Fette Welt

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken •

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Fette Welt
Genre: Liebesdrama
Farbe, Deutschland, 1999

Kino Deutschland: 1998-01-28
Laufzeit Kino: 89 Minuten
Kinoverleih D: PolyGram

Videocover
Videocover Video Deutschland: ja
Kaufkassette: 2000-02-21
Laufzeit Video: 85 Minuten
Anbieter: BMG


Szenenfoto Sie künnen und sie schlagen sich, sie lieben und sie töten sich: Hagen Trinker und die anderen, Penner und Junkies, Männer und Frauen. Sie leben in München, unter der Brücke, im Rohbau.

Manchmal ist ein Sessel ihr Zuhause, manchmal eine Zeitung ihre Matratze. Aber meist sind sie sowieso unterwegs, auf der Straße, in Einkaufspassagen, auf dem Bahnhof - ohne Ziel und ohne Illusionen.

Da stößt Judith zu ihnen, 15 Jahre alt, von zu Hause abgehauen - eine Prinzessin, wie einer aus der Clique sagt. Hagen verliebt sich in sie. Ein Märchen beginnt, und im nächsten Moment ist es auch schon wieder zu Ende. Doch jetzt ist Hagen bereit, noch einmal zu kämpfen: Er muß Judith einfach wiederfinden ...


SzenenfotoDarsteller: Jürgen Vogel (Hagen Trinker), Julia Filimonow (Judith), Stefan Dietrich (Tom), Sibylle Canonica (Liane), Lars Rudolph (Edgar), Thomas Thieme (Gustl), Ursula Strätz (Edda), Jürgen Hentsch ("Botschafter"), Franz Stang (Stalin), Ernst Strotzner (Schandorf), Peter Rühring (Broscheck), Donata Höffer (Pensionsbesitzerin)

Regie: Jan Schütte

Stab: • Produzenten: Günter Rohrbach für MTM Cineteve / Novoskop Film • Drehbuch: Klaus Richter, Jan Schütte • Vorlage: Roman "Fette Welt" von Helmut Krausser • Filmmusik: Laurent Petitgand • Kamera: Thomas Plenert • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Katharina Wöppermann • Schnitt: Renate Merck • Kostüme: Katharina Wöppermann • Make Up: Marga B. Bergschmidt, Sabine Utge • Ton: Eckhard Kuchenbecker • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Filmkritik von Peter Halm

Dirk Jasper FilmLexikon: Jan Schütte erzählt mit seinem Film nicht nur eine unkonventionelle Liebesgeschichte, sondern sein Blick geht auch weg von der Mitte unserer Gesellschaft. Ein Blick, den das deutsche Kino in den letzten Jahren viel zu selten gewagt hat.

Der Spiegel 04/1999: In "Fette Welt" aber, dem ersten Film, den er ohne seinen verstorbenen Drehbuchautor Thomas Strittmatter drehen mußte, hat Schütte über dem Zuschauen das Erzählen vergessen. Er verläßt sich auf den Reiz des Obdachlosenmilieus und bildet den Mief der Bahnhofshallen, die Kälte, den Dreck, aber auch die soziale Wärme der Säuferclique einfach ab, anstatt daraus Geschichten zu schlagen. Dadurch läßt er seine Figuren im Stich: Jürgen Vogel muß Hagens Entwicklung fast ausschließlich aus eigener Kraft glaubhaft machen - eine Last, die kein Darsteller tragen sollte.

SzenenfotoTV Movie 03/1999: Hagens Vergangenheit bleibt ausgespart, wodurch auch Erklärungen für seine ruppige Handlungsweise fehlen. Es ist eine ungewöhnliche Herangehensweise ohne Betroffenheit à la "Eigentlich ist er ja wie du und ich, nur ein bißchen aus der Bahn geraten". So kann Jürgen Vogel seine ganze Schnoddrigkeit ausspielen. Und die beherrscht nun mal niemand besser als er. Dazu kommt eine sensible, fast liebevolle und alles andere als "sozial-voyeuristische" Beobachtung des Obdachlosenmilieus.

film-dienst 02/1999: Zwischen Milieugenauigkeit und emotionaler Überhöhung findet die Romanverfilmung eine beeindruckende Balance, die einer übermäßigen Romantisierung ebenso trotz wie plattem Realismus und dabei vor allem als das auch darstellerisch überzeugende Bild einer gesellschaftlichen Stimmungslage überzeugt.

Szenenfotokultur Spiegel 02/1999: Fettige Haare, verfilzte Wolldecken, dreckige Klos. Trotzdem keine Sozialpredigt, sondern ein Liebesfilm ohne Moral.

Cinema 02/1999: Unprätentiöse Sozialstudie. Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie "Wolfsmilch" und "Die große Flatter" mochten.

TV Spielfilm 03/1999: Etwas unentschlossenes Liebesdrama aus dem Pennermilieu, das viele Fragen offenläßt.

TV Today 03/1999: "23", "Kurz und schmerzlos" und dieser Film - das ist der neue deutsche Kino-Realismus.

Dirk Jasper FilmLexikon
© 1998 PolyGram © 1994 - 2010 Dirk Jasper