Nichts als die Wahrheit

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Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Nichts als die Wahrheit
Titel USA: After The Truth
Genre: Drama
Farbe, Deutschland, 1999, FSK 12

Kino Deutschland: 1999-09-23
Laufzeit Kino: 128 Minuten
Kinoverleih D: Helkom

Videocover
Videocover Video Deutschland: 2000-06-06
Kaufkassette: 2000-11-14
Laufzeit Video: 123 Minuten
Anbieter: Columbia Tristar


Szenenfoto Mengele. Der Name steht für unvorstellbare Grausamkeiten. Für den jungen Anwalt Peter Rohm ist der "Todesengel von Auschwitz" zur Obsession geworden. Der erfolgreiche Jurist recherchiert seit Jahren zu einem Buch über den KZ-Arzt. Doch er hat bisher keine Zeile geschrieben. Er findet keine Antwort auf die zentrale Frage: Warum? Warum verstümmelt ein Mensch kleine Kinder? Warum schickt er ohne eine Gefühlsregung Hundertausende in die Gaskammern?

"Fragen Sie", sagt der alte Mann. Verschleppt von einem dubiosen Nazi-Verleger sitzt Rohm in Argentinien Josef Mengele gegenüber. Am Ende seines Lebens will sich der Alte der deutschen Justiz stellen. Er will seine Geschichte erzählen, Peter Rohm soll sein Verteidiger sein. Rohm ist entsetzt. Er ringt mit sich. Schließlich willigt er ein.

Szenenfoto Für die deutsche Justiz beginnt ein Alptraum. Vor den Augen der Weltöffentlichkeit werden vor Gericht Taten verhandelt, deren Grausamkeit jenseits der menschlichen Vorstellungskraft liegt.

Mengele bestreitet sie nicht. Aber er will nur getötet haben, um seinen Opfern langes Leiden im Lager zu ersparen. Als Sterbehilfe. Peter Rohm gelingt der Beweis, dass Mengeles Haltung in der Medizin der 20er und 30er Jahre durchaus üblich war. Josef Mengele, der abscheulichste Verbrecher des Holocaust, steht kurz vor dem Freispruch.

Peter Rohm steht vor der existenziellen Entscheidung: "Bin ich ein guter Anwalt, bin ich ein schlechter Mensch." Er mußs die Wahl treffen zwischen seiner professionellen Pflicht und seiner Menschlichkeit.


SzenenfotoDarsteller: Kai Wiesinger (Peter Rohm), Götz George (Josef Mengele), Karoline Eichhorn (Rebekka Rohm), Doris Schade (Hilde Rohm), Peter Roggisch (Heribert Vogt), Bastian Trost (Felix Hillmann), Stephan Schwartz (Daniel Ginsberg), Peter Rührig (Dr. Füglein), Heinz Trixner (Müller), Michaela Rosen (Gunda Friedrichs), Jockel Tschiersch (Kommissar Wichmann), Detlef Bothe (Siebert)

Regie: Roland Suso Richter

Stab: • Produzenten: Werner König • Drehbuch: Johannes W. Betz • Vorlage: - • Filmmusik: - • Kamera: Martin Langer • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Bettina Schmidt, Michael Pfalzer • Schnitt: Peter Adam • Kostüme: Silke Sommer • Make Up: Sabine Schumann, Germaine Mouth • Ton: - • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Filmkritik von Ernst Corinth

film-dienst 1999-19: Ein eindringlich gespielter Polit-Thriller, der die fiktve Geschichte geschickt mit realen gesellschaftlichen Zuständen verbindet, wobei er provokativ die Frage nach der Wahrheit stellt, den Zuschauer aber nicht mit eindeutigen Antworten entlässt. Die formal wie inhaltlich kongeniale Gestaltung zeugt von einem außergewöhnlich hohen Standard.

TV Today 1999-20: Götz George verleiht der Figur des Mengele dämonische Präsenz, Kai Wiesinger kehrt auch unsympathische Züge des verführten Anwalts heraus. Regisseur Roland Suso Richter (14 Tage lebenslänglich) inszenierte den Film nach dem Muster eines Hollywood-Gerichtsthrillers.

SzenenfotoTV Movie 1999-20: Mensch oder Monster? Roland Suso Richter (14 Tage lebenslänglich) gelang ein provokantes Drama, in dem Mengele seine Untaten wissenschaftlich zu begründen versucht und letztlich doch als eiskalter Massenmörder entlarvt wird. George erweist sich bei diesem Drahtseilakt als Idealbesetzung: Geradezu teuflisch spielt er den verbitterten, eitlen Alt-Nazi, der geschickt seinen Anwalt manipuliert und sich am Ende in wirrgreise Ausreden verstrickt. Beklemmend: Wenn Opfer vor Gericht von Mengeles sadistischen, pseudowissenschaftlichen Versuchen berichten, wird das Grauen greifbar.

Cinema 1999-09: Ein alter Mann gibt sich als KZ-Arzt Josef Mengele zu erkennen, stellt sich der Justiz und stürzt einen jungen Anwalt in eine Identitätskrise. Großartiges Polit-Kino mit einem schrecklich guten Götz George.

TV Spielfilm 1999-20: Na bitte, es geht doch: zwei Stunden Diskussionsstoff und Hochspannung in einem Film.


SzenenfotoBemerkungen

Götz George ist neben seiner Hauptrolle auch der Koproduzent dieses Films.

Dirk Jasper FilmLexikon
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