Ernst Corinth über Auf immer und ewig

Wer heute einen Märchenfilm fürs Kino dreht, braucht sehr viel Mut. Andy Tennant hat es gewagt, und sein "Auf immer und ewig" kann sich tatsächlich sehen lassen. Erzählt wird mal wieder die schöne alte Geschichte vom jungen schönen Mädchen Cinderella (der Märchen-"Zwillingsschwester" unseres Aschenputtels), das nach dem Tod ihres lieben Vaters bei einer bösen Stiefmutter und deren beiden Töchter aufwächst. Eines Tages lernt sie rein zufällig einen Prinzen kennen. Und den Rest kennt man oder kann man sich ja denken.

Dieses uralte Märchen hat Tennant so flott und zeitnah inszeniert, dass sein Film wirklich ein richtiger Kino-Spaß für die oft zitierte "ganze Familie" ist. Die Kleinen werden der hübschen Cinderella, die hier Danielle heißt, die Daumen drücken und natürlich zwischendurch heftig mitleiden. Und die Erwachsenen werden überrascht sein, mit wie viel Witz und Ironie die Geschichte hier erzählt wird.

Eine Überraschung ist auch Drew Barrymore, die im zarten Alter von vier Jahren bereits ihren ersten Film drehte und in ihrer mittlerweile fast 20jährigen Karriere wohl noch nie so präsent und sinnlich agierte. Ihre Cinderella wirkt dabei - ohne dass es stört - wie eine junge Frau von heute, die genau weiß, was sie will, und die sich zum Glück auch trickreich und schlagkräftig zur Wehr setzten kann. Dagegen verblaßt sogar ein echter Märchenprinz (Dougray Scott), nur Anjelica Huston als wunderschön zickige, aber gleichwohl menschlich gezeichnete Stiefmutter kann da noch darstellerisch mithalten.

© 1999 Ernst Corinth © 1994 - 2009 Dirk Jasper