Eine Party, ein Ort und eine Nacht, die alles verändert: Sieben Kids lassen sich in einem riesigen Einkaufszentrum einschließen, um nach Ladenschluss ein fest der Sinne, eine Konsumorgie zu feiern.
Doch ihr Trip durch das Überangebot an Fun und lustvollem Feeling nimmt eine tragische Wende: Die schwarz uniformierte Ordnungsmacht marschiert auf und entwickelt ihr eigenes, pervertiertes Interesse.
Geschockt und gleichzeitig fasziniert von der Eskalation der Gewalt, werden die Jugendlichen zum Spiegelbild ihrer eigenen Gegner - getrieben vom Rausch der Gefühle und dem gefährlichen Spiel mit der Angst entwickelt sich eine Gratwanderung zwischen Freundschaft und Hass, Liebe und Macht, die in einen Kampf auf Leben und Tod eskaliert.
Filmkritiken
Dirk Jasper FilmLexikon: Heiner Lauterbach, Franka Potente, Jürgen Tarrach, Roman Knizka und eine siebenköpfige Riege junger Schauspieler machen aus "Schlaraffenland" einen atemberaubenden Film, der schonungslos und ungeschminkt das Lebensgefühl einer ganzen Generation auf der Suche nach dem großen Kick transportiert.
TV Today 1999-22: Franka Potente, Heiner Lauterbach und Jürgen Tarrach sind in ihren zwielichtigen Rollen gewohnt souverän. Von der fünf Jungdarstellern kann da nur der charismatische Ken Duken wirklich mithalten. Regisseur Friedmann Fromm ("Tatort") begeht den Kardinalfehler des Actiongenres: Erlässt seine Figuren viel zu viel reden - und zwar nichts als pseudoklugen Stuss. Die Actionsequenzen sind super - das ganze Drumherum ausgesprochen bemüht.
film-dienst 1999-22: Dramaturgisch wenig durchdacht, inszeniert der Film seine vorgebliche Kritik an einer durch Werteverlust gewalttätig gewordenen Gesellschaft selbst als (Videospiel-)Abknall-Spaß, wobei er sich so wenig um die Charaktere der Figuren wie um die Führung der Schauspieler kümmert und für seine "Botschaft" nur flache, selbstzweckhafte Bilder findet.
TV Movie 1999-22: In Fromms Kinodebüt knallt es gewaltig. Dabei bleibt die Motivation seiner Protagonisten auf der Strecke. Fromm, der "Schlaraffenland" und "Auseinandersetzung mit Gewalt", als "Porträt einer Generation" sehen will, packt für seine Analyse den Holzhammer aus. Resultat: Krachbumm-Action in TV-Manier.
Der Spiegel 1999-45: Was anfangs gerade noch als grelles Generationsporträt durchgehen mag, verflacht zu einem so konfusen wie langatmigen Baller-Krimi, den auch prominente Darseller nicht mehr retten können: Franka Potente als Wachfrau wirkt so passend wie ein Weihnachtsmann im August.
Cinema 1999-11: Prima Schauspieler, perfekte Action - trotzdem will dieser Thriller über eine blutige Nacht im Einkaufszentrum nicht recht zünden. Die Schuld tragen gewollte Dialoge und überflüssiges Psychologisieren.