Ernst Corinth über
Rugrats: Der Film
Jetzt schlägt
die Schnullerfraktion zurück. Und siehe da, in den USA war der
erste Kino-Ausflug dieser Baby-Bande gleich ein Riesenerfolg. Auch
im Fernsehen sind die Rugrats dort schon seit längerem die
populärste Kinderserie. Doch bei uns werden es diese
Mini-Mini-Helden um Baby Tommy Pickler vermutlich ein bißchen
schwerer haben. Ihre Zeichentrick-Abenteuer liefen einst auf dem
mittlerweile eingestellten deutschen Ableger des US-Kinderkanals
"Nickelodeon" und laufen derzeit versteckt im
Frühmorgen-Programm auf Pro7.
Dennoch wer als Kind die Nase
voll hat von all den honigsüßen Disney-Schinken, der
kommt in "Rugrats - Der Film" (Regie: Norton Virgien, Igor
Kovalyov) auf seine Kosten. Das fängt bereits bei der poppigen
Musik an, geht weiter über die schrägen und coolen
Sprüche dieser Windel-Rasselbande, die sich nicht scheut,
ausführlich über das zu reden, worüber man als
Erwachsener sich nicht mehr zu sprechen traut. Auch die Geschichte
ist entsprechend wild und schnell erzählt und zitiert witzig
aus bekannten Leinwandstreifen.
Dabei dreht sich alles um Tommys
kleinen Bruder, der irgendwie nicht den Vorstellungen seiner
Freunde entspricht. Und den sie deswegen am liebsten dorthin
zurückbringen wollen, wo er hergekommen ist. Doch der Plan
läuft schief, die Kinder landen nicht im "Baby-Laden" des
Krankenhauses, sondern in einem ganz finsteren Märchenwald und
erleben dort Abenteuer wie einst schon Indiana Jones. Bloß
hatte der ja, wenn wir uns richtig erinnern, keine Windeln um.
Kurzum: ein netter Spaß nicht für die Schnullerfraktion
unter den Kinozuschauern.
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2010 Dirk Jasper |
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