INHALT: Nach einem tödlichen Verkehrsunfall landet Chris
Nielsen (Robin Williams) im Paradies. Begleitet vom sympathischen
Albert (Cuba Godding jr.), erkundet Chris die bizarre jenseitige
Welt und erfährt, dass er sie kraft seiner Vorstellung
gestalten kann. Seine Frau Annie (Annabella Sciorra) bleibt
hingegen von Schmerz gepeinigt einsam unter den Lebenden
zurück, nachdem sie nur wenige Jahre zuvor schon ihre Kinder
verloren hat. Sie beschließt, ihren geliebten Menschen
freiwillig in den Tod zu folgen. Doch das Paradies kennt keinen
Platz für Selbstmöder. Stattdessen fristet sie ihr
jenseitiges Dasein in der Hölle. Als Chris davon erfährt,
macht er sich entgegen allen Regeln auf den Weg, Annie in seine
paradiesische Welt zu holen ...
KRITIK: Die Beschäftigung mit dem Tod und dem Jenseits ist momentan schwer in Mode in Hollywood. Im Sommer war Nicolas Cage als Engel in der "Stadt der Engel" unterwegs. Anfang nächsten Jahres wird sich Brad Pitt als der personifizierte Tod in ein menschliches Geschöpf verlieben in "Rendevouz mit Joe Black". Dazwischen nun dürfen wir die Himmels- und Höllenbilder bestaunen, die sich Regisseur Vincent Ward ("Der Navigator") erdacht hat. Mit Hilfe der Computeranimation ist eine kontrastreiche Bildercollage entstanden, die stark an die Malerei angelehnt ist. So erinnern die himmlisch-bunten impressionistischen Bilder des Paradieses an Casper David Friedrich, während die bizarr-düsteren Visionen der Hölle auch dem Pinsel eines Hieronymus Bosch hätten entspringen können. Doch so sehr die beeindruckende Optik der Schauplätze auch begeistern mögen und man sich gar nicht sattsehen kann, so sehr mangelt es dem Märchen um das Leben nach dem Tod und der Kraft der Liebe, die sogar die Sterblichkeit überwindet, an dem nötigen Gehalt. Natürlich stehen hier Konflikte im Mittelpunkt, die eher psychischer als physischer Natur sind, wie beispielsweise der Umgang mit Schuldgefühlen. Von daher kann man auch keine spektakuläre Lösung derart seelischer Probleme erwarten. Dennoch mißlingt es Ward, die inneren Kämpfe der Protagonisten überzeugend darzulegen. Stattdessen setzt er auf ein Ende, das hemmungslos auf die Tränendrüsen des Zuschauers drückt, als gäbe es einen Vertrag mit einem Taschentuch-Hersteller. Mag der ganze Film an sich schon surrealistisch anmuten mit diversen Ausflügen in esoterische bzw. religiöse Philosophien, so ist die Familien-Zusammenführung nur noch Kitsch as Kitsch can. Darüber können auch die routinierten Darstellerleistungen nicht hinwegtäuschen. Der diesjährige Oscar-Preisträger Robert Williams ("Good Will Hunting") knüpft an seine ernsthaften Rollen aus "Zeit des Erwachens" oder "Der Club der toten Dichter" an. Annabella Sciorra ("Romeo is Bleeding") ist die Verzweiflung in Person, während sich Cuba Gooding jr. ("Jerry Maguire") in der zweiten Hälfte des Films etwas verliert. Fazit: Eine Film-Romanze, die einen so großen Zwiespalt hinterläßt, wie der Abstand zwischen Himmel und Hölle beträgt. Einerseits zum Sterben schöne Bilder, die zu den besten des Filmjahres 1998 gehören. Andererseits eine zwischen Esoterik und christlich-katholischen Moralvorstellungen verbrämte Story mit einem vor Kitsch triefendem Finale, das einen fast in den cineastischen Selbstmord treibt. MEINE WERTUNG: 6 von 10
möglichen Punkten
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INHALT: Nach einem tödlichen Verkehrsunfall landet Chris
Nielsen (Robin Williams) im Paradies. Begleitet vom sympathischen
Albert (Cuba Godding jr.), erkundet Chris die bizarre jenseitige
Welt und erfährt, dass er sie kraft seiner Vorstellung
gestalten kann. Seine Frau Annie (Annabella Sciorra) bleibt
hingegen von Schmerz gepeinigt einsam unter den Lebenden
zurück, nachdem sie nur wenige Jahre zuvor schon ihre Kinder
verloren hat. Sie beschließt, ihren geliebten Menschen
freiwillig in den Tod zu folgen. Doch das Paradies kennt keinen
Platz für Selbstmöder. Stattdessen fristet sie ihr
jenseitiges Dasein in der Hölle. Als Chris davon erfährt,
macht er sich entgegen allen Regeln auf den Weg, Annie in seine
paradiesische Welt zu holen ...