Das Ehepaar Harford: Er ist ein erfolgreicher Arzt, sie eine nicht ganz so erfolgreiche Galeristin. Die Ehe der beiden ist glücklich, sie haben ein gemeinsames Kind und die Liebe zwischen den beiden ist immer noch so frisch, wie am ersten Tag. Sie werden von einem Patienten Wiliams zu einer Party eingeladen.
Auf der Party verbringt sie die meiste Zeit mit einem charmanten, älteren Herrn, der ihr den Hof macht. Während William zunächst von zwei jungen Frauen und dann von dem Gastgeber Viktor Ziegler in einer pikanten Angelegenheit in Beschlag genommen wird. Mr. Ziegler hat ein Problem mit einem weiblichen Gast, dem ein Drogencocktail fast zum Verhängnis geworden wäre.
Am nächsten Abend reden Wiliam und Alice über die Party. Unter dem Einfluss des Joints, den sich beide geteilt haben, eskaliert die Unterhaltung. Alice gesteht ihm, dass sie vor Jahren bei einem gemeinsamen Urlaub einen Mann gesehen habe, für den sie alles stehen und liegen gelassen hätte, wenn er sie nur darum gebeten hätte.
Dieser "Ehebruch" in der Phantasie bringt William vollkommen aus dem seelischen Gleichgewicht. Immer wieder stellt er sich vor, wie es die beiden getrieben haben könnten! Er irrt durch die Stadt. Trifft sich mit einer Hure - schläft aber nicht mit ihr.
Er trifft seinen alten Schulfreund Nick wieder, der sich als Pianospieler durchs Leben schlägt. Dieser erzählt ihm von einer phantastischen Orgie, die regelmäßig im geheimen auf einem außerhalb gelegenen Landsitz stattfindet. Menschen würden es dort, mit Masken und Kostümen verkleidet, vollkommen zügellos zur Sache gehen lassen. William beschließt sich dort einzuschleichen, nicht ahnend auf was er sich dort einlassen wird und wie es sein weiteres Leben ändern wird ...
Filmkritiken
Filmkritik von Gerhard Heeke
film-dienst 1999-18: In enger Anlehnung an Arthur Schnitzlers "Traumnovlle" (1925) beschwört Stanley Kubricks letzter Film in suggestiven Szenenfolgen die Zerstörbarkeit erotischer Liebe durch den sich verselbständigenden sexuellen Trieb. Trotz aller Faszinationskraft der Gestaltung, die Traum und Wirklichkeit auf unentwirrbare Weise mischt, entbehrt die psychoanalytische Komponente des Stoffes der Glaubwürdigkeit, weil die Ansiedlung der Handlung im heutigen New York die Ereignisse ihrer motiverenden Einbettung in den Sittenkodex des europäischen Bürgertums zur Zeit des frühen 20. Jahrhunderts beraubt.
Kultur Spiegel 1999-09: Seine Verfilmung der "Traumnovelle" von Arthur Schnitzler ist ein schwerblütiges Alterswerk voller Selbstreferenzen und mächtiger Bilder. Kein Sex-Spektakel, sondern ein rätselhaftes Vermächtnis.
Cinema 1999-09: Das Vermächtnis eines Filmgenies: Im letzten Werk des verstorbenen Regisseurs Stanley Kubrick testen Tom Cruise und Nicole Kidman die Grenzen sexueller Konventionen.