Die Farbe der Lüge

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Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Die Farbe der Lüge
Titel Frankreich: Au Coeur du Mensonge
Genre: Krimi
Farbe, Frankreich, 1999, FSK 12

Kino Deutschland: 1999-08-12
Laufzeit Kino: 112 Minuten
Kinoverleih D: Prokino



Szenenfoto In einem bretonischen Fischerdorf finden Kinder die Leiche der zehnjährigen Eloise. Die junge, frisch beförderte Kommissarin Frederique Lesage verhört als erstes Rene, einen Maler, der seinen Lebensunterhalt als Zeichenlehrer verdient. Er hat Eloise als letzter lebend gesehen.

Obwohl Rene und mehr noch seine Frau Viviane im Dorf akzeptiert sind, gelten sie doch nicht als "Hiesige". Viviane hält die Beziehungen zum Mikrokosmos der dörflichen Gemeinschaft durch ihren Beruf als Krankenpflegerin aufrecht. Für Rene, eine zweifelnde, suchende Künstlernatur, ist sie die Verbindung zum Leben.

Der Star des kleinen Ortes ist der von den Medien umschwärmte Erfolgsschriftsteller und Frauenheld Germain-Roland Desmot. Viviane läßt sich von ihm hofieren. Für Rene, dem dies nicht entgeht, gerät die Welt ins Wanken. Gleichzeitig brauen sich immer mehr Gerüchte um ihn zusammen. Und dann erschüttert noch ein zweiter Mordfall das Städtchen ...


SzenenfotoDarsteller: Sandrine Bonnaire (Viviane), Jacques Gamblin (Rene), Valeria Bruni-Tedeschi (Frederique Lesage), Antoine de Caunes (Germain-Roland Desmot), Bernard Verley (Inspektor Loudun), Bulle Ogier (Yvelyne Bordier), Pierre Martot (Regis Marchal), Noel Simsolo (Bordier), Rodolphe Pauly (Victor), Adrienne Pauly (Anna)

Regie: Claude Chabrol

Stab: • Produzenten: MK2 Productions / France 3 Cinema • Drehbuch: Odile Barski, Claude Chabrol • Vorlage: - • Filmmusik: Matthieu Chabrol • Kamera: Eduardo Serra • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Francoise Benoit-Fresco • Schnitt: Monique Fardoulis • Kostüme: Corinne Jorry • Make Up: Jocelyne Lemery • Ton: Jean-B. Thomason, Claude Villand, Michel Thieriet • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Dirk Jasper (CyberKino) Mit "Die Farbe der Lüge" knüpft Altmeister Claude Chabrol an seine psychologischen Kriminalgeschichten der Vergangenheit an. Einmal mehr blickt er mit dieser großartig besetzten Studie hinter die Fassaden gepflegter Bürgerlichkeit und führt den Zuschauer bei der Analyse allgegenwärtiger Lügen immer wieder geschickt auf falsche Fährten.

film-dienst 1999-15: Distanziert inszenierte Kriminal-, Provinz- und Liebesgeschichte, die ein hintergründiges Verwirrspiel um Lüge und Wahrheit betreibt, aber auch die Kraft der Liebe beschwört. Vor allem die ausgezeichnet geführten und intensiv spielenden Schauspieler und viele Verweise auf Chabrols frühere "filmischen" Abrechnungen mit der Bourgeoisie machen den 50. Film des "Nouvelle Vague"-Mitbegründers zu einem nicht nur intellektuellen Vergnügen.

SzenenfotoRhein-Zeitung 1999-08-11: Einen Beziehungskrimi über zwischenmenschliche Verstrickungen, Lügen und Halbwahrheiten bietet Altmeister Claude Chabrol mit seinem Film "Die Farbe der Lüge". In dem zurückhaltenden Drama soll der Mord an einem zehnjährigen Mädchen aufgeklärt werden, doch das eigentlich Spannende ist eine Menage à Trois.

Brigitte 1999-17: Nach über 40 Jahren hinter der Kamera weiß Regisseur Claude Chabrol, wie man Kriminalgeschichten auch ohne Blutvergießen spannend erzählt. (...) Claude Chabrol gelingt wieder einmal eine faszinierende Studie von normalen Menschen in einer Extremsituation.

FAZ: Raffiniert. Bonnaire und Gamblin spielen so gut zusammen, dass man sich - bei allem Respekt gegenüber dem Film - am liebsten mit einer Schere in den Vorführraum stehlen möchte, um sich die besten Stellen zu sichern.

Szenenfotokultur SPIEGEL 1999-08: Den Regisseur Claude Chabrol interessiert die Frage nach dem Täter nur mäßig: Ihn fasziniert die starke Viviane, die Männer kleinmacht und dem dörflichen Muff trotzt.

Cinema 1999-08: Claude Chabrol kann's immer noch: Auch in seinem 52. Kinofilm analysiert der Franzose gewohnt böse und klug die seelischen Verkrüppelungen seiner Helden.

Der Tagesspiegel: Chabrol erzählt diesmal mit ganz besonders leichter, um nicht zu sagen: lässiger Hand.

Berliner Kurier: Vom Meister eines Kinos gänsehautträchtiger Spannung. Ausgeklügelte Story.

taz - Die Tageszeitung: Meisterlich.

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