INHALT: Eigentlich wollte Rechtsanwalt Robert Clayton Dean (Will
Smith) nur ein Weihnachtsgeschenk für seine Frau kaufen, als
er unvermittelt ins Visier der National Security Agency (NSA)
gerät und gnadenlos verfolgt wird. Grund hierfür ist ein
Diskette, die ihm unwissentlich zugesteckt worden ist. Auf der
zeigt ein Video den Mord an einen Kongreßabgeordneten (Jason
Robards), der gegen die Lockerung des Gesetzes zu
Überwachungsmaßnahmen gekämpft hatte. Seine Killer
kommen von der NSA, und ihr Auftraggeber ist der politisch
ambitionierte Brain Reynolds (Jon Voight). Nun sind sie mit Hilfe
der neuesten (Satelliten-)Technologie hinter Dean und der Diskette
her, verwüsten dessen Wohnung und ruinieren mit einem
Knopfdruck seinen Ruf. Er verliert seinen Job und das Vertrauen
seiner Frau Carla (Regina King). Buchstäblich bis auf seine
Unterwäsche wird seine Umgebung verwanzt, um ihm
ununterbrochen bis in den letzten Winkel folgen zu können.
Doch dann trifft Dean auf den ehemaligen NSA-Mitarbeiter Brill
(Gene Hackman). Gemeinsam veruchen sie, den schier
übermächtigen Gegner mit dessen eigenen Mitteln zu
bezwingen ...
KRITIK: Multiplex-Kino Cinecitta Nürnberg, Saal 3, Reihe 12, Sitz 14 - 11.32 Uhr ... Man mag sich fragen, was obige Ort- und Zeitangabe nun mit dem Film "Der Staatsfeind Nr. 1" zu tun hat. Nun, außer dass das eben der Ort und die Zeit ist, in der der Film anlief, eigentlich nicht viel. Genauso überflüssig ist die in letzter Zeit inflationär eingesetzte Einblendung solcher Angaben in eben solchen Filmen. Was in der "Akte X"-Serie noch einen dokumentarischen Charakter der mysteriösen Fälle suggerieren soll, verkommt mittlerweile zu einem nervigen Element, dass lediglich die Zeit- und Ortssprünge einer Handlung ohne große Erklärungen ermöglicht und dabei kaschiert, dass eben genau diese eventuell wünschenswert wären. Im "Staatsfeind Nr. 1" wird im Schnitt alle fünf Minuten eine solche Einblendung vollzogen und damit das Ganze auf die Spitze getrieben ... Davon abgesehen, ist Regisseur Tony Scott ("Top Gun", "True Romance") allerdings ein hypermoderner Paranoia-Actionfilm gelungen, der zwei Stunden spannende Unterhaltung bietet. Die Zutaten dafür sind eine Prise Hitchcock in Form des unschuldigen Jedermanns, der seines ganzen vertrauten Lebens beraubt wird, ein Schuß Polit-Thriller à la "Die drei Tage des Condor" sowie die Hochglanz-Ästhetik des früheren Werbefilmers Tony Scott. Will Smith überzeugt nach eher heiteren Auftritten als Alien-Jäger in "Men in Black" und "Independence Day" auch in seiner ersten ernsthaften Titelrolle. Einige auflockernde One-Liner unterstreichen nur den Charme des Sunnyboys, ohne seine Figur unglaubwürdig zu machen. Jedenfalls muß er sich neben den Oscar-Preisträgern Gene Hackman (dessen Figur an seine Rolle in "Der Dialog" beinahe anzuknüpfen scheint) und Jon Voight (nach dem katastrophalen Auftritt in "Anaconda" halbwegs rehabilitiert) keineswegs verstecken. Lediglich die Frauenfiguren sind hübsch anzusehende Randerscheinungen, aber das ist bei Jerry Bruckheimer-Produktionen seit jeher kaum anders zu erwarten. Auch einige Ungereimtheiten in der Handlung gehören beinahe schon zum Inventar der Blockbuster-Filme Bruckheimers. Doch ähnlich wie zuletzt bei "Armageddon" bleibt einem keine Zeit, groß darüber nachzudenken, da Tony Scott virtuos mit visuell attraktiven Stilmitteln davon ablenkt. Schnelle Bildmontagen, vertikale Satellitenaufnahmen und eine furiose Schnitttechnik sorgen für ein atemloses Tempo, das die unterschwelligen Ängste eines solchen "Big Brother"-Szenarios gekonnt ansprechen kann. Was hier gezeigt wird, ist keine Science-Fiction, sondern kann durchaus in abgemilderter Form jeden von uns treffen. Wer weiß beispielsweise schon, was wirklich auf den Magnetstreifen unserer diversen Kreditkarten so alles an Informationen über unser Leben gespeichert ist ... Fazit: Nach Flops von Computer-Thrillern wie "Das Netz" mit Sandra Bullock und "Virtuosity" mit Denzel Washington schien es für derartige Themen keinen Bedarf mehr zu geben. "Staatsfeind Nr. 1" beweist mit einer Mischung aus Spannung, Rasanz und dem flauen Unwohlsein am Ende des Milleniums das Gegenteil. Wer für den "Großen Lauschangriff" ist, wird nach Ansicht dieses Films sicherlich seine Position überdenken. MEINE WERTUNG: 8 von 10
möglichen Punkten
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INHALT: Eigentlich wollte Rechtsanwalt Robert Clayton Dean (Will
Smith) nur ein Weihnachtsgeschenk für seine Frau kaufen, als
er unvermittelt ins Visier der National Security Agency (NSA)
gerät und gnadenlos verfolgt wird. Grund hierfür ist ein
Diskette, die ihm unwissentlich zugesteckt worden ist. Auf der
zeigt ein Video den Mord an einen Kongreßabgeordneten (Jason
Robards), der gegen die Lockerung des Gesetzes zu
Überwachungsmaßnahmen gekämpft hatte. Seine Killer
kommen von der NSA, und ihr Auftraggeber ist der politisch
ambitionierte Brain Reynolds (Jon Voight). Nun sind sie mit Hilfe
der neuesten (Satelliten-)Technologie hinter Dean und der Diskette
her, verwüsten dessen Wohnung und ruinieren mit einem
Knopfdruck seinen Ruf. Er verliert seinen Job und das Vertrauen
seiner Frau Carla (Regina King). Buchstäblich bis auf seine
Unterwäsche wird seine Umgebung verwanzt, um ihm
ununterbrochen bis in den letzten Winkel folgen zu können.
Doch dann trifft Dean auf den ehemaligen NSA-Mitarbeiter Brill
(Gene Hackman). Gemeinsam veruchen sie, den schier
übermächtigen Gegner mit dessen eigenen Mitteln zu
bezwingen ...