So haben wir gelacht

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Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: So haben wir gelacht
Titel Italien: Cosi ridevano
Genre: Melodram
Farbe, Italien, 1998, FSK 12

Kino Deutschland: 1999-07-22
Laufzeit Kino: 127 Minuten
Kinoverleih D: Prokino



Szenenfoto Giovanni hat ein ehrgeiziges Ziel. Er, der selbst Analphabet ist, möchte, dass sein jüngerer Bruder Pietro Grundschullehrer wird und das hierfür nötige Examen ablegt; nicht eines guten Verdienstes wegen oder gar in der Erwartung von Reichtum, sondern aus dem insgeheim gehegten Wunsch heraus, dass zumindest dem kleinen Bruder, den er wie einen Sohn liebt, jene Schätze, die man sich durch die Bildung erschließen kann und die einen unweigerlich zum Wohlstand führen müssen.

Es erweist sich, dass bei dem Vorhaben viele Hindernisse zu überwinden sind, und der Ausgang des Abenteuers ist beunruhigend. Vielleicht werden die beiden Brüder niemals Klarheit darüber gewinnen, ob sie nun am Ende gewonnen oder verloren haben, und wieviel es sie gekostet hat, einfach nur erwachsen zu werden und im Leben vorwärts zu kommen ...


SzenenfotoDarsteller: Enrico Lo Verso (Giovanni), Francesco Giuffrida (Pietro), Claudio Contartese (Rosario), Vittorio Rondella (Gehilfe von Giovanni), Paolo Sena (Professor Rosini), Simonetta Benozzo (Ada)

Regie: Gianni Amelio

Stab: • Produzenten: Vittorio Cecchi Gori, Rita Cecchi Gori • Drehbuch: Gianni Amelio • Vorlage: - • Filmmusik: Franco Piersanti • Kamera: Luca Bigazzi • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Giancarlo Basili • Schnitt: Simona Paggi • Kostüme: Gianna Gissi • Make Up: - • Ton: Alessandro Zanon • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Dirk Jasper (CyberKino) Mit einem großen epischen Entwurf erzählt Gianni Amelio die Geschichte zweier sizilianischer Brüder, die Ende der 50er Jahre nach Turin gehen, um dort ihr Glück zu machen. Ein Film vor dem Hintergrund des italienischen Nord-Süd-Konfliktes über Bruderliebe, Opferbereitschaft und bedingungslose Hingabe, über den Verlust der Unschuld, der nicht von ungefähr an Viscontis "Rocco und seine Brüder" erinnert.

Der Spiegel 1999-29: "So haben wir gelacht", der 1998 den Hauptpreis des Filmfests von Venedig gewann, beruft sich auf große Vorläufer des italienischen Neorealismus, gerade Viscontis "Rocco und seine Brüder", reicht aber nicht an sie heran. Amelio lädt die politische und moralische Tragik einer ganzen Ära auf den Schultern seiner verstörten Helden ab. Das ist mehr, als sie tragen können.

Szenenfotofilm-dienst 1999-15: Die Bemühung, ein Gleichnis auf gesellschaftliche Fehlentwicklungen entstehen zu lassen, scheitert jedoch auf Grund zahlreicher psychologischer Unglaubwürdigkeiten und einer prätentiösen Inszenierung.

Rhein-Zeitung 1999-07-21: Der Film ist eine Chronik dieser Epoche und zugleich ein einfühlsames Familienporträt. Wie in einem Tagebuch erzählt Regisseur Gianni Amelio sechs Episoden zwischen 1958 und 1964. In Venedig erhielt das Werk den Gldenen Löwen.

TV Today 1999-15: Der Titel ist nicht Programm: Das düstere, melancholische Brüder-Drama erinnert an die Filme des Neorealismus, zeigt sich aber weniger kraftvoll.

Cinema 1999-07: Gutgemeinte, aber in drögem Sozialkitsch watende Studie über den elenden, grauen Alltag der norditalienischen Arbeiterklasse.


SzenenfotoBemerkungen

"So haben wir gelacht" wurde auf den Filmfestspielen in Venedig 1998 mit dem "Goldenen Löwen" ausgezeichnet.

Die Handlung des Films umfaßt einen Zeitraum von sechs Jahren, von 1958 bis 1964, wobei jedes Jahr anhand der Ereignisse eines bestimmten Tages veranschaulicht wird. Es wird also von sechs Tagen berichtet, die den sechs Kapiteln des Films entsprechen: Ankunft, Betrügereien, Geld, Briefe, Blut, Familien.

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