Viehjud Levi

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Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Viehjud Levi
Genre: Drama
Farbe, Deutschland, Schweiz, Österreich, 1999, FSK 6

Kino Deutschland: 1999-09-30
Laufzeit Kino: 94 Minuten
Kinoverleih D: Arsenal

Videocover
Videocover Video Deutschland: ja
Kaufkassette: 2000-04-11
Laufzeit Video: 95 Minuten
Anbieter: Arthaus


Szenenfoto Nicht nur die Geschäfte führen den alteingesessenen Viehhändler Levi im Frühling des Jahres 1933 in das abgelegene Tal im Schwarzwald. Er will Lisbeth, die Tochter des Horgerbauern, zur Frau gewinnen.

Doch das Tal hat sich verändert. Mit dem Berliner Ingenieur Kohler und seinem Bautrupp, der den eingestürzten Eisenbahntunnel reparieren soll, hat ein neuer Geist Einzug gehalten.

Im Wirtshaus lärmt der Volksempfänger, den Stammtisch ziert ein Nazi-Fähnchen. Aus dem Viehhändler Levi wird der Jude, der Viehjude. Allein Lisbeth hält ihm die Treue ...


SzenenfotoDarsteller: Bruno Cathomas (Benjamin Levi), Caroline Ebner (Lisbeth Horger), Bernd Michael Lade (Paul Braxmaier), Martina Gedeck (Fräulein Neuner), Ulrich Noethen (Ingenieur Kohler), Eva Mattes (Kreszenz Horger), Gerhard Olschewski (Andreas Horger), Günter Knecht (Knecht Marties), Stefan Merki (Hinke-Karle), Peter Luppa (Buckel-Philipp), Wolfgang Bachofner (Bahnarbeiter), Alexander May (Wirt Obergfäll)

Regie: Didi Danquart

Stab: • Produzenten: Martin Hagemann für zero film • Drehbuch: Didi Danquart, Martina Döcker • Vorlage: Theaterstück "Viehjud Levi" von Thomas Strittmatter • Filmmusik: Cornelius Schwehr • Kamera: Johann Feindt • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Susanne Hopf • Schnitt: Katja Dringenberg • Kostüme: Inge Heer, Ingrid Weiß • Make Up: Wolfgang Böge, Regina Huyer • Ton: Paul Oberle • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Berliner Zeitung: Didi Danquart weiß um die emotionale Sogkraft seiner Bilder und ist so bescheiden, dass er die sich permanent verengende Beklemmung immer wieder aufbricht. Nach jeder neuen Stufe des Schlimmer-Werdens kommt ein milderndes, ein erleichterndes Bild. Der Film schreitet mit lakonischer Leichtigkeit auf sein Ende zu, das er dann nicht einmal nötig hat zu zeigen. Für den Zuschauer bedeutet das: Er sieht mit zwei unterschiedlichen Augen. Mit einem mitfühlenden und mit einem analysierenden. Er kann sich auf keine der beiden Seiten retten.

taz - Die Tageszeitung: Danquart erzählt mehr über das Damals als viele Dokumentarfilme, aber auch genug über das Heute. Dafür hat er in seinem ersten Spielfilm fürs Kino berückend schöne Bilder des Schwarzwalds gefunden. Die Dialoge sind niemals geschwätzig und treffen punktgenau. Großes Erzählkino!

SzenenfotoFrankfurter Rundschau: Die Sensibilität für Zwischentöne, für das Hell- und Dunkelbraun der Karriere-Nazis (herausragend: Ulrich Noethen), der Überzeugungstäter und der neu in der Wolfswolle Gefärbten, spricht ebenso für den Film wie der Versuch, Lisbeths Widerstand und Levis Flucht ins Ungewisse dem tödlichen Ausgang des Dramas entgegenzusetzen.

Die Welt: Mit Argumenten und Witz kämpft Levi vergeblich gegen die schwelende Progromstimmung an (...) Vielschichtig sind die Charaktere herausgearbeitet worden. Das gibt dem Ensemble um Ulrich Noethen, Bernd Michael Lade und Eva Mattes die Möglichkeit, den Film nachhaltig zu prägen.

SzenenfotoDer Spiegel 1999-39: Ein wenig zu berechnet und berechenbar wirkt das herb-strenge Heimatdrama (Vorlage war ein Theaterstück Thomas Strittmatters), und selbst die herausragende Darstellertruppe kann das Reißbrett, das durch die Leinwand schimmert, nicht vergessen machen.

film-dienst 1999-20: Hervorragend gespielte und inszenierte Adaption des Theaterstücks von Thomas Strittmatter, die subtil und intensiv herausarbeitet, wie sich unter dem äußeren Druck der Ereignisse moralische und menschliche Werte relativieren.

Cinema 1999-09: Gut gemeinte, aber etwas biedere Bühnenstück-Adaption von Didi Danquart über ein Schwarzwald-Dorf anno 1935, in dem das soziale Gefüge durch einige Hitler-Anhänger ins Wanken gerät.

Filmecho / Filmwoche: Getragen von einer prominenten Besetzung gelingt Danquart eine präzise und unaufdringliche Milieustudie fern von aufdringlichen Klischees und Schwarzweissmalerei.

EPD Film: "Viehjud Levi" ist ein Lehrstück im positiven Sinne, das sich jeder simplen Anklage entzieht und dessen Stärke Differenzierung und Analyse sind.

Rhein-Zeitung 1999-09-29: Ein Theaterstück von Thomas Strittmatter lieferte die Vorlage. Geschichte über Antisemitismus - von erschreckender Aktualität.

Blickpunkt Film: Ein Lehrstück, packend und blutvoll inszeniert, getragen von einem wunderbaren Darsteller-Ensemble.

TV Today 1999-20: Subtile, stille, aber sehr spannende Studie über die Mechanismen politischer Propaganda.

Hamburger Abendblatt: "Viehjud Levi" avancierte schnell zu einem der Geheimtips der Berlinale.

Dirk Jasper FilmLexikon
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