Über vier Millionen Dollar. Gefunden in einem schneeverwehten Flugzeug, versteckt vom Wald, bewacht nur von einem Toten und ein paar fleddernden Krähen. Drogengeld, auf das nie jemand Anspruch erheben wird. Glauben zumindest die drei Männer nach ihrem Fund, den sie für ein paar Monate verstecken wollen, bis die Luft wirklich rein ist.
Danach hat der besonnene Buchhalter Hank vor, mit seiner zunehmend manipulativen Frau Sarah ihr kleines Städtchen im US-Süden zu verlassen, in dem sie bislang freilich zufrieden gelebt hatten. Sein minderbemittelter Bruder Jacob will die verwahrloste Farm der Eltern in Schuß bringen. Und Jacobs bester Freund Lou wird seine Habgier zügeln müssen.
Guter Plan. Und so einfach. Nur Geduld müssen die Männer aufbringen. Und keine Gewissensbisse zeigen. Doch dass das Schicksal seine eigenen Pläne hat, wird schlagartig deutlich, als ein Unbeteiligter ums Leben kommt, während die Brüder ihre Spuren verwischen. Zu spät, jetzt noch umzukehren.
Mit schleichender Unausweichlichkeit ergreifen Angst und Argwohn von den Beteiligten Besitz. Seiten werden mit folgenschwerer Konsequenz gewählt. Eine Atmosphäre der Paranoia läßt sie alle erst verzweifeln und dann gefährlich werden. Als sich die Probleme bei einem nächtlichen Treffen der Männer entladen, sterben erneut Menschen. Jetzt können sich die Brüder nicht mehr einreden, aus unglücklichen Umständen das Beste gemacht zu haben.
Hinzu kommt ein Mann vom FBI, der auf der Spur der Millionen ist, die sich als Lösegeld zweier Entführer herausstellen. Mit fatalistischer Entschlossenheit, letzter Kraft und endgültig zerstörten Idealen machen sich die einander im Laufe der Ereignisse schmerzlich nahe gekommenen Brüder auf, auch diese Situation zu überstehen. Wieder ein Plan, der mißlingt. Und keiner der Überlebenden wird jemals wieder einen Tag mit ruhigem Gewissen verbringen können ...
Filmkritiken
film dienst 04/1999: Gelungene Parabel auf Schuld und Sühne, Versuchung und Integrität, die wesentlich durch die differenzierte Zeichnung der Hauptfiguren und deren darstellerische Verkörperung getragen wird.
kultur SPIEGEL 03/1999: Dem häufig gezogenen Vergleich mit "Fargo" hält der Film stand. Der frühere Horror-Regisseur Sam Raimi erzählt lakonisch, mitfühlend und bösartig. Moral: Für vier Millionen hackt jede Krähe der anderen die Augen aus.
Cinema 03/1999: Dieses Drama über drei Männer und vier Millionen Dollar ist ein Lehrstück über die Macht des Schicksals.
TV Spielfilm 05/1999: Ebenso ein spannender Thriller wie eine feinsinnige Studie über Gier und Mißgunst. Meisterhaft!
TV Movie 05/1999: Spannung im Schnee: fast so gut wie "Fargo".