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INHALT: Eigentlich läuft für den Ganoven Porter (Mel Gibson) alles optimal. Er hat eine hübsche Frau (Deborah Unger) und soeben mit seinem Kumpel Val (Gregg Henry) bei einem Coup 140.000 Dollar erbeutet. Als es jedoch ans Aufteilen der Beute geht, wird Porter von seiner Frau in den Rücken geschossen, und Val macht sich mit ihr und dem Geld aus dem Staub in dem Glauben, Porter sei tot. Doch dieser überlebt und beginnt Monate später einen Rachefeldzug, der ihn bis in die höchsten Kreise von Syndikatsbossen führt. Ihm zur Seite steht nur die Edelprostituierte Rosie (Maria Bello). Und während einer nach dem anderen den tödlichen Kugeln erliegt, will Porter nur seinen Anteil von 70.000 Dollar zurückhaben...nicht mehr und nicht weniger ... KRITIK: Brian Helgeland ist bislang als Drehbuchautor in Erscheinung getreten und bewegte sich dabei zwischen brillianten Entwürfen wie "L.A. Confidential" (für den es einen Oscar gab) und zum Gähnen langweiligen Arbeiten wie "Postman". "Payback" nun ist a) seine erste Regiearbeit nach eigenem Drehbuch, das auf den Roman "The Hunter" von Donald Westlake basiert und b) gleichzeitig ein Remake des Films "Point Blank" von John Boorman aus dem Jahr 1967, das ebenfalls auf der Romanvorlage basiert. Die düstere und nihilistische Art der Hauptfigur gefiel allerdings Mel Gibson (dessen Firma Icon den Film produzierte) nicht, da er um die Publikumsgunst fürchtete. Daher wurden Szenen von einem nicht näher genannten Regisseur (höchstwahrscheinlich Gibson selbst) nachgedreht, so dass der Film erst Monate später in die Kinos kommt. Die Box-Office-Zahlen aus den USA (72 Millionen Dollar bislang) mögen zwar im nachhinein für die Richtigkeit des Nachdrehens sprechen. Dennoch ist "Payback" ein überflüssiger Action-Film geworden, der nichts bringt, was nicht schon dutzendhaft woanders gezeigt wurde. Mel Gibson kann hier noch so sehr den bad guy mimen. Letztendlich bleibt er immer noch eine Identifikationsfigur ohne Ecken und Kanten, die die noch böseren Jungs mit brutalen Mitteln bekämpft und selber viel einstecken muß. Während in den "Lethal Weapon"-Streifen die Gewalt aber zumindest cartoonhaft irreal überzeichnet ist, kommt hier eine Variante ins Spiel, die durch den direkten und kompromißlosen Einsatz zwar den gewünschten Effekt erzielt, nämlich Lachsalven im Publikum, letztendlich aber doch den typisch coolen Zynismus der ausgehenden 90er Jahre offenbart. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass die angebliche Übertretung der "Political Correctness" nur eine Chimäre bleibt. Denn Frauen und Hunde bleiben von diesem wütenden Mann verschont, wie es sich gehört. Dabei hat Brian Helgeland durchaus gute Ansätze für einen überdurchschnittlichen Film zu bieten. Die in dunkle Grau- und Blautöne gehaltenen Bilder sind ebenso ansprechend wie die Grundkonstellation der Figuren, wobei vor allem die Nebenfiguren durch James Coburn und Kris Kristofferson starke Präsenz erreichen. Auch die Musik von Chris Boardman weiß zu überzeugen (wie überhaupt ein Film, in dem gleich zwei Dean Martin-Stücke zu hören sind, nie wirklich schlecht sein kann). Doch verpuffen alle diese Ansätze durch einen letztlich vorhersehbaren und spannungsarmen Plot und eben der nicht konsequent zu Ende gedachten Charakterisierung der Hauptfigur. Fazit: "Payback" ist ein Starvehikel par excellence für Mel Gibson, in dem er ein bißchen böse sein kann, ohne wirklich richtig böse zu sein. Schade, dass wir nie erfahren werden, was für einen tollen Film Brian Helgeland daraus gemacht hätte, wenn er freie Hand gehabt hätte ...
MEINE WERTUNG: 5 von 10 möglichen Punkten
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