Mitte des 18. Jahrhunderts ist das Leben in England kein Zuckerschlecken, wenn man nicht gerade zur Klasse der Reichen und Adeligen gehört. Will Plunkett, ein heruntergekommener Gauner aus der Unterschicht, und James Macleane, ein smarter aber verarmter Adeliger, lernen sich im Gefängnis kennen. Die beiden Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten, schließen ein Abkommen: Mit Plunketts Know-How in Sachen Gaunerei und Macleanes Kontakten zur Upper Class wollen sie gemeinsam die High Society ausnehmen.
Ihr Plan ist simpel: Macleane schmeichelt sich in die feine Gesellschaft ein, um so an Informationen zu gelangen, die es beiden hinterher ermöglichen, die Kutschen der Aristokraten zu überfallen. Mit dem erwarteten Geld wollen sie ihre Träume verwirklichen: Plunkett will nach Amerika, Macleane braucht das Geld, um seinen hohen Lebensstandard finanzieren zu können.
Als die beiden Gauner die Kutsche von Lord Gibson überfallen, verliebt sich Macleane auf der Stelle in die hübsche Nichte des Lords, Lady Rebecca. Und weil Macleane sich selbst bei seinen Raubzügen galant wie ein Gentleman verhält, nennt man ihn fortan nur noch den "Gentleman Highwayman".
Ist ihre Arbeitsteilung zunächst von großem Vorteil, so ist es doch gerade ihre Verschiedenartigkeit, die die beiden Gauner fast auseinanderbringt: Denn während Plunkett die Drecksarbeit erledigt, ist es stets Macleane, der sich und seinen Freund durch seine überheblichen Manirismen in Lebensgefahr bringt ...
Filmkritiken
Dirk Jasper FilmLexikon: Plunkett & Macleane ist eine gelungene Mischung aus Abenteuer und Romanze, mit einer gehörigen Portion bissig-britischem Humor. Geschickt stellt Debütregisseur Jake Scott, Sohn von Ridley Scott, die Regeln eines konventionellen historischen Kostümfilms auf den Kopf. Er verbindet klassische Elemente mit Stilmitteln der Gegenwart: Die feine englische Gesellschaft tanzt zu Techno-Musik, zu georgianischen Gewändern trägt man Augenbrauen-Piercings, und die Sprache ist modern und direkt.
TV Movie 1999-20: Neben den Hauptdarstellern erinnert auch der Stil des Regiedebütanten Jake Scott an die erfrischende Trainspotting-Montage: So sorgen schnell geschnittene Passagen für ungewöhnliche Kontraste zu der klassisch düsteren Historiekulisse. Modern sind auch Details wie Piercings, bunte Punkfrisuren und der ausgiebige Gebrauch des Wortes "Fuck" (in der Originalfassung).
TV Today 1999-20: Robert Carlyle und Jonny Lee Miller kennen sich aus Trainspotting, Regisseur Jake Scott ist neu im Filmfach, aber genetisch vorbelastet: Sein Vater Ridley Scott (Der Blade Runner), sein Onkel Tony Scott (Der Staatsfeind Nr. 1). Amüsanter Versuch, das Mantel-und Degen-Genre zu entstauben.
Kultur Spiegel 1999-10: Jake Scott, Sohn von Ridley Scott (Der Blade Runner) und Neffe von Tony Scott ("True Romance"), macht in seinem Regiedebüt der Familie keiner Schande: Sein Film über ein paar Gentlemen-Gauner im 18. Jahrhundert ist mit Robert Carlyle, Jonny Lee Miller und Liv Tyler vervorragend besetzt, die Bilder sind ordentlich, und die Geschichte hat den Schmiss und Charme eines Romans von Alexandre Dumans. Es gibt schlechtere Referenzen.
Rhein-Zeitung 1999-09-29: Mit Plunkett & Macleane präsentiert Jake Scott, Sohn des Regisseurs Ridley Scott (Der Blade Runner), ein innovatives Regiedebüt: Der Film verknüpft Historisches und Modernes, etwa wenn die pikfeine Gesellschaft zur Puderperücke Augenbrauen-Pircings trägt - und zu Techno-Musik tanzt.
film-dienst 1999-20: Rasant inszenierte Abenteuerkomödie im Stil des Mantel- und Degengenres, geschickt zugeschnitten auf ein jugendliches Publikum. Reizvoll ist auch die markante Inszenierung der Hauptdarsteller, auch wenn die Charakterzeichnung etwas zu flach bleibt.
TV Spielfilm 1999-20: Abgefahrener Genremix für die Trainspotting-Generation, einfallsreich, dreckig und sexy!