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Alle Männer sind Killer, alle Frauen Huren und alle Polizisten korrupt - die Welt ist in Brian Helgelands "Payback" also noch in bester Ordnung. Nur Porter, ein Kleinkrimineller, hat ein Problem. Bei einem Überfall wird er ausgerechnet von seiner Frau und seinem Partner bös ausgetrickst und um seinen Anteil von 70.000 Dollar betrogen. Genau diese Summe und keinen Pfennig mehr will er natürlich jetzt wieder haben. Und damit hat Porter schon wieder ein Problem, denn sein Partner hat sich mit dem Geld in ein Verbrechersyndikat eingekauft und denkt überhaupt nicht daran, es freiwillig herauszurücken.So geschieht, was geschehen muß. Porter schießt sich langsam nach oben. Erst erwischt er die kleinen Ganoven, danach folgen die mittleren Chargen und schließlich sind die Mafia-Bosse höchstpersänlich an der Reihe. Und wie er dabei vorgeht, ist brillant. So cool und so selbstverständlich hat lange kein Actionheld auf der Leinwand agiert. Selbst die Anfälle von schlimmsten Zynismus sind noch gut zu ertragen, weil Mel Gibson diese Figur zum Glück stets mit einem leichten Augenzwinkern spielt. Und man seinen Spaß, endlich mal einen richtigen Bösen zu verkörpern, von der ersten bis zur letzten Minute des Films spürt. Auch die hat es natürlich in sich, denn als er seinen Job erledigt hat und er inzwischen so kaputt ausschaut wie sonst nur der ewige Weltretter Bruce Willis, fährt er mit seiner blonden Geliebten zum Frühstück - nach Kanada. Und wir Männer zumindest können von diesem Actionmärchen (nach Richard Starks Krimi "The Hunter") mal wieder ein paar Tage in unseren Büros zehren. Schließlich wären wir doch alle gern so eiskalt wie dieser Porter. Mit seinem Repertoire an obercoolen Sprüchen kämen wir ganz gut durchs Leben. Und die Mächtigen um uns herum aufs Kreuz zu legen, wäre auch längst mal fällig.
Aber selbst Zuschauer, die nicht unter solchen Männerphantasien leiden, werden bestimmt ihren Spaß haben mit diesem Film und seiner herrlich nostalgischen Parade an alten Leindwandfiguren. Typen, die allesamt ausschauen, als ob sie direkt aus den Detektivfilmen der vierziger und fünfziger Jahre entsprungen sind. Und die zudem von echten Haudegen wie Kris Kristofferson oder James Coburn verkörpert werden. - Kurzum: Was will man(n) eigentlich mehr?
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