Nun beißen sie
wieder. Und in die breiten Fußstapfen von Bela Lugosi,
Christopher Lee, Klaus Kinski oder zuletzt Stephen Dorff
(,,Blade'') tritt als Obervampir Thomas Ian Griffith, der bereits
bei seinem Kinodebüt in John G. Avildsens ,,Karate Kid, Teil
3'' (1989) einen Schurken gespielt hat. Als Untoter hat er zwar
jetzt in ,,John Carpenter's Vampires'' standesgemäß schon
'ne Menge Jahrhunderte auf dem Buckel, gleichwohl ist Griffith
einer der ansehnlichsten Leinwandvertreter dieser Spezies von
Nachtwesen.
Aber bei Vampiren ist sowieso alles ganz anders. Und manches hat sich im Verlauf der inzwischen mehr als 70 Jahre langen Vampir-Kinogeschichte geändert. Das erfährt man gleich zu Anfang aus dem Mund des Vampirjägers Jack Crow (James Woods, nur echt mit Sonnenbrille), der erst einmal mit den falschen Mythen um schützende Knoblauchknollen oder Kruzifixe aufräumt. Was uns also Roman Polanski in ,,Tanz der Vampire'' als Theorie aufgetischt hat, ist totaler Blödsinn. Was nämlich wirklich hilft, sind Silberkugeln und ein Pfahl ins Herz, den Rest besorgen dann die Sonnenstrahlen. Und genauso gehen Crows Männer vor, die übrigens im Auftrag des Vatikans handeln. Bloß den besagten Vampirschönling Valek bekommen sie einfach nicht an den Haken. Das dauert gut 100 Kinominuten lang, und in dieser Zeit hechelt sich der Film von einem blutigen Gemetzel zum nächsten: Szenen, die so übertrieben brutal daherkommen, dass sie anfangs tatsächlich witzig wirken und wohl auch so wirken sollen, aber auf die Dauer erzeugt diese dann doch recht einfallslose Aneinanderreihung von Western-Showdowns, verglühenden Vampirkörpern, heftig zerfleischten Menschenopfern und anderen Splatter-Effekten nur noch Langeweile. Und viel interessanter und auch komischer ist das seltsame Phänomen, dass die vom Vampir gebissene und vom Vampirjäger-Oberassistenten Montoya (Daniel Baldwin) geliebte, aber ansonsten nicht weiter bemerkenswerte Katrina (Sheryl Lee) in diesem Spektakel offenbar nur ein einziges knitterfreies Kostüm verbraucht hat. Viel ist John Carpenter also bei
seinem Vampirdebüt nicht eingefallen. Auf die sonst ja gern
ins Spiel gebrachte ach so untergründige Sexualität
verzichtet er sogar völlig. Sein Versuch das Genre mit ein
bißchen Western-Atmosphäre aufzupeppen, wirkt eher
läppisch. Und selbst das Bestreben seines Vampir-Helden sich
mittels eines mysteriösen Kreuzes ewiges Leben auch im
Sonnenlicht zu sichern, ist kein neuer Einfall. Dabei hat man sich
von dem Regisseur, der spätestens seit ,,Halloween'' in der
Horrorszene eine Kultfigur ist, so viel versprochen. Aber sein
letzter Biß geht eben leider voll daneben.
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Nun beißen sie
wieder. Und in die breiten Fußstapfen von Bela Lugosi,
Christopher Lee, Klaus Kinski oder zuletzt Stephen Dorff
(,,Blade'') tritt als Obervampir Thomas Ian Griffith, der bereits
bei seinem Kinodebüt in John G. Avildsens ,,Karate Kid, Teil
3'' (1989) einen Schurken gespielt hat. Als Untoter hat er zwar
jetzt in ,,John Carpenter's Vampires'' standesgemäß schon
'ne Menge Jahrhunderte auf dem Buckel, gleichwohl ist Griffith
einer der ansehnlichsten Leinwandvertreter dieser Spezies von
Nachtwesen.