Ernst Corinth über Pecker

Wer John Waters ("Pink Flamingos") kennt, weiß, was ihn erwartet. Zwar ist seine neuste Filmsatire nicht ganz so schmutzig ausgefallen wie die Vorgänger und noch nicht einmal der anrüchige Titel ("Pecker" bezeichnet im amerikanischen Englisch das, was den Mann von der Frau gliedhaft unterscheidet) sorgte in den USA für Anstoß, aber witzig ist der Film allemal. Und natürlich steht wieder einmal eine doch arg seltsame Familie im Mittelpunkt.

Held ist aber der 18jährige Pecker (Edward Furlong), der jeden und alles fotografiert. Als eines Tages eine New Yorker Kunsthändlerin zufällig die Bilder des jungen Mannes aus Baltimore sieht und danach eine Ausstellung in New York für ihn organisiert, gerät sein Leben völlig durcheinander. Pecker wird über Nacht zum Hätschelkind der Kunst-Schickeria, und genau die zieht Waters nun heftig, gleichwohl überraschend liebevoll durch den Kakao. Am besten sind jedoch die eingestreuten kleinen komischen Familienanekdoten, in denen endlich einmal vor dem Verzehr von vermeintlich gesundem Gemüse gewarnt wird.

Dirk Jasper FilmLexikon
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