Ernst Corinth über
Pecker
Wer John Waters
("Pink Flamingos") kennt, weiß, was ihn erwartet. Zwar ist
seine neuste Filmsatire nicht ganz so schmutzig ausgefallen wie die
Vorgänger und noch nicht einmal der anrüchige Titel
("Pecker" bezeichnet im amerikanischen Englisch das, was den Mann
von der Frau gliedhaft unterscheidet) sorgte in den USA für
Anstoß, aber witzig ist der Film allemal. Und natürlich
steht wieder einmal eine doch arg seltsame Familie im
Mittelpunkt.
Held ist aber der 18jährige
Pecker (Edward Furlong), der jeden und alles fotografiert. Als
eines Tages eine New Yorker Kunsthändlerin zufällig die
Bilder des jungen Mannes aus Baltimore sieht und danach eine
Ausstellung in New York für ihn organisiert, gerät sein
Leben völlig durcheinander. Pecker wird über Nacht zum
Hätschelkind der Kunst-Schickeria, und genau die zieht Waters
nun heftig, gleichwohl überraschend liebevoll durch den Kakao.
Am besten sind jedoch die eingestreuten kleinen komischen
Familienanekdoten, in denen endlich einmal vor dem Verzehr von
vermeintlich gesundem Gemüse gewarnt wird.
| © 1999 © 1994 -
2010 Dirk Jasper |
|