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INHALT: Schäferschwein Babe macht sich auf in die große Sadt. Der Anlaß ist eigentlich weniger lustig, denn Farmer Hoggett (James Cromwell) hat durch Babes Schuld einen schweren Unfall erlitten. Um die Farm vor dem Ruin zu retten, will Bäuerin Esme Hoggett (Magda Szubanski) mit Babe bei einer Landwirtschaftsausstellung das nötige Geld gewinnen. Doch, welch Mißgeschick, verpassen die beiden den Anschlußflug und bleiben im Großstadtdschungel hängen. In einer schummrig-schrägen Herberge, die von streunenden Hunden, Katzen und Affen bewohnt ist, finden sie Unterschlupf. Das Glück hält nicht lange vor, da eine böse Nachbarin Tierfänger auf den Plan ruft, die die Vierbeiner einfangen und in ein Versuchslabor bringen. Bis Babe mit seinen neuen und alten Freunden (vor allem Gänserich Ferdinand steht wieder mit Rat und weniger Tat zur Seite) gemeinsam auf Hoggetts Farm wieder glücklich vereint ist, sind noch etliche Abenteuer zu überstehen ... KRITIK: Es war klar, dass nach dem Überraschungserfolg von "Ein Schweinchen namens Babe" mit über 250 Millionen US-Dollar Einspiel in den USA und sechs Millionen Zuschauern in Deutschland das putzige Borstentier schon bald erneut über die Leinwand hoppeln würde. Der Fortsetzung hat sich George Miller ("Mad Max 1-3") diesmal persönlich angenommen, nachdem er den ersten Teil "nur" produzierte. Herausgekommen ist ein würdiger Nachfolger, der zwar nicht ganz so niedlich und kindgerecht ausfällt wie Teil 1, dafür aber mit einer etwas düstereren und surrealistischen Stimmung durchaus auch die Großen bestens unterhalten kann. Neben dem Hausschwein mit der süßen Stimme sind auch wieder Gänserich Ferdinand zugegen und das unübertroffene "Trio mausale" - die drei Mäuschen, die diesmal mit quitschigen Gesangseinlagen von Dean Martin oder Edith Piaf für Heiterkeit sorgen. Neu und weitaus bizarrer in ihrer Art sind dagegen die Großstadttiere, die weniger den "Oh wie süüüüüüß"-Effekt hervorufen als vielmehr Mitleid erregen in ihrem Heruntergekommensein wie die schmutzig-pinke Pudeldame oder der Hund mit dem Fahrgestell als Hinterteil. Das erinnert stark an die versifften Figuren aus Millers "Mad Max"-Filmen oder auch an die schrägen Gestalten eines Jean-Pierre Jeunet in "Delicatessen" oder "Die Stadt der verlorenen Kinder". Allen Tieren gemeinsam ist aber wieder die visuelle Perfektion der Gesichtszüge, die nicht erkennen lassen, ob es sich gerade um ein echtes oder ein animatronisches Tier handelt. Noch verblüffender ist allerdings, wie gut gelungen die Charakterzeichnung eines jeden Tieres vollbracht wurde. Bei der Gestaltung der modernen Metropolis (in der übrigens vom Pariser Eiffelturm über der Golden Gate Bridge San Franciscos bis zum Zuckerhut aus Rio alle bekannten Wahrzeichen dieser Welt aufeinmal zu finden sind) griff man auf surreale Gebäude mit pastellfarbenen Fassaden, die sicher auch einem Fellini gefallen würden. Wie überhaupt der Film diesmal europäischer und ambitionierter ausgefallen ist. Man muß sich schon ein bißchen daran gewöhnen, dass außer dem Borstentier Babe wenig in rosarotem Kitsch ertränkt wird. Das mag auch ein Grund dafür sein, dass "Babe 2" in den USA völlig gefloppt ist. Das liegt aber weniger am Film selber als an einer katastrophalen Marketing-Strategie von Universal, die noch vor Weihnachten Konsequenzen für die Studio-Spitze nach sich zog. Ob in Deutschland Babe nochmals soviele Saufreunde wird anziehen können, muß sich zeigen. Kinder jedenfalls werden sich an genügend lustigen Szenen (vor allem mit Ferdinand) erfreuen, während ihre Eltern schon mal das nötige Kleingeld für die Plüschvariante von Babe bereithalten können. Fazit: Etwas düstere, aber dennoch sehr gelungene Fortsetzung der Ferkelei, die zusammen mit Teil 1 die größte filmische Schweinerei der 90er Jahre aufweist - im besten Sinne des Wortes. "Schweinchen Babe in der großen Stadt" wird zu seinem Vorgänger im Genre Kinderfilm in etwa den Platz einnehmen, den "Das Imperium schlägt zurück" zu "Krieg der Sterne" im Science-Fiction-Genre aufweist.
MEINE WERTUNG: 8 von 10 möglichen Punkten
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