Orazbaj lebt mit seinem Vater in der usbekischen Republik Karakalpakstan. Baumwollplantagen und Industrieanlagen haben die Landschaft zerstört. Der Aralsee - die Lebensgrundlage der Menschen - trocknet aus. Orazbajs Vater, ein alter Fischer, trotzt dem Schicksal. Obwohl sein Kahn inmitten öder Sanddünen unaufhaltsam verrottet, hält ihn kein vernünftiger Einwand davon ab, sein Schiff funktionsbereit zu halten.
Orazbaj erträgt die Absurdität nicht länger und schifft sich als blinder Passagier ein. In Rotterdam findet er bei der Familie eines Seemanns Unterschlupf und wird für Maarten, den kleinen Sohn, zum zweiten Vater. Als schließlich Katharina, Maartens Mutter, Orazbaj in ihr Bett ruft, beginnt für die drei eine kurze Zeit stillen Glücks.
Der Seemann erträgt die Situation nicht und schaltet die Ausländerpolizei ein. Am nächsten Tag wird Orazbaj ausgewiesen. Als Maarten am Telefon erfährt, dass der Aralsee noch immer trocken liegt, öffnet er die Wasserhähne. Denn Wasser fließt schnell, wenn man sich liebt: nur eine halbe Stunde bis Usbekistan ...
Filmkritiken
film-dienst 1999-15: Ein unspektakulärer Film, der dem universellen Wunsch nach Harmonie angemessen gerecht wird, indem er sich ganz auf die Figuren konzentriert. Schönheit gibt es weder in Usbekistan noch in Rotterdam, wohl aber in den porträtierten Menschen selbst.
Cinema 1999-08: Preisgekröntes, besinnliche-humorvolles Road-Movie über einen jungen Mann aus Usbekistan, der im Westen neu anfangen will - und immerhin bis nach Rotterdam kommt.
epd-Film 1998-06: Ein eindrucksvolles Beispiel eines humanistischen Kinos.
Bemerkungen
Bester Spielfilm, Filmfestival Mannheim-Heidelberg, 1997
Preis der Internationalen Ökumenischen Jury, Mannheim-Heidelberg, 1997
John Templeton-Filmpreis der evangelischen Kirche, 1997
Silver Rosa Camuna, Bergamo Filmfestival, 1998
International Jury Award, Internationales Filmfestival Rennes, 1999