In dem kleinen Ort Woburn in Neu-England, am Ufer des Aberjona-Flusses, starben einige Kinder an Leukämie. Die Eltern sind davon überzeugt, dass diese Krankheit nur dadurch entstanden ist, dass zwei Unternehmen in dieser Gegend ihre giftigen Lösungemittel in den Fluss leiten.
Acht Familien, an der Spitze Anne Anderson, wollen die Verantwortlichen für den Tod ihrer Kinder zur Rechenschaft ziehen. Sie beauftragen Rechtsanwalt Jan Schlichtmann, der vor Gericht auf Schadenersatz klagen soll. Schlichtmann übernimmt die Klage und wendet sich hierbei eigene große Geldsummen auf.
Anfangs scheint es, dass das Umweltverbrechen leicht nachzuweisen ist. Es entpuppt sich jedoch als ein vertracktes juristisches Labyrinth ohne erkennbaren Ausweg. Für den Fall seines Lebens setzt Schlichtmann seine Karriere und seine Existenz aufs Spiel - und verliert im Verlauf des rechtlichen Tauziehens nicht nur die Kontrolle über den hochkomplizierten Fall, sondern auch sein Haus, seine Besitztümer, schließlich sogar seine Kanzlei.
Doch eines verliert er nicht: die Entschlossenheit, für die Gerechtigkeit zu streiten, und die Besessenheit, bis zum Ende zu kämpfen.
Filmkritiken
Filmkritik von Ernst Corinth
Filmkritik von Gerhard Heeke
Filmkritik von Peter Halm
Dirk Jasper(CyberKino): Regisseur Steven Zaillians packendes Drama basiert auf einem wahren Fall, der sich in den 80er Jahren in East Woburn, Massachusetts, ereignete.
kultur SPIEGEL 04/1999: Der aalglatte Jan Schlichtmann (John Travolta) vertritt zunächst eher unwillig eine Gruppe von Eltern, deren Kinder durch Umweltgifte an Leukämie gestorben sind. Mit einer Mischung aus Größenwahn und Mitleid verbeißt er sich in den Fall, riskiert Firma und Karriere. Der Kampf gegen korrupte Konzerne ist als Thema so abgegriffen wie die Verkommenheit des amerikanischen Rechtssystems. Sehenswert allerdings, wie Robert Duvall den Platzhirsch Travolta an die Wand spielt.
TV Movie 09/1999: Vorlage war Jonathan Harrs Bestseller über den wahren Jan Schlichtmann, der in den 80er Jahren bei seinem gerichtlichen Kreuzzug 2,6 Millionen Dollar ausgeben mußte. Regisseur Zaillian ist Spezialist für die Adaption wahrer Storys: Er schrieb u. a. die Drehbücher für Schindlers Liste und "Zeit des Erwachens". Es geht also auch anders als in diesen Justiz-Krachern à la Grisham "Akte" mit ihren Gut-Böse-Standards und aufgesetzten Action-Szenen. Schillernd ist gerade die Rolle von Robert Duvall, der zwar auf der "falschen Seite" kämpft, trrotzdem zum Sympathieträger wird - und so den grundguten Travolta an die Wand spielt. "Zivilprozeß" ist ein leiser Film, der seine ganze Spannung aus dem authentischen Fall bezieht: der Ohnmacht des einzelnen gegen die geballte Macht der Industrie.
Der Spiegel 16/1999: Steve Zaillian (Drehbuch und Regie) hat daraus einen soliden Justiz-Thriller gemacht, bei dem am Ende, logisch, die Gerechtigkeit siegt. Travolta aber verliert trotzdem: Robert Duvall als fieser Konzernanwalt stiehlt ihm glatt die Show.
film-dienst 08/1999: Der ehrenwerte Versuch, einem tatsächlichen Fall zu verfilmen, leidet unter zu schwacher Psychologie und einer übertriebenen Faktentreue, die auf Kosten der dramatischen Kraft geht.
TV Spielfilm 09/1999: Faszinierender Film mit ungewöhnlichem Verlauf nach einem wahren Fall.