Als ein Seeman am ersten Tag dieses Jahrhunderts an Bord des Passagierdampfers "Virginian" ein Findelkind aufnimmt und es auf den Namen Neunzehnhundert tauft, beginnt die wundersame Reise des Ozeanpianisten.
Schon als Kind spielt er so virtuos Klavier, wie es zuvor noch nie ein Mensch gehört hat. In seiner Musik beschreibt er die Menschen und das Leben, wie es ihm nur seine unendliche Vorstellungskraft erlaubt. Denn auch als erwachsener Mann hat Neunzehnhundert das Schiff nicht für einen Tag verlassen. Und Fragen seines besten Freundes, des gütigen Trompetenspielers Max, entgegnet er, dass Landsleute zuviel Zeit damit verbringen, nach dem Warum dieser Welt zu verbringen.
So sieht Neunzehnhundert auf der "Virgian" europäische Immigranten auf dem Weg in die neue Welt kommen und gehen, weiß gelegentliche Besucher wie den Jazz-Pianisten Jelly Roll Morton bei einem musikalischen Duell eine Spur demütiger nach Hause zu schicken und sehnt sich scheinbar nach nichts. Bis eine junge Frau sein reines Herz berührt und den Wunsch in diesem guten Schiffsgeist weckt, festen Boden unter den Füßen zu spüren. Doch als es soweit ist, macht Neunzehnhundert im letzten Moment wortlos und verstört kehrt.
Erst etliche Jahre nachdem der Zweite Weltkrieg auch die Zukunft der "Virginian" zerstört hat, findet Max Neunzehnhundert wieder und begreift dessen wahre Beweggründe. Doch derweil tickt die Bombe, mit der das Schiff seinem Seegrab zugeführt werden soll - mit oder ohne Neunzehnhundert an Bord ...
Filmkritiken
Dirk Jasper FilmLexikon: "Die Legende vom Ozeanpianisten" knüpft in seiner Musik- und Bildgewalt an die Tradition der großen italienischen Filme auf dem internationalen Partett an und ist doch in seiner Thematik eine Metapher für das ausgehende 20. Jahrhundert. Voller Leidenschaft trifft er die Stimmung unserer Epoche, melancholisch auf der einen Seite, voller Freude und Neugier auf der anderen. Ein Film, den man lesen kann wie ein Buch. Ennio Morricone schuf für den Film eine Musik, die einer poetischen Explosion gleich kommt.
TV Today 1999-20: Ein wunderbar weltfremder Tim Roth, Ennio Morricones genialer Soundtrack, üppige Kulissen, stimmungsvolle Bilder: Regisseur Giuseppe Tornatore ("Cinema Paradiso") schöpft aus dem Vollen. Meisterhafte Mischung aus Wehmut, Witz und Fantasie - die am Ende leider in Schwermut baden geht.
film-dienst 1999-19: Im Mittelpunkt steht die immer wieder neue Frage nach der "richtigen", ganz eigenen Art zu leben. Sehr schlüssig verbinden sich erzählerische Passagen mit rein filmischer Poesie und einem ungemein stimmungsvollen Soundtrack.
Cinema 1999-09: Prächtige, phasenweise zu mächtige Studie über einen Schiffspianisten (Tim Roth).