Long Hello And Short Goodbye

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken • Bemerkungen • ProduktionsnotizenAusführlicher Inhalt • Interviews mit Nicolette Krebitz, Marc Hosemann, Sunnyi Melles, Axel Milberg, Katja Riemann, Rainer Kaufmann •

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Long Hello And Short Goodbye
Genre: Krimi
Farbe, Deutschland, 1999, FSK 16

Kino Deutschland: 1999-07-15
Laufzeit Kino: 95 Minuten
Kinoverleih D: Warner Bros.

DVD-Cover
DVD-Cover DVD Deutschland: 2001-05-17
Laufzeit DVD: 126 Minuten
Anbieter: Warner Home Video

Video Deutschland: 2000-01-21
Kaufkassette: 2000-07-13
Laufzeit Video: 91 Minuten
Anbieter: Warner Home Video



Szenenfoto Es geht um Verbrechen: "Jeder Mensch meidet das, was seine tiefste Angst ist." Am Ende des Films liegen lauter Leichen herum. Das gehört sich so beim Showdown; wie in Scarface, wie in Tristan und Isolde, wie in Romeo und Julia. Damit es dazu kommen kann, bedarf es eines kunstvollen Ränkespiels. Und das geht so: Der böse Bulle will den Jungen erledigen. Der Junge war mal Panzerknacker und saß zu lange im Knast. Also setzt der Bulle das Mädchen auf ihn an.

Eine Falle, natürlich: beim nächsten Sündenfall ist der Junge erledigt. Das Mädchen arbeitet für den Bullen und verliebt sich in den Jungen. Da der Bulle einen finsteren Plan hat, wechselt das Mädchen die Seiten. In diesem Film wechselt jeder die Seiten ? fast jeder.

Szenenfoto Es geht um Liebe: "Okay, laß mich raten: du warst bei deiner alten Freundin, und die war eifersüchtig." Der Junge hat natürlich eine alte Freundin. Das Mädchen weiß das, und es ist okay. Aber auch der Bulle hatte mal eine alte Freundin. Und was der Junge und das Mädchen nicht wissen, ist, dass es dieselbe alte Freundin ist.

Und da sie den Bullen einmal wegen des Jungen verlassen hat, verfolgt der Bulle diesen nun mit dem kalten Haß des Psychopathen. Doch mit einem Schlag wird der Bulle erfahren, dass seine alte Freundin auch alte Loyalitäten empfindet. Aber dann ist es schon zu spät ...

Szenenfoto Es geht um Freundschaft: "Echte Gangster achten immer total genau darauf, dass sie nach außen hin ein normales Bild abliefern." Alles ist eine große Inszenierung. Der Bulle spielt einen Ehrenmann und inszeniert eine Treibjagd, um den Jungen zur Strecke zu bringen. Das Mädchen spielt eine Polizistin und inszeniert einen Einbruch, um den Bullen zur Strecke zu bringen. Der Junge und die alte Freundin spielen am liebsten mit ihren Waffen.

Und am Schluß dieser Inszenierung sind jede Menge Mitspieler tot. Ein paar Figuren, die gar nicht genau begreifen, was gespielt wird, und ein Drahtzieher, der immer dachte, er hätte die Fäden in der Hand. Und der Junge mit seinem Mädchen? Die haben nichts in der Hand, aber ein paar Kugeln im Leib. Aber vielleicht ist Liebe stärker als der Tod ...


SzenenfotoDarsteller: Nicolette Krebitz (Melody), Marc Hosemann (Ben), Sunnyi Melles (Aurelia), Axel Milberg (Percy), Dietrich Hollinderbäumer (Kahnitz), Martin Glade (Dennis), Katja Riemann (Ida), Hannelore Hoger (Therapeutin), Stefan Kurt (Arzt), Albert Kitzl (Dealer), Gustav-Peter Wöhler (Verkäufer), Eva Kryll (Sachbearbeiterin), Michael Benthien (Rezeptionist), Jimmy Yassa-Campos (Tresenmann), Atto Suttarp (Pizzamann), Gernot Endemann (Kommissar)

Regie: Rainer Kaufmann

Stab: • Produzenten: Henrik Meyer, Andre Fahning für Letterbox Filmproduktion • Drehbuch: Jeff Vintar, Martin Rauhaus • Vorlage: - • Filmmusik: Fetisch & Meister • Kamera: Klaus Eichhammer • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Knut Loewe • Schnitt: Ueli Christen • Kostüme: Ursula Welter • Make Up: Guido Lutz, Daniel Schröder • Ton: Martin Müller • Toneffektschnitt: - • Stunts: Rainer Werner (Koordinator), Sascha Greczak (Auto-Stunts) •


SzenenfotoFilmkritiken

Der Spiegel 1999-28: Zu manieriert wirkt Kaufmanns Versuch, Ende der Neunziger ein Genre der Vierziger in der Optik der Siebziger Jahre wiederzubeleben. So erweist sich die Geschichte um einen aus dem Knast entlassenen Tresorknacker an den (Kunst-) Haaren der Krebitz herbeigezogen, die Dialoge sind schwergängig wie Panzertüren, und ein schwarzer Anzug (wie ihn der von Marc Hosemann gespielte Gangster trägt) rechtfertigt noch nicht die Bezeichnung "Film moir". Kaufmanns Beitrag zur Schwarzen Serie bleibt blaß und blasiert. Oder sollte das etwa das Neue daran sein?

Kultur Spiegel 1999-07: Jeder betrügt hier jeden: der Bulle das Mädchen, das Mädchen den Gangster, der Gangster seine Ex. Film-Noir-Fragmente hat der Regisseur Rainer Kaufmann mit Manierismen und vorsätzlichen Handlungsbrüchen zu einem Zitate-Thriller montiert. Neben den Jungstars Nicolette Krebitz und Marc Hosemann spielt das modische SetDesign eine Hauptrolle. Ein LifestyleKrimi für die Generation Wallpaper".

film-dienst 14/1999: Kriminalfilm, der die Tradition des "film noir" mit den effektvollen Mitteln des gegenwärtigen Erzählkinos weiterführen will. Darstellerische Glanzlichter sowie einige inszenatorische Kabinettstücke können aber auf Dauer nicht die Leere und Gehaltlosigkeit des Unternehmens verbergen.

SzenenfotoRhein-Zeitung 1999-07-14: Regisseur Rainer Kaufmann wartet nach seinem Film Die Apothekerin erneut mit einer bizarren Geschichte auf. Kaufmann bietet in seinem Streifen noch eine ganze Reihe schräger Figuren.

Cinema 07/1999: Dabei kann er's doch: Trotzdem hat Rainer Kaufmann (Die Apothekerin) es geschafft, einen so öden Film abzuliefern, dass ihm die goldene Gurke '99 leider sicher sein dürfte.

TV Today 15/1999: Reife Leistung des Ausstatters. Alles andere schien den Machern nicht so wichtig zu sein.

kultur SPIEGEL 1999-08: Etwas bemühter Thriller mit Nicolette Krebitz und Marc Hosemann.

TV Spielfilm 15/1999: Ungewöhnlich, seltsam, sehenswert und so wenig deutsch wie der Titel.


SzenenfotoBemerkungen


Dirk Jasper FilmLexikon
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