Produktionsnotizen zu Johanna von Orleans

Szenenfoto Ein prachtvolles und über alle Maßen aufwendiges Film-Epos mit großer internationaler Starbesetzung hat Frankreichs Meisterregisseur und Erfolgsproduzent Luc Besson (Das fünfte Element, Leon - Der Profi, Taxi 1 & 2) rund um Leinwand-Schönheit Milla Jovovich (zuletzt auch in Wim Wenders The Million Dollar Hotel) inszeniert. Im Ensemble der großen Namen: John Malkovich, Dustin Hoffman, Faye Dunaway, Tchéky Karyo und viele weitere namhafte und populäre Charakterdarsteller.

Insgesamt waren über 700 Menschen (Schauspieler und Crew) direkt an der Realisierung dieses kraftvollen und farbenprächtigen Bilderbogens über eine der faszinierendsten Frauenfiguren der Weltgeschichte beteiligt. Zwei Jahre lang hat Johanna von Orleans, das Bauernmädchen aus der Provinz, große Geschichte mit großer Wirkung geschrieben. 25 Jahre nach ihrem Feuertod wurde sie für unschuldig erklärt und schließlich 1920 von der Katholischen Kirche offiziell als Heilige anerkannt.

Lange Jahre schon hatte sich Luc Besson für diesen Stoff interessiert. Konkret wurde es, als er sich gemeinsam mit seiner damaligen Lebensgefährtin Milla Jovovich, der späteren Darstellerin der Johanna, ein Bild der Jungfrau von Orleans ansah. Luc Besson interessierte sich als Franzose für die Realisierung dieses Projektes nicht nur, weil es hier um eine geradezu mythische und sehr mysteriöse Gestalt in der französischen Geschichte geht. Es ist auch die Geschichte Frankreichs und wie sich diese Historie entwickelt hat, die ihn zu diesem Film bewog. Und nicht zuletzt ist es doch auch höchst spannend, wenn ein Franzose einen amerikanischen Film über eine französische Legende realisieren kann.

Viele hatten sich schon am dem Stoff versucht - Voltaire, Schiller oder Brecht haben über das Bauernmädchen geschrieben, das 1429 wie aus dem Nichts kommend in den blutigen Wirren des Hundertjährigen Krieges zwischen Frankreich und England die Bühne der Weltgeschichte betritt. Regisseure wie Robert Bresson oder Jacques Rivette hatten die Geschichte auf die Leinwand gebracht. Mit Luc Besson jedoch kommt einer, der mit populären Mitteln ein wuchtiges Mainstream-Opus mit ungeheuerem Aufwand farbenprächtig inszeniert.

Milla Jovovich (Das fünfte Element, "Cecil B. Demented", "Kuffs - Ein Kerl zum Schießen"), Ex-Model und schon mit 15 Jahren in "Die Rückkehr zur blauen Lagune" ein Filmstar geworden, ist Bessons Johanna. Eine Idealbesetzung, die Girlie-Power, erotische Austrahlung und pure Athletik verbindet. Milla Jovovich, die sich intensiv auf die Rolle vorbereitet hatte und alles las, was sie über die französische Nationalheldin finden konnte, bewältigte auch alle Stuntszenen selbst und ohne Double. "Sie ist eine wundervolle Johanna", schwärmte ihr Regisseur.

Der zweifach Oscar-nominierte John Malkovich (Being John Malkovich, "Shadow of the Vampire", Con Air, Gefährliche Liebschaften, "In the Line of Fire") spielte den Dauphin und späteren König Charles VII. Oscar-Preisträgerin Faye Dunaway (Die Thomas Crown Affäre, Die Kammer, Don Juan De Marco) ist die intrigante Yolande D'Aragon und kein Geringerer als der zweifache Oscar-Preisträger Dustin Hoffman (Rain Man, Sphere, Wag the Dog, "Outbreak") spielt das personifizierte Gewissen der Heldin.

Daneben wurden mit dem Eric-Rohmer-Star Pascal Gregory ("Die Bartolomäusnacht", "Pauline am Strand", "Die schöne Hochzeit"), dem Oscar-nominierten Vincent Cassel ("Elizabeth", "Guest House Paradiso"), Tchéky Karyo (demnächst in Roland Emmerichs "Der Patriot", Doberman, Wing Commander, James Bond 007 - Goldeneye), Richard Ridings ("Wilde Kreaturen", "Erik der Wikinger", "Falsches Spiel mit Roger Rabbit") und Desmond Harrington (Risiko - Der schnellste Weg zum Reichtum, "Massholes") weitere populäre Stars verpflichtet.

Sechs Monate dauerten die Vorbereitungen für den Mammut-Dreh. Die Kostüm-Abteilung (angeführt von Catherine Leterrier, die bereits die Kinohits "Die Besucher" und Die Zeitritter betreute), ebenso wie die Mitarbeiter der Abteilung Produktions-Design leisteten Schwerstarbeit. Nicht zu vergessen Chef Stunt-Koordinator Philippe Guegan und seine 200 (!) Mitarbeiter, die Schauspieler und Komparsen auf das Herzstück des Drehs vorzubereiten hatten: Die gewaltigen Schlachtszenen (für die 250 Ritterrüstungen angefertigt wurden), die so realistisch wie möglich Zeugnis von den Auseinandersetzungen des ausgehenden Mittelalters ablegen sollten.

Vom 15. Juli (in Tschechien) bis Mitte Dezember 1998 (in der Normandie) währten die Dreharbeiten. Das überwältigende Ergebnis ist eines der farbenprächtigsten und großartigsten Historien-Epen, die je das Licht der Leinwand erblickten. Für den 1959 in Paris geborenen Luc Besson, der seit 1982 ("Dernier Combat - Der letzte Kampf") mit Filmen von einzigartiger visueller Kraft begeistert, war die Realisierung der Johanna von Orleans die Erfüllung eines Traumes. Eines Traumes, an dem sein Produzent Patrick Ledoux ("Betty Blue", "Die Besucher", Das fünfte Element, "Nikita" und Leon - Der Profi), sowie Ko-Autor Andrew Birkin ("Der Name der Rose") und Kameramann Thierry Arbogast ("Der Husar auf dem Dach", Schwarze Katze, weißer Kater, Das fünfte Element, Leon - Der Profi) maßgeblichen Anteil hatten.

Dirk Jasper FilmLexikon
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