night Stand") bewegt und durchaus das Zeug dazu hätte, diese Zerissenheit zu personifizieren. Doch außer Ballern, Pfählen und Säbeln bleibt keine Zeit für tiefgründiges Sabbeln. Stattdessen wird der Weg für einen zweiten Teil von "Blade" bereitet, und einen dritten, und einen vierten, und einen fünften ... Fazit: Interview mit diesen Vampiren? Für Comic-Fans und sonstigen Freunden brutaler "Comic"-Gewalt durchaus ein lohnendes Vergnügen. Für Zartbesaitete allerdings nicht zu empfehlen.
MEINE WERTUNG: 6 von 10 möglichen Punkten
|