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"Zivilprozeß" beruht auf einem wahren Fall. Der Rechtsanwalt Jan Schlichtman
betreibt zusammen mit seinen Partnern eine Anwaltskanzlei, die sich auf
Schadensersatzforderungen bei Unfällen spezialisiert hat. Das Geschäft läuft
gut. Eines Tages bitten ihn ein paar Eltern sie vor Gericht zu vertreten. In
allen betroffenen Familien sind die Kinder an Leukämie gestorben. Die Eltern
sind davon überzeugt, dass ein paar lokale Firmen das Trinkwasser
verunreinigt haben und dass der Tod der Kinder damit in direktem Zusammenhang
steht. Schlichtman zögert. Er weiß, dass dieser Prozeß sehr teuer werden
wird. Die betroffenen Eltern sind alle arm. Es müssen Unmengen von Gutachten
und Analysen erstellt werden. All dies muß vorfinanziert werden. Außerdem
glaubt er, dass auch bei den Firmen nichts zu holen sein wird, um seine
Unkosten wieder reinzubekommen. Hinzu kommt, dass die Eltern eigentlich nicht
an Schadensersatz interessiert sind. Sie wollen lediglich, dass die
Schuldigen gefunden werden und sie von den verantwortlichen Personen eine
Entschuldigung erhalten. Schlichtman ist schon auf der Rückreise, als er
sich die Firmen doch noch vor Ort ansieht. Er findet heraus, dass die
örtlichen Firmen Tochterunternehmen zweier sehr großer, finanzkräftiger
nationaler Unternehmen sind. Er wittert das große Geld. Er und seine Partner
investieren buchstäblich alles in diesen einen Prozeß ... "Zivilprozeß" ist ein typisch amerikanischer Gerichtsfilm. Man sieht die Parteien bei endlosen Verhandlungen in irgendwelchen Konferenzsälen. Es werden Absprachen auf Fluren getroffen und Entscheidungen in Richterzimmern gefällt. Das ganze ist zwar leidlich spannend erzählt, bietet dem deutschen Zuschauer aber rein gar nichts. Die Ursachen der Umweltkatastrophe bleiben ausgeblendet. Der Film konzentriert sich auf die juristischen Folgen. Und die sind naturgemäß voll auf das doch recht fremde amerikanische Rechtssystem zugeschnitten. Die Anwälte der jeweiligen Parteien sind die "Stars" des Films. In der Rolle des Jan Schlichtman sehen wir einen recht pausbäckigen John Travolta. Der zeigt zwar eine ganz ordentliche Leistung, aber die wirklich herausragenden Elemente fehlen in diesem Film völlig. Wesentlich besser haben mir da schon Robert Duvall, als gegnerischer Anwalt, James Gandolfini (als betroffener Vater) und Wiliam Macy (einer der Partner Schlichtmans) gefallen. Ihre darstellerischen Leistungen sind glaubwürdiger, lebensnaher. Fazit: Sehr typischer amerikanischer Gerichtsfilm ohne Besonderheiten
5 von 10 Schauprozessen
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